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Kompensation für WM in Qatar : Warum die Fifa den Klubs eine Rekordsumme zahlt

Die Fifa von Präsident Joseph Blatter steht finanziell so gut wie nie da Bild: dpa

Der Fußball-Weltverband verspricht den Klubs für die WM 2018 in Russland und das Turnier 2022 in Qatar einen Ausgleich von je 195 Millionen Euro. Die Fifa kann es sich leisten, wie die Zahlen im neuen Finanzbericht zeigen.

          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) hat seine Einnahmen massiv gesteigert und steht finanziell so gut da wie nie zuvor. Im vergangenen Vierjahreszyklus mit der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 konnte ein Rekordertrag von 5,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. Das Ergebnis ist um 1,6 Milliarden Dollar besser als in der Periode zuvor. Der Gewinn liegt bei 338 Millionen Dollar. „Die Fifa befindet sich in einer guten finanziellen Situation“, sagte der Finanzchef des Verbandes, Markus Kattner, der F.A.Z. Der Finanzbericht wurde an diesem Freitag veröffentlicht.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Davon profitiert vor allem unser Solidaritätsmodell. Der Großteil der WM-Einnahmen fließt in die Entwicklungshilfe, an Nationalverbände und auch an Vereine“, fügte Kattner an. Insgesamt handele es sich hier um etwa 2,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz nur durch die WM in Brasilien lag bei 4,8 Milliarden Dollar. Mehr als 2,5 Milliarden Dollar des Umsatzes erbrachte die Fernsehvermarktung fürs WM-Turnier, 1,6 Milliarden kamen von den Sponsoren. Ihre Reserven steigerte die Fifa auf mehr als 1,5 Milliarden Dollar.

          Das Rekordergebnis ist zugleich der Hintergrund für die relativ lautlose Einigung der Fifa mit der europäischen Klub-Vereinigung (ECA) über Ausgleichszahlungen. Offiziell ging es dabei um die Abstellgebühren für die Vereine, die Spieler in einem Nationalteam bei einer WM haben. In Wahrheit wurde jedoch um eine Entschädigung für die Winter-WM 2022 in Qatar gefeilscht, weil Ligen und Vereine dafür im November und Dezember mehr als vier Wochen ihre Saison unterbrechen müssen. Das Turnier soll nun vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 stattfinden.

          Karl-Heinz Rummenigge sieht einen „Meilenstein, den der europäische Klub-Fussball gesetzt hat“

          Die Einigung sieht vor, dass die Fifa für die Turniere in Russland 2018 und danach am Persischen Golf jeweils 209 Millionen Dollar (rund 195 Millionen Euro) und damit fast die dreifache Summe im Vergleich zur WM 2014 in Brasilien zahlt. Zudem sollen die Topklubs in Europa mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des internationalen Spielkalenders erhalten.

          Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, zugleich Vorsitzender der ECA, begrüßte die Vereinbarung. „Aus Sicht der ECA ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis. Es markiert einen weiteren Meilenstein, den der europäische Klubfußball gesetzt hat“, wurde Rummenigge in einer Mitteilung zitiert. Doch das Geld der Fifa fließt nur an die Vereine, die auch Spieler für eine WM abstellen. Inwiefern Klubs, die keine WM-Teilnehmer aufbieten, für ihre Einnahmeausfälle entschädigt werden sollen, war noch unklar.

          Andere deutsche Fußballfunktionäre können sich weiterhin nicht anfreunden mit der WM in Qatar. „Es fällt nicht leicht sich mit dem Gedanken abzufinden, dass ein WM-Finale an einem vierten Advent stattfindet, aber aufgrund des Klimas gab es keine Alternative zur Verlegung in die Wintermonate“, sagte Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Verbandes, der Deutschen Presse-Agentur.

          Ligapräsident Reinhard Rauball bleibt trotz der Fifa-Zahlungen an die Profiklubs ein Gegner der WM am Golf. „Die Entscheidung für Qatar ist und bleibt ein großer Fehler der Fifa mit schwerwiegenden Folgen. Daran ändern auch die nachträglich vorgenommenen einschneidenden Korrekturen nichts“, sagte er  in einer Stellungnahme.

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