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Finanzbericht : Der DFB und ein „äußerst solides Fundament“

Wenn die Nationalmannschaft spielt, klingelt die Kasse beim DFB. Bild: Picture-Alliance

Wirtschaftlich sieht sich der DFB, den der hausgemachte WM-Skandal finanziell mit Millionenbeträgen für Anwälte und Zahlungen ans Finanzamt belastete, rundum gut aufgestellt. Vor alle von einem Geschäft profitiert der Verband.

          Noch sucht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen Präsidenten, um seine Führungslücke an der Spitze zu schließen. Wirtschaftlich sieht sich der Verband, den der hausgemachte WM-Skandal finanziell mit Millionenbeträgen für Anwälte und Zahlungen ans Finanzamt belastete, rundum gut aufgestellt. Schatzmeister Stephan Osnabrügge sprach zur Vorstellung des Finanzberichts am Donnerstag in Frankfurt von einem „äußerst soliden Fundament“. Die Liquidität sei jederzeit gesichert.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für das Jahr 2018 weist der DFB eine Bilanzsumme von 329 Millionen Euro (Vorjahr 323 Millionen) aus. Das Eigenkapital belief sich auf 150 Millionen Euro (156 Millionen). Mit einem Ertrag von knapp 351 Millionen Euro (324 Millionen) und einem Aufwand von rund 357 Millionen Euro (356 Millionen) konnte nach „planmäßiger Verwendung entsprechender Rücklagen“ von 5,6 Millionen Euro für das vergangene Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. Die Gesamtrücklagen des Verbandes liegen in Höhe von rund 132 Millionen Euro (Vorjahr 146 Millionen).

          Am meisten profitiert der DFB vom Geschäft mit der Männer-Nationalmannschaft. Auch aufgrund der Zahlungen aus der neu eingeführten Nations League wurden rund 85 Millionen Euro eingespielt. Zudem sind diesem Bereich auch Großteile der Sponsoringeinnahmen (71 Millionen Euro) und Erträge aus dem Lizenzgeschäft (11 Millionen Euro) zuzuschreiben. Wegen der verkürzten Aufenthaltsdauer beim WM-Turnier in Russland und ausbleibenden Prämien betrug der Aufwand für die A-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr aber nur 27 Millionen Euro. Die Bewerbung des DFB für die Europameisterschaft kostete fünf Millionen Euro. „Wir benötigen starke Nationalmannschaften, um die Basis weiter zu unterstützen“, sagte Osnabrügge.

          Der Schatzmeister zeigte sich zudem optimistisch, dass die aufgrund des WM-Skandals aberkannte Gemeinnützigkeit des DFB fürs Jahr 2006 am Ende keinen Bestand haben würde. Zusammen fast 23 Millionen Euro hat der Verband an die Steuerbehörden schon vor der Entscheidung überwiesen. Wenn das Geld zurückkommen sollte, erhielte der DFB auf die Summe jedes Jahr sechs Prozent Zinsen.

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