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Folgen der Corona-Krise : Mehr depressive Fußballprofis

Die Bühne des Fußballs ist gesperrt: „Plötzlich erfahren junge Fußballerinnen und Fußballer soziale Isolation.“ Bild: Picture-Alliance

In der Zwangspause der Fußballligen hat die Zahl der depressiven Symptome bei Fußballprofis laut einer breit angelegten Umfrage stark zugenommen. Der Anstieg wird als sehr beunruhigend wahrgenommen.

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          In der Zwangspause in Fußballligen auf allen Kontinenten zeigt sich die Spielergewerkschaft Fifpro über eine stark gestiegene Anzahl von Profis besorgt, die von depressiven Symptomen berichten. Die Zahl der Meldungen habe sich verdoppelt, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montag.

          Grundlage ist die Befragung von 1134 Spielern und 468 Spielerinnen in 16 Ländern in Europa, Ozeanien, Afrika und Nordamerika im Zeitraum vom 22. März bis 14. April. Demnach gaben 22 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer Symptome an, die auf eine depressive Störung hindeuten. 18 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer gaben Symptome an, die auf Angstzustände deuten. Die neuen Zahlen seien „extrem beunruhigend“, wird Fifpro-Generalsekretär Jonas Baer-Hoffmann zitiert.

          Bei einer ähnlichen Umfrage unter 307 Profis im Dezember 2019 und Januar 2020 hatten 11 Prozent der Spielerinnen und sechs Prozent der Männer depressive Symptome angegeben. „Plötzlich erfahren junge Fußballerinnen und Fußballer soziale Isolation, die Aussetzung ihres Berufslebens und Zukunftssorgen“, wird Fifpro-Chefmediziner Dr. Vincent Gouttebarge zitiert. Der „starke Zuwachs“ solcher Symptome unter Fußballspielern sei demnach übertragbar auf psychische Belastungen „in den Gesellschaften aufgrund der beispiellosen Notfallsituation durch Covid-19“.

          Mehr als 75 Prozent der befragten Spielerinnen und Spieler gaben an, über ausreichend Ressourcen und Unterstützung ihrer psychischen Gesundheit zu verfügen. Dies sei ein positives Zeichen dafür, dass der Profifußball sich der Bedeutung der psychischen Gesundheit bewusster denn je sei, wird Dr. Gouttebarge zitiert.

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