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Festnahmen in Singapur : Schlag gegen die Fußball-Wettmafia

Der Ball ist unbestechlich: Der Polizei gelingt ein Schlag gegen die Wettmafia Bild: ddp

In Singapur werden 14 mutmaßliche Fußball-Wettbetrüger festgenommen. Unter ihnen ist auch der vermutete Drahtzieher „Dan Tan“. Die Festnahmen kommen zur rechten Zeit.

          Die Polizei im südostasiatischen Stadtstaat Singapur hat zwölf Männer und zwei Frauen festgenommen, die in den weltumspannenden Wettskandal im Fußball verwickelt sein sollen. Unter ihnen ist auch der vermutete Drahtzieher, Tan Seet Eng. Er wird in Italien und Ungarn mit Haftbefehl gesucht. Der auch als „Dan Tan“ bekannte 48-Jährige war einst als Buchmacher tätig, floh aber, nachdem er 1,5 Millionen Dollar Wettgewinne nicht auszahlen konnte und ist vorbestraft.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Er soll ein ausgeklügeltes System mit zahlreichen Wettpaten in vielen Ländern installiert haben. Sogenannte „Runner“ versuchten für die Organisation, Spieler und Schiedsrichter mit Schmiergeldern und anderen Gefälligkeiten zu ködern. Ermittlungen der europäischen Polizei zeigten, dass bei einem einzigen manipulierten Fußball-Spiel bis zu 50 Akteure beteiligt sein können, und dies in zehn verschiedenen Ländern.

          Tan und vier weitere Festgenommene werden dem Haftrichter vorgeführt, der Rest wurde gegen Kaution freigelassen. Der Gruppe wird vorgeworfen, mehr als 150 Fußballspiele unter anderem in Italien, Ungarn, Finnland und Nigeria verkauft zu haben. Schon 2011 hatte nach seiner Festnahme in Finnland sein mutmaßlicher Komplize Wilson Raj Perumal auf Tan als Chef der Gruppe verwiesen.

          Perumal wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt und soll nun als Kronzeuge im Wettskandal arbeiten. Noch im April hatte es geheißen, auch Tan helfe der Singapurer Polizei. Bei der Vorbereitung der Razzia hatten die Singapurer Unterstützung von Interpol. Die Festnahmen seien ein „wichtiger Schritt im harten Vorgehen gegen das internationale Manipulations-Syndikat“, lobte Interpols Generalsekretär Ronald Noble die Arbeit im Stadtstaat.

          Interpol überprüft gerade 380 Spiele

          Die Festnahmen kommen zur rechten Zeit: Denn Interpol wird in Singapur im nächsten Jahr ein großes Forschungszentrum eröffnen. Darin soll nach einer Großspende des Weltfußballverbandes Fifa auch ein Lernzentrum über das illegale Wettgeschäft auf abgesprochene Fußballspiele eingerichtet werden. Interpol prüft derzeit Absprachen bei mehr als 380 Spielen.

          In Singapur selber wurden gerade drei Libanesen wegen Korruption verurteilt, weil sie für Spielabsprachen Dienstleistungen von Prostituierten boten. In Australien sind zu Wochenbeginn sechs Männer angeklagt worden, weil sie in einem internationalen Betrügerring mehr als 2 Millionen australische Dollar (1,4 Millionen Euro) mit Wettabsprachen verdienten.

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