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Fifa : Freie Fahrt für Blatter - Bin Hammam gibt auf

  • -Aktualisiert am

Der ehemalige Herausforderer: Bin Hammam Bild:

Unvermutete Wende im schmutzigen Duell um die Herrschaft im Weltfußball: Bin Hammam, der Herausforderer des Fifa-Präsidenten Sepp Blatter, zieht seine Kandidatur zurück. Blatters Wiederwahl scheint somit sicher.

          Schmutzig, schmutziger, Fifa: Die am Mittwoch in der Zürcher Messe auf der Agenda des Fifa-Kongresses anstehende Wahl des Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes lief in den vergangenen Tagen auf den vielleicht größten Skandal hinaus, der die skandalgeplagte Fifa je heimgesucht hat. Seit Samstagnachmittag aber scheint sicher, dass es zum Duell der von Freunden zu Feinden gewordenen Fußball-Alphatiere Joseph Blatter und Mohamed bin Hammam nicht mehr kommen wird.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung erfuhr am Rande des Champions-League-Finales in London aus sicherer Quelle, der 62 Jahre alte qatarische Herausforderer gegen den 75 Jahre alten schweizerischen Amtsinhaber nicht mehr antreten wollte. Mittlerweiler hat der Qatarer seinen Verzicht auf seiner offiziellen Homepage bestätigt. Somit steht einer vierten Amtszeit des 1998 erstmals zum Fifa-Präsidenten gekürten Blatter nichts mehr im Wege.

          Ob Fifa-Vizepräsident bin Hammam an diesem Sonntag wegen des Vorwurfs der Bestechung von Mitgliedern der Karibischen Fußball-Union vor der Ethikkommission der Fifa gehört wird (siehe: Fifa-Machtkampf: Ermittlungen gegen bin Hammam) wie der wegen desselben Vorwurfs vor die Sittenrichter des Weltverbandes gerufene Kollege Jack Warner aus Trinidad und Tobago, auch er ein langjähriger Fifa-Vizepräsident, bleibt offen wie auch die Einvernahme von Blatter selbst, den bin Hammam bei der Ethikkommission angezeigt hatte (siehe: Fifa: Untersuchung auch gegen Blatter). Der Walliser habe, so die bizarre Einlassung des qatarischen Fußball-Spitzenfunktionärs, von den angeblichen Zahlungen, mit denen er selbst in Zusammenhang gebracht wird, gehört und den Fall nicht weiter verfolgt. Tatsächlich sollen die Indizien, dass es bei dem Treffen bin Hammams mit den karibischen Fußballpräsidenten zu unmoralischen Angeboten gekommen sei, deutlich gegen den Qatarer sprechen.

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          Der Schaden ist immens

          Der Schaden in der bisher heftigsten und unappetitlichsten Auseinandersetzung, die es in der Geschichte der Fifa zwischen zwei Spitzen des 208 Mitglieder starken Weltverbandes gegeben hat, ist trotz des bevorstehenden Rückzugs von Blatters Herausforderer immens. Die Glaubwürdigkeit der Fifa, die schon rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und vor allem 2022 an Qatar erheblich gelitten hat, ist nach den jüngsten einer ganzen Reihe von tatsächlichen und möglichen Korruptionsfällen schwer erschüttert.

          Auch wenn Blatter am Mittwoch noch einmal an die Spitze der Fifa gewählt wird, hat auch sein jenseits der Welt des Fußballs ohnehin schon ramponiertes Ansehen weiter gelitten. Der Verband braucht dringend neue Gesichter und ein neues Profil, um für die Zukunft wieder etwas von den Werten zu verkörpern, die in den Festreden vor allem von Blatter stets beschworen werden. Der eigentliche Gewinner der wochenlangen Schlammschlacht zwischen bin Hammam und Blatter heißt Michel Platini. Der Franzose, ein ehemaliger Weltklassespieler und untadeliger Sportsmann, führt die Europäische Fußball-Union (Uefa) seit 2007 mit großem Geschick und Erfolg an. Er dürfte 2015 seinen alten Förderer Blatter an der Spitze der Fifa beerben – wenn nicht schon etwas eher.

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