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Arbeiter in Qatar : Infantino greift Zwanzigers Vorschlag auf

Zu Besuch in Qatar: Fifa-Präsident Gianni Infantino (rechts). Bild: dpa

Um das Wohlergehen der Arbeiter auf den Stadion-Baustellen in Qatar sicherzustellen, gründet die Fifa ein Gremium. Das soll aber nicht nur die Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2022 überwachen.

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          Gianni Infantino, Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), hat angekündigt, das Wohlergehen der Arbeiter auf den Stadion-Baustellen in Qatar und generell auf Baustellen für „alle Fifa-Wettbewerbe“ durch ein Expertengremium überwachen zu lassen. In einer Mitteilung der Fifa heißt es, das Gremium solle mit „unabhängigen Experten“ besetzt werden, die vom qatarischen Organisationskomitee eingesetzte Strukturen überwachen, unter Führung der Fifa arbeiten und „relevante Bereiche der Zivilgesellschaft und Interessenvertreter“ einbeziehen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Infantino greift damit einen Vorschlag auf, den der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, bereits vor Jahren gemacht hatte, als deutlich geworden war, unter welchen menschenrechtswidrigen Umständen und Gefahren für Leib und Leben der Arbeitsmigranten, die auf qatarischen Baustellen tätig sind, die Arbeiten vor sich gehen.

          Der Leiter der Abteilung für die „soziale Verantwortung“ der Fifa, Federico Addiechi, hatte in dieser Woche gesagt, die Fifa habe sich für die Lage der Arbeiter erst im Mai vergangenen Jahres verantwortlich gefühlt. Nicholas McGeehan, bei Human Rights Watch für die Golfregion zuständig, äußerte sich skeptisch zu den Plänen. Es mangele nicht an Überwachung der qatarischen WM-Projekte, sondern am politischen Willen, bestehende Überwachung effektiv zu gestalten.

          Das Gremium könnte auch versuchen, Einfluss auf die Bedingungen der Arbeiter auf russischen WM-Baustellen für das kommende Turnier 2018 zu nehmen. Bei der Errichtung der Olympiastätten in Sotschi 2014 waren Tausende Arbeiter verspätet oder gar nicht bezahlt worden. Ende März hatten die WM-Organisatoren und der Weltverband angekündigt, die Arbeitsbedingungen auf russischen WM-Baustellen durch ein von Dritten betreutes Monitoring-System überwachen zu wollen.

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