https://www.faz.net/-gtl-9jfyb

Salas Flugzeug gefunden : „Ich glaube es nicht, das ist ein Albtraum“

  • Aktualisiert am

Nach dem Fund der abgestürzten Maschine auf dem Meeresboden dürfte der Tod Emiliano Salas Gewissheit sein. Bild: AP

Bis zuletzt hofften viele auf ein Wunder. Nun aber wird das Flugzeug, mit dem der Fußball-Profi Emiliano Sala abstürzte, auf dem Meeresboden geortet. Auf den Videoaufnahmen ist eine Leiche zu sehen.

          Ein verschwommenes Bild vom Rumpf, die Unglücksnummer „N264DB“ ist zumindest zu erahnen. Die am Montag veröffentlichte Unterwasseraufnahme eines Wrackteils bestätigte das traurige Schicksal von Emiliano Sala – das Flugzeug, in dem der argentinische Fußballer Ende Januar in sein neues Leben aufgebrochen war, ist in den Ärmelkanal gestürzt. Die Teile wurden am Sonntag auf dem Meeresboden geortet. Auf den Videobildern ist laut der britische Behörde AAIB ein Leichnam zu sehen. „Inmitten des Wracks“ sei „tragischerweise“ ein Insasse sichtbar, steht in der Stellungnahme. Ob es sich um Sala oder um den britischen Piloten handelt, blieb zunächst offen. „In Absprache mit der Familie des Piloten und des Passagiers sowie mit der Polizei werden nun die nächsten Schritte geprüft“, teilte die Behörde mit. Das veröffentlichte Bild zeige die „linke hintere Seite“ des Rumpfes.

          „Ich kann es nicht glauben, das ist ein Albtraum“, wird Salas Vater Horacio im argentinischen Fernsehen zitiert. Bis zuletzt hatte die Familie des 28-Jährigen, der im Winter vom FC Nantes zum walisischen Klub Cardiff City gewechselt war, auf ein Wunder gehofft. Eine Spendenaktion, an der sich zahlreiche Topspieler beteiligten, hatte die Fortsetzung der Suche bis zuletzt ermöglicht.

          Der angeheuerte Experte David Mearns teilte mit, dass sein Team das Wrack anhand der Registriernummer identifiziert habe. „Die größte Überraschung war, dass der größte Teil des Flugzeugs noch da war“, sagte er. Mearns hatte sich bereits mit dem Auffinden historischer Schiffswracks einen Namen gemacht. Den Angaben zufolge ortete ein Spezialschiff das Flugzeug per Echolot in einer Tiefe von etwa 63 Metern nördlich der Kanalinsel Guernsey. Die Maschine ist laut Mearns weitgehend intakt. „Wir hatten erwartet, ein Trümmerfeld zu finden“, sagte der Amerikaner. Die Familie Salas wolle nun verzweifelt, dass das Flugzeug geborgen wird. Das sei aber eine Sache der Behörden, die prüften, wann ein Bergungsversuch unternommen werden könne. Mearns' privat finanzierte Suche nach Salas Flugzeug war von dessen Familie in Auftrag gegeben worden.

          Traurige Gewissheit: Eine Aufnahme der zuständigen britischen Behörde AAIB zeigt das abgestürzte Flugzeug, in dem der argentinische Fußballer Emiliano Sala saß.

          Horacio Sala war das einzige Familienmitglied, das in Argentinien geblieben war. „Ich spreche jeden Tag mit meinen Verwandten“, sagte er: „Sie haben bislang immer gesagt, dass die Tage ohne eine Nachricht vergehen.“ Die bis Sonntag letzte Meldung stammte von Mittwoch, als an der französischen Küste zwei mutmaßlich aus dem Flugzeug stammende Sitzkissen angespült worden waren.

          Emiliano Sala hatte kurz bevor die in Nantes gestartete Maschine, in der außer dem 28-Jährigen nur noch der Pilot saß, rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey vom Radar verschwunden war in einer Sprachnachricht noch seine Angst vor einer Katastrophe geäußert. „Ich bin in einem Flugzeug, das aussieht, als würde es auseinanderfallen, und ich bin auf dem Weg nach Cardiff“, teilte er über WhatsApp Freunden und Verwandten mit, „wenn Ihr in anderthalb Stunden nichts von mir hört: Ich weiß nicht, ob die jemanden schicken, sie werden mich ohnehin nicht finden. Papa, ich habe solche Angst.“

          In Nantes und bei seinem neuen Verein in Cardiff hatte das Unglück große Bestürzung ausgelöst. Die Heimspiele der beiden Klubs wurden in den vergangenen Tagen zu Gedenkveranstaltungen. Seine frühere Mitspieler liefen beim 1:1 gegen AS St. Etienne in Trikots mit der Aufschrift „On t’aime Emi“ (“Wir lieben dich, Emi“) auf, beim Aufwärmen trugen sie grüne Armbänder als Zeichen der Hoffnung. In Anlehnung an Salas Rückennummer wurde die Partie in der neunten Minute unterbrochen.

          Weitere Themen

          Semenya weicht aus

          Leichtathletik : Semenya weicht aus

          Nach ihrer Niederlage vor dem Cas unterzieht sich Caster Semenya keiner Hormontherapie. Stattdessen weicht die Südafrikanerin von ihrer Paradestrecke 800 Meter auf die längere Distanz aus.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Formel-1-Legende gestorben : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Seltene Erden : Pekings Waffe im Handelskrieg

          In jedem Smartphone, in jeder Hightech-Rüstung stecken Seltene Erden. 80 Prozent dieser Metalle kommen aus Fernost. Setzt China das nun als Druckmittel gegen Amerika ein?

          Brexit-Abstimmung : Was ist daran „kühn“?

          Die britische Premierministerin Theresa May will den Parlamentariern ein Angebot unterbreiten, das sie nicht ablehnen können. Doch dem Vernehmen nach wird es kaum der erhoffte große Wurf sein.
          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor Kurzem im Bundestag

          Kriminelle Clans : „Die Gesellschaft wird als Beute betrachtet“

          Bundesinnenminister Horst Seehofer macht den Kampf gegen Clankriminalität zur Chefsache. Teil seines „Sieben-Punkte-Plans“ sind Tausende neue Stellen für das BKA.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.