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Fifa-Skandal : Gibt es auch einen Verdacht gegen das Sommermärchen 2006?

  • Aktualisiert am

Schwarz-Rot-Gold: Millionen Menschen feierten während des WM-Sommers 2006 in Deutschland beim Public Viewing Bild: Picture-Alliance

Der Fifa-Skandal wirft viele Fragen auf: Was bedeuten die Aussagen von Blazer und Warner? Was wird aus der WM in Russland und Qatar? Warum verkündet Blatter seinen Rückzug? Wer wird Nachfolger? Die Antworten – Stand jetzt.

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          Die erste Welle der Erregung ist nach der Rücktrittsankündigung von Joseph Blatter kaum verebbt, da kommen neue Details über das Gebaren von Fifa-Funktionären ans Licht. Mehr als die Aussagen von Chuck Blazer muss der scheidende Fifa-Chef aber wohl die Drohungen seines ehemaligen Kompagnons Jack Warner fürchten.

          Abseits aller Ermittlungen um Korruption und Sumpf im Welt-Fußball läuft die Debatte über die Neuordnung der Fifa. Für eine Neuvergabe der umstrittenen Weltmeisterschaften in Russland und Qatar gibt es aber noch keine rechtliche Grundlage. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fifa-Skandal:

          Was bedeutet die Veröffentlichung des Gerichtsprotokolls mit den Aussagen von Chuck Blazer für die Fifa und für Blatter?

          Nun ist es aktenkundig. Vor den WM-Vergaben 1998 und 2010 flossen Millionen Dollar aus Afrika an Funktionäre der FIFA in den USA und der Karibik. Chuck Blazer übernimmt die Verantwortung, Namen von Komplizen werden nicht genannt. Dass Jack Warner dabei war, ist aber evident. Der Name Blatter fällt nicht. Alles andere wäre auch überraschend gewesen. Der Weltverband kann sich wieder einmal herausreden, dass Blazer und Warner nicht mehr Teil der Familie sind. Eigentümlich erscheint, dass Blazer eine 10-Millionen-Zahlung aus Südafrika als Bestechung einordnet, Fifa-Generalsekretär Jérome Valcke in diesem Vorgang aber eine normale Spende für die Fußball-Entwicklung in Mittelamerika sieht.

          Wie ernst sind die Warnungen von Jack Warner an Blatter?

          Warner, als Fifa-Vize bis 2011 ein enger Vertrauter Blatters, ist neben Blazer die zentrale Figur im aktuellen Korruptionsskandal. Schon nach seiner erzwungenen Demission vor vier Jahren kündigte er einen „Tsunami“ an Informationen an. Es kam nichts. Diesmal soll es eine Lawine sein. Die Frage ist, ob sich Warner nur interessant machen will oder ob er tatsächlich belastendes Material hat. Das könnte er im juristischen Kuhhandel für eine geringe Strafe einsetzen, sollte er an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden. In seiner Heimat Trinidad und Tobago ist er als früherer Sicherheitsminister bestens vernetzt.

          Gibt es jetzt auch Verdachtsmomente gegen das deutsche Sommermärchen 2006?

          Bislang tauchte die WM 2006 in keinen Ermittlungsakten auf. Daher sind alle Vermutungen pure Spekulation. Im Raum steht weiter eine trotzige Aussage von Blatter aus dem Jahr 2012, als er, von deutscher Kritik gekränkt, sagte: „Gekaufte WM. Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ.“ Er spielte auf die ungewöhnliche Wahlenthaltung des Neuseeländers Charles Dempsey an, die die Vergabe an Deutschland erst möglich machte. Der DFB wies alle Vorwürfe empört zurück. Fragen wirft nach wie vor eine ungewöhnliche Serie von drei Testländerspielen in fünf Tagen kurz vor Weihnachten 2004 in Japan, Südkorea und Thailand auf. Kritiker sehen in ihr weiterhin eine Gefälligkeit für den WM-Zuschlag. Aber: Belegt ist überhaupt nichts.

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