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Fifa : Frost und Frust

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David Beckham wirbt für England: „Ich weiß aus meiner Laufbahn, wie wichtig es ist, bis zur letzten Minute zu kämpfen” Bild: (c) AP

Am Donnerstag werden die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gewählt. Der Kampf der Bewerber wird immer „skrupelloser“. Und die Fifa ist angeschlagen: die Wahl könnte ein Nachspiel haben.

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          Beckham spricht, Putin kommt nicht, Clinton ist gelandet, der „Tages-Anzeiger“ tickert den ganzen Tag: High life in Zürich, der größten Stadt der Schweiz und derzeitigen Fußballhauptstadt der Welt, wo am Donnerstag nach dem skandalösen Drumherum zuvor die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 vergeben werden. Auf den letzten Metern ihrer Bewerbung für die neben Olympia lukrativsten und attraktivsten Sportveranstaltungen der Welt haben die vier allesamt europäischen Bewerber um das Fußballfest 2018 und die fünf Kandidaten für die WM 2022 noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um vielleicht doch die eine oder andere Stimme extra zu erhaschen.

          Bis das Gegenteil bewiesen ist, glauben alle, die am Sitz des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) angetreten sind, den großen Preis in ihr Land zu holen, an ihre Chance. Sogar die Außenseiter wie die Ländergemeinschaft Holland/Belgien (2018) oder die 2002 noch gemeinsamen WM-Ausrichter Japan und Südkorea, die diesmal getrennt für 2022 ihr Glück versuchen. Wenn an diesem Donnerstagnachmittag Fifa-Präsident Joseph Blatter die großen Briefumschläge mit den Namen der Sieger öffnet und dann wie bei der Oscar-Verleihung den berühmten Satz „and the winner is...“ mit vibrierender Stimme ausspricht, geht die große Party bei den einen erst richtig los, während bei den meisten anderen Tränen der Enttäuschung fließen werden. Bis dahin steht viel Lobbyarbeit auf dem Überzeugungsprogramm der jeweiligen Bewerbungskomitees.

          Bis zum Ende kämpfen

          Vor allem die Engländer, die nach 1966 mal wieder an der Reihe zu sein glauben, haben drei Superpromis in die Schlussrunde des von festen Absprachen und losen Verabredungen bestimmten Rennens um die besten Plätze geschickt. Prinz William friert im kalten Zürich genauso wie Premierminister David Cameron und der Fußball-Royal David Beckham. Was sie wärmt, ist die allerdings noch vage Aussicht auf den Triumph am Donnerstag gegen 16 Uhr. Dafür wird geredet, geredet und geredet.

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          So frühstückten Cameron und Blatter am Dienstag mit dem von den Korruptionsvorwürfen gegen Mitglieder seines Kabinetts gezeichneten Blatter, und auch danach suchten sie den Dialog mit allen möglichen Exekutivkomitee-Angehörigen. 22 meist alte Herren votieren am Donnerstag in vermutlich mehreren Durchgängen für die Kandidaten ihrer Wahl. Um die WM 2018 kämpfen mit ausgesuchter Höflichkeit und wilder Entschlossenheit England, Russland und Spanien/Portugal neben Holland/Belgien. Die Weltmeisterschaft 2022 wollen die Vereinigten Staaten, Australien, Qatar, Japan und Südkorea austragen.

          David Beckham, ein „stolzer Engländer“ und immer noch aktiver Sportsmann auf dem Platz (für Los Angeles Galaxy), glaubt an das Gute, wenn die Fifa-Exekutive ihr Urteil fällt: „Wir trauen jedem Mitglied des Exco. Letztlich sind es lauter Fußballleute. Sie werden den besten Kandidaten die Weltmeisterschaften geben.“ England gehört neben Russland und Spanien/Portugal zu den Favoriten, glaubt aber, im Endspurt den anderen voraus zu sein. „Ich weiß aus meiner Laufbahn, wie wichtig es ist, bis zur letzten Minute zu kämpfen“, sagte Beckham am Mittwochmorgen in einem Zürcher Hotel.

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