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Copa-Titel für Flamengo : River Plate leidet bei Final-Drama wie Bayern 1999

  • -Aktualisiert am

Damit auch jeder sieht, wer die Tore geschossen hat: Gabriel Barbosa zeigt sich und sein Trikot. Bild: EPA

Der Titelverteidiger aus Buenos Aires sieht im Finale der Copa Libertadores gegen Flamengo Rio de Janeiro schon wie der Sieger aus. Dann aber überschlagen sich die Ereignisse in den letzten Minuten der Partie.

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          Ein Augenblick für die Ewigkeit: Gabriel Barbosa reißt sich das Trikot vom Leib und hält es im Stil von Lionel Messi sekundenlang still in Richtung Tribüne. Es ist der Moment, in dem „Gabigol“, wie sie ihn in Rio de Janeiro rufen, zum Helden des Finales um die südamerikanische Copa Libertadores geworden ist. „Wir waren 85 Minuten die bessere Mannschaft“, sagte River-Trainer Marcelo Gallardo verzweifelt nach der Partie. Doch am Ende sollte nicht das lange dominierende River Plate aus Buenos Aires, sondern Flamengo aus Rio de Janeiro in Lima das Endspiel um die „südamerikanische Champions League“ gewinnen. Und verantwortlich dafür war Flamengos lange unsichtbarer Stürmerstar „Gabigol“.

          Der Kolumbianer Rafael Santos Borré (14. Minute) hatte den Titelverteidiger 1:0 in Führung geschossen, Flamengo war dem Rückstand lange Zeit vergeblich und ohne überzeugende Strategie hinterhergelaufen. Dann brachte Flamengos portugiesischer Trainer Jorge Jesus den nach schwerer Verletzung rechtzeitig wieder fit gewordenen ehemaligen Bremer Bundesligaspieler Diego, der im Schlussdrittel noch einmal für neuen spielerischen Schwung im Flamengo-Angriffsspiel sorgte.

          Zum Spieler des Nachmittags aber sollte Barbosa werden. In der 89. Minute traf er zunächst aus kurzer Distanz, in der Nachspielzeit (90+2.) legte er mit einem Flachschuss nach. Die Dramatik des Finales erinnerte an die legendäre Niederlage des FC Bayern im Champions League Finale 1999 gegen Manchester United, als den Bayern ebenfalls in der Nachspielzeit der sicher geglaubte Titelgewinn aus den Händen gerissen wurde.

          „Ich kann nur Gott danken“, sagte Barbosa nach dem Spiel und rief die Einwohner Rio de Janeiros zu einer großen Party auf: „Morgen müssen alle auf die Straße, denn Rio de Janeiro gehört uns.“ Mit seinen beiden Treffern dürfte „Gabigol“ wieder für die europäischen Top-Klubs interessant werden. Vor drei Jahren wechselte der in Sao Bernado do Campo im Großraum Sao Paulo geborene Stürmer vom Pelé-Klub FC Santos zu Inter Mailand.

          Dort konnte sich der bullige Stürmer allerdings nie durchsetze und kehrte nach einer erfolglosen Leihe bei Benfica Lissabon zurück nach Brasilien zu einem Heimatklub. Doch erst als er von Santos an Flamengo ausgeliehen wurde, fand er sein Glück. Im brasilianischen Pokal (vier Tore) als auch in der Meisterschaft setzte „Gabigol“ die Bestmarken und wird von den Flamengo-Fans verehrt. Da der Traditionsverein, in dem einst Zico die Fußballschuhe schnürte, auch in der brasilianischen Meisterschaft vor dem ersten Triumph seit zehn Jahren steht, herrscht rund um die „schwarz-rote Nation“ eine große Begeisterung.

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