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Fifa : Sauber werden mit Tenor Placido Domingo

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Der spanische Tenor Placido Domingo soll als Berater der Fifa dienen - gemeinsam mit dem früheren amerikanischen Außenminister Henry Kissinger und den Fußball-Legenden Johan Cruyff und Pele Bild: REUTERS

Uli Hoeneß ist „enttäuscht“ über Theo Zwanzigers Votum bei der Wahl des Fifa-Präsidenten. Der DFB-Präsident wehrt sich gegen die Vorwürfe und sieht ebenfalls Veränderungsbedarf. Abhilfe soll nun der Startenor Placido Domingo schaffen.

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          Uli Hoeneß hat Theo Zwanziger, den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, wegen seines Votums für Joseph Blatter heftig kritisiert. "Herr Zwanziger ließ keinen Zweifel daran, dass man Blatter wählen wird. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch", sagte der Präsident des FC Bayern München in einem Interview mit "Sportbild". Der Schweizer war am 1. Juni beim von Korruptionsvorwürfen überschatteten Kongress in Zürich zum dritten Mal als Präsident des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) wiedergewählt worden.

          "Ich bin enttäuscht, dass der DFB vor diesen unseriösen Machenschaften die Augen verschließt und nicht gegen Blatter Druck macht", wird Hoeneß zitiert. Der ganze Fußball-Weltverband müsse neu aufgestellt werden. "Die Uhr von Sepp Blatter und seiner Combo tickt." Es sei für ihn keine Frage ob, sondern nur noch wann Blatter seinen Posten räumen müsse. Falls sich bei der Fifa nichts ändere, befürchtet der langjährige Bayern-Manager "einen Schaden für den Fußball, der nicht mehr zu reparieren sein wird". Die Haltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) störe ihn in dieser Sache: "Dabei müssten gerade die großen Verbände wie der DFB jetzt aufstehen und sagen: So kann es nicht weitergehen." Wegschauen heiße auch akzeptieren, bemängelte Hoeneß.

          Zwanziger will Verantwortung übernehmen

          Zwanziger wehrte sich im selben Blatt: "Nein, niemand beim DFB hat die Augen verschlossen." Schon gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (5. Juni) hatte er seine Haltung erklärt: "Den Antrag der Engländer zu unterstützen, die die Wahl verschieben wollten, hätte uns geradewegs in die Isolation geführt und schweren Schaden für den deutschen Fußball angerichtet." Der 66 Jahre alte Jurist aus Altendiez will die Nähe zu Blatter für Verbesserungen nutzen. "Wir betrachten einige Entwicklungen und Gegebenheiten kritisch. Wir wollen sie durch sachliche Argumente und Überzeugungsarbeit ändern." Zwanziger sagte der "Sportbild" er wolle als neues Mitglied der Fifa-Exekutive Verantwortung übernehmen: "Ich werde sehr genau beobachten und mitwirken." Das einzig Gute an der Situation, in der die Fifa stecke, sei, "dass sie so verfahren ist, dass jedermann den hohen Veränderungsbedarf kennt".

          DFB-Präsident Theo Zwanziger (r.) stimmte für Joseph Blatter - er steht dafür in der Kritik

          Unterdessen hat Blatter ein weiteres Mitglied seiner "Lösungskommission" benannt: den spanischen Star-Tenor Placido Domingo. Dieser Kommission, einer Art "Rat der Weisen", sollen auch der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger und die Fußball-Legenden Johan Cruyff und Pele angehören. "Diese Gentlemen sind mehr oder weniger Berater. Keine Experten, aber Berater", sagte Blatter. Franz Beckenbauer äußerte sich skeptisch. "Bei der FIFA scheint mir im Moment viel Aktionismus im Spiel zu sein", sagte der Münchner, der auf eigenen Wunsch aus dem Exekutivkomitee der Fifa ausgeschieden war, der "Bild-Zeitung".

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