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Frauenfußball-Bundesliga : Frankfurt mit Wille zum Sieg über Turbine

  • -Aktualisiert am

Erfolgreich: Auch Laura Freigang trifft für Frankfurt gegen Potsdam. Bild: Imago

Die Saison der Frauenfußball-Bundesliga startet mit einem Klassiker, der sich sehen lassen kann. Frankfurt besiegt den alten Rivalen Potsdam mit 3:2. Im Stadion ist auch prominenter Besuch.

          Die Meisterschale wurde auf den letzten Drücker vor dem Anpfiff noch eilig auf dem Rasen zur Schau gestellt. So nahe wie bei der Saisoneröffnung am Freitagabend werden die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam der Trophäe aber wohl nicht mehr kommen. Die reinen Frauenfußballklubs, deren Rivalität die 30-jährige Geschichte der Frauen-Bundesliga geprägt hat, sind schon einige Jahre keine Kandidaten für Meisterehren mehr. In einem gutklassigen Match setzten sich die Hessinnen 3:2 durch. „Jede hat für jeden gekämpft. Jeder hatte den unbedingten Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Das war der Schlüssel“, sagte die neue Frankfurter Kapitänin Tanja Pawollek.

          Es war der Auftakt einer Saison, die den FFC in eine neue Ära führen wird, wenn er sich Mitte kommenden Jahres unter das Dach der Frankfurter Eintracht begibt. Die Eintracht-Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann sowie Bundesligaprofi Martin Hinteregger überzeugten sich im Stadion am Brentanobad persönlich, mit wem sie demnächst gemeinsame Sache machen werden.

          FFC-Cheftrainer Niko Arnautis hatte drei von vier einsatzfähigen Neuzugängen – die hochtalentierte Sjoeke Nüsken laboriert an einem Knöchelbruch – in die Startformation beordert. Die Brasilianerin Leticia Santos als rechte Verteidigerin, im Mittelfeld die Österreicherin Barbara Dunst in offensiver, die Schweizerin Sandrine Mauron in defensiver Rolle. Viel spielfreudiger und rasanter hätte die Jubiläumssaison im mit 2550 Zuschauern gefüllten Stadion am Brentanobad nicht beginnen können. Die beiden Teams machten von Anpfiff an mächtig Tempo, was zu drei Treffern in den ersten 17 Minuten führte. Gleich den ersten Vorstoß des FFC veredelte Angreiferin Laura Freigang mit einem sehenswerten Solo, bei dem sie nur durch einen Rempler im Strafraum gestoppt werden konnte. Den fälligen Elfmeter verwandelte die Österreicherin Laura Feiersinger souverän (5.).

          Doch die Antwort der Brandenburgerinnen ließ nicht lange auf sich warten. Der FFC ließ sich auf seiner linken Abwehrseite recht simpel überlisten – und weil auch Torfrau Bryane Heaberlin keine gut Figur abgab, hatte Turbine-Akteurin Lara Prasnikar freie Bahn für den 1:1-Ausgleichstreffer (14.). Das focht die Frankfurterinnen aber nicht an, die wiederum nur drei Minuten später zurückschlugen. Laura Freigang verlängerte einen in den Strafraum geschlagenen Ball gekonnt mit dem Hinterkopf ins lange Eck (17.).

          Auch in der Folgezeit bereitete das gut harmonierende offensive Frankfurter Quartett Freigang, Feiersinger, Barbara Dunst und Geraldine Reuteler der Turbine-Abwehr ernste Probleme. Die stringenten Kombinationen mit reichlich Stationen bis hin zum Torabschluss waren ganz nach dem Geschmack von Cheftrainer Arnautis. Der Deutsch-Grieche bevorzugt seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren eine offensivfreudige Ausrichtung. Auch wenn sein im Schnitt 22 Jahre junges Team dieses Niveau nicht über die volle Spieldauer halten konnte.

          Kurz nach dem Wechsel bot sich Tanja Pawollek eine erstklassige Chance, sie scheiterte aber an Turbine-Torfrau Vanessa Fischer. Im Gegenzug offenbarten die Frankfurterinnen große Lücken in der Hintermannschaft, die abermals Lara Prasnikar zum Ausgleich nutzte (50.). Das Spiel hatte nun nicht mehr die Klasse der Anfangsphase, zog seinen Reiz aber aus dem engagierten wie spannenden Schlagabtausch im Klassiker des deutschen Frauenfußballs. Dass der FFC in dem ausgeglichenen Match das bessere Ende für sich hatte, lag daran, dass eine Freistoßflanke bei Geraldine Reuteler landete. Deren Schuss landete zwar am Pfosten, doch der eingewechselte Youngster Shekiera Martinez nutzte den Abpraller zum 3:2 (81.). Letztlich war es Torfrau Bryane Heaberlin, die den Auftaktsieg in den hektischen Schlussminuten festhielt.

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