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Final-Kommentar : Bayern muss Dortmund danken

  • -Aktualisiert am

So sehen Sieger anno 2013 aus: Die Bayern holen die Champions League Bild: AFP

Der FC Bayern hat sich mit dem 2:1-Sieg über Dortmund von der Horrorvision befreit, im dritten Finale in kurzer Zeit zu scheitern. Bei aller Rivalität sollten sich aber die Münchner beim Verlierer bedanken.

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          Der Wembley-Triumph der Bayern ist die logische Konsequenz ihrer strahlenden Dominanz in diesem Fußballjahr. Niemand hatte zuvor ihre spielerische Überlegenheit in Zweifel gezogen, doch ist ein solches Herzschlagfinale gewöhnlich voller Unwägbarkeiten und Überraschungen.

          Die von Trainer Jupp Heynckes auf allen Gebieten perfekt modellierte Mannschaft hat in London die Frage eindeutig beantwortet, ob Willenskraft, Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke auch im wichtigsten Spiel dieser Saison, bei dem es für die Münchner um viel mehr ging als um einen prestigeträchtigen Sieg im deutschen Duell, auf den Punkt abgerufen werden können. Auf dieser Basis musste sich der BVB den neuen Fußballkönigen Europas geschlagen geben, deren Siegeszug nun mit dem weltweit wichtigsten Titel im Vereinsfußball gekrönt wurde.

          Nach zwei verlorenen Finalspielen in der Champions League innerhalb von zwei Jahren - 2010 und 2012 - konnten sich die Münchner mit dem Endspielerfolg in London von ihrer Horrorvision befreien, auch im dritten Versuch zu scheitern. In ihren Köpfen steckten ja noch die bitteren Erinnerungen an das gegen den FC Chelsea verlorene „Finale dahoam“ in der eigenen Arena.

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          Eine Niederlage hätte die gesamte Saison mit der Rekordmeisterschaft in der Bundesliga kaputt gemacht und den Verein, dessen Präsident in einer privaten Steuersache strafrechtlich verfolgt wird, in eine tiefe Depression gestürzt.

          Beim „Finale at home“ im Wembley-Stadion, dem Mekka des Fußballs, konnte der FC Bayern diese Gefahr überwinden und dabei seinen internationalen Ansprüchen nach einer aus seiner Sicht problematischen ersten halben Stunde gerecht werden. Mit Blick auf die Machtverhältnisse in der Heimat konnte der Triumphator seinen gefährlichsten Herausforderer in die Schranken weisen, der ihn in den vergangenen Jahren so schwer getroffen hatte.

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          Bei aller Rivalität sollten sich aber die jubelnden Münchner beim Verlierer bedanken: Mit ihrem frechen, mitreißenden Stil, der in den vergangenen zwei Jahren zu zwei Meisterschaften geführt und die Schwächen der Münchner offenbart hatte, haben die Dortmunder mit zur Entstehung einer solch brillanten Bayern-Elf beigetragen.

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