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Fifa eröffnet Verfahren : Blatter hört die Engel singen

Fifa-Interimsboss Issa Hayatou (links) und die suspendierten Joseph Blatter und Michel Platini (rechts) Bild: AP

Die Fifa-Ethikkommission eröffnet ein Verfahren gegen Joseph Blatter und Michel Platini. Ein Urteil soll noch vor Weihnachten gesprochen werden. Die Eile kommt beiden gelegen.

          Bis Weihnachten dürfte das weitere Schicksal von Joseph Blatter und Michel Platini feststehen. Am Montag hat der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert, der Spruchkammervorsitzende der Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), das allseits erwartete Verfahren eröffnet gegen den seit dem 8. Oktober suspendierten Fifa-Präsidenten Blatter und Platini, den ebenfalls seit diesem Tag bei der Fifa suspendierten Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (Uefa).

          Hintergrund ist die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini im Frühjahr 2011, wenige Monate, bevor Blatter in einer weiteren mehr oder minder offenen Feldschlacht sein Präsidentenamt bei der Fifa verteidigte, damals gegen den Qatarer Mohammed bin Hammam. Gleichwohl behaupten der Schweizer und Platini, das Geld habe dem früheren Kapitän der französischen Fußballnationalmannschaft, Organisator der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 und Spitzenfunktionär für dessen Beratertätigkeit in den Jahren 1998 bis 2002 zugestanden.

          Ende September hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung eingeleitet, Platini war als „Auskunftsperson“ angehört worden. Der Franzose hatte am vergangenen Freitag beim Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne Einspruch gegen seine einstweilige, 90-tägige Sperre eingelegt.

          Die Eile, mit der das Verfahren nun betrieben werden wird, kommt Blatter nicht ungelegen, Platini erst Recht nicht. Fluchtpunkt beider ist der 26. Februar, an dem in Zürich ein neuer Fifa-Präsident gewählt werden soll. Platini möchte an jenem Tag als Kandidat antreten, der zuletzt gesundheitlich deutlich angeschlagene Blatter hatte keine Gelegenheit verstreichen lassen, von seinem Traum zu sprechen: Er wolle den Fifa-Kongress Ende Februar 2016 gerne leiten und auf keinen Fall durch die Hintertür verschwinden.

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          Wie sehr dem 79 Jahre alten Walliser die Zeit im Off zusetzt, belegen auch die jüngsten Zitate, die Blatter im Schweizer Fernsehen über seinen Klinikaufenthalt zuletzt zum Besten gab: „Ich war zwischen den Engeln, die gesungen haben und dem Teufel, der das Feuer anzündet, aber es waren die Engel, die gesungen haben.“ Er sei dem Tod sehr nahe gewesen, sagte Blatter im Sender RTS. „In einem bestimmten Moment sagt der Körper einfach ,Nein, genug ist genug‘. Aber wenn du psychisch stark bist, kannst du widerstehen.“

          Blatter bezeichnete Platini in dem Interview, das an diesem Mittwoch gesendet werden soll, als „ehrlichen“ Mann und einen guten künftigen Fifa-Präsidenten. Sollte er antreten dürfen, sagte Blatter, würde Platini gewählt. Noch vor kurzem hatte Blatter seinen Groll gegen den Franzosen nicht zurückgehalten und Platini nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur „Tass“ als Auslöser der Fifa-Krise bezeichnet. Angesichts der Beweislage, mit der sich Eckert nun auseinandersetzen muss, scheint der gemeinsame Weg sicher: entweder werden Blatter und Platini frei gesprochen. Oder sie gehen gemeinsam unter.

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