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Französischer Fußball : „Bei Homophobie Spiele unterbrechen? Nein“

  • Aktualisiert am

Im Fokus: Noël Le Graët, der Präsident des FFF, hat sich kritisch gegenüber Spielabbrüchen geäußert. Bild: AFP

Der Präsident von Frankreichs Fußball-Verband findet: Spielabbrüche nach rassistischen Vorfällen sind okay, aber nicht bei Homophobie. Nun hat sich Staatspräsident Macron eingeschaltet – und es gibt erste Rücktrittsforderungen.

          Frankreichs Verbandspräsident Noël Le Graët hat mit Aussagen über die Unterbrechung von Fußballspielen bei homophoben Gesängen für eine Kontroverse gesorgt. „Zu sagen, dass Fußball homophob ist und das einzige Symbol für Homophobie in Frankreich sein könnte, das ist ein bisschen viel. Das akzeptiere ich nicht“, sagte der 77-Jährige dem französischen Nachrichtensender Franceinfo am Dienstag. „Wir werden dafür sorgen, dass es keine Banner mehr (in den Stadien) gibt, das ist ein Unterschied. Aber Spiele unterbrechen – nein.“

          Er sei gegen Homophobie, aber Fußballspiele sollten nur bei rassistischen Vorfällen oder wegen Sicherheitsbedenken unterbrochen werden, sagte der Chef des Verbandes FFF. Am Dienstagabend schaltete sich Staatspräsident Emmanuel Macron ein und erklärte bei Franceinfo: „Hassreden, ob rassistisch oder homophob, müssen aufhören.“

          In den höchsten beiden französischen Spielklassen war es in dieser Saison bereits zu Unterbrechungen wegen homophober Banner und Gesänge gekommen – zuletzt bei der Partie des OGC Nizza gegen Olympique Marseille für zwölf Minuten. Der Weltverband Fifa hatte die Schiedsrichter zu diesem Verhalten angehalten.

          Noël Le Graët, hier 2018 in Toulouse

          Die Organisation Rouge Direct, die gegen Homophobie in den französischen Stadien kämpft, forderte Le Graët bei Twitter umgehend zum Rücktritt auf. Sprecher Julien Pontes forderte zudem „eine sehr entschlossene Reaktion“ von Macrons Büro und von Sportministerin Roxana Maracineanu. Diese erinnerte Le Graët laut der Nachrichtenagentur AP an dessen Verantwortung an der Verbandsspitze „im Kampf gegen alle Formen der Diskriminierung“.

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