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Fifa-Präsident : Afrika wählt Blatter

Kann auf seine Wiederwahl hoffen: Fifa-Präsident Blatter Bild: AFP

Die halbe Miete hat er schon: Der Chef von Afrikas Fußballverband CAF „garantiert“ Joseph Blatter alle 54 Stimmen seines Kontinents für die Wahl zum Fifa-Präsidenten. In Europa ist die Situation dagegen nicht so eindeutig.

          Issa Hayatou, der Chef der afrikanischen Fußball-Konföderation (CAF), hat Joseph Blatter seinen Kontinent zu Füßen gelegt. „Lieber Sepp“, rief er am Dienstag dem Weltverbands-Präsidenten beim CAF-Kongress in Kairo zu. „Afrika ist froh, dich zu haben. Afrika ist an deiner Seite!“ Die 54 (von insgesamt 209) Stimmen der afrikanischen Länder beim Fifa-Kongress am 29. Mai in Zürich sind dem Schweizer also sicher. Hayatou sagte, sie seien sogar „garantiert“.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Hayatous Rede dürfte Musik in Blatters Ohren gewesen sein. Und ein verbaler Schlag für seine Gegner, die eine fünfte Amtszeit des 79 Jahre alten Präsidenten verhindern wollen. Mit der afrikanischen Zusage, die schon mehr als die Hälfte der nötigen Stimmen bedeutet, dazu den meisten Stimmen aus Asien und Südamerika, dürfte der Schweizer seine Wiederwahl gesichert haben. Die europäische Konföderation Uefa dagegen, die über 53 Stimmen verfügt, hat sich bisher noch nicht einmal auf einen einzigen Kandidaten einigen können.

          Teilnehmen: ja, Reden: nein

          Der Niederländer Michael van Praag, der Portugiese Luis Figo und der Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein wurden alle drei von europäischen Nationalverbänden nominiert. Sie nahmen ebenfalls am Kongress in Kairo teil, durften aber im Gegensatz zum „lieben Sepp“ nicht reden. Überzeugt hätten sie dort sowieso niemanden.

          Was er von den Angriffen gegen Blatter beim Uefa-Kongress am 24. März in Wien hält, machte Hayatou schon beim Empfang am Montagabend deutlich: „Ich möchte unterstreichen, dass du in Afrika nie auf fremdem oder feindlichem Gebiet bist. Du bist zuhause.“ Blatter hatte die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika aktiv betrieben.

          Auch Hayatou ist ein Dauer-Präsident. Am Dienstag ebnete ihm der Kongress den Weg zu seiner achten Amtszeit, indem er das Alterslimit von 70 Jahren abschaffte. Hayatou, der im nächsten Jahr 70 wird, könnte nach Ende seiner aktuellen Amtszeit im Jahr 2017 noch einmal wiedergewählt werden.

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