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Krise beim Fußball-Weltverband : Fifa sagt Pressekonferenz mit Blatter kurzfristig ab

  • Aktualisiert am

Joseph Blatter hat nichts zu sagen bei der geplanten Pressekonferenz in Zürich. (Bild vom 2. Juni 2015) Bild: Picture-Alliance

Fünf Minuten vor Beginn wird eine Pressekonferenz mit Fifa-Präsident Joseph Blatter völlig überraschend abgesagt. Dafür wird das Datum des Eröffnungsspiels für die umstrittene WM 2022 in Qatar bekannt.

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          Der Fußball-Weltverband Fifa hat die Pressekonferenz mit Präsident Joseph Blatter nach der Sitzung des Exekutivkomitees völlig überraschend abgesagt. Das teilte die Fifa am Freitagnachmittag fünf Minuten vor dem geplanten Beginn ohne Angabe von Gründen mit. In einer Pressemitteilung nach dem Ende des zweitägigen Exko-Treffens verwies der skandalumwitterte Verband lediglich auf Beschlüsse und weitere Vorschläge im Reformprozess.

          Dabei wurde bekannt, dass das Eröffnungsspiel der umstrittenen Weltmeisterschaft in Qatar am 21. November 2022 und damit an einem Montag stattfindet. Dieses Datum beschloss das Exekutivkomitee in Zürich. Das Finale war bereits zuvor auf den 18. Dezember terminiert worden. Das Weltturnier im Emirat am Golf wird mit nur 28 Tagen damit das kürzeste seit 44 Jahren, 1978 in Argentinien dauerte die WM 24 Tage.

          Die erste Winter-WM der Geschichte hatte für erheblichen Unmut in den großen Ligen gesorgt. Europas Top-Klubs bekommen nicht nur für die WM in Qatar, sondern auch schon für das nächste Turnier 2018 in Russland die Rekordsumme von 209 Millionen Dollar – umgerechnet rund 195 Millionen Euro – für die Abstellung ihrer Profis. Wegen der skandalumwitterten Vergabe der beiden Weltmeisterschaften laufen derzeit Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft.

          Das nächste Treffen des Fifa-Exekutivkomitees ist derweil nach Zürich verlegt worden und soll im Dezember stattfinden. Eigentlich war die kommende Sitzung für den 17./18. Dezember im Rahmen der Klub-WM in Japan vorgesehen gewesen. Das genaue Datum steht nun noch nicht fest. Offizielle Reisen ins Ausland hatte Fifa-Präsident Blatter seit der Festnahme von Funktionären in Zürich Ende Mai vermieden – mit Ausnahme der WM-Qualifikationsauslosung in St. Petersburg. Ihm könnte in bestimmten Länder eine Festnahme drohen.

          Plötzliche Absage: Joseph Blatter hat am Freitag in Zürich nichts zu sagen.
          Plötzliche Absage: Joseph Blatter hat am Freitag in Zürich nichts zu sagen. : Bild: dpa

          Die geforderte Transparenz-Reform für die Arbeit der Fifa-Ethikhüter lässt unterdessen weiter auf sich warten. Den Antrag der unabhängigen Ethikkommission, die Öffentlichkeit über laufende Verfahren informieren zu dürfen, begrüßte das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands zwar „prinzipiell“. Allerdings wurde die angestrebte Änderung der Verschwiegenheitsklausel an die Kommission für rechtliche Angelegenheiten zur „Beratung“ weitergegeben.

          Das Exko hätte die Änderung auch selbst beschließen können. Würde der Paragraf 36 des Fifa-Ethikcodes aufgehoben, könnte die Untersuchungskammer der Ethikkommission beispielsweise erklären, ob gegen Uefa-Präsident Michel Platini Ermittlungen laufen. Sowohl Chef-Untersucher Cornel Borbely als auch Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer setzen sich für eine Änderung ein.

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