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DFB-Team ohne Bundestrainer : Fehlender Löw entscheidet über Aufstellung

  • Aktualisiert am

Joachim Löw fehlt beim DFB-Team, steht aber in ständigem telefonischen Kontakt. Bild: dpa

Die DFB-Auswahl bestreitet ohne den Bundestrainer die Spiele in der EM-Qualifikation. Marcus Sorg verrät, wie er die ungewohnte Aufgabe als Vertreter Joachim Löws angeht. Ein Spieler fehlt im ersten Training.

          Bundestrainer Joachim Löw entscheidet auch aus dem Krankenstand über die Aufstellung der Fußball-Nationalmannschaft in den kommenden beiden EM-Qualifikationsspielen. „Der Bundestrainer hat das letzte Wort, natürlich wird das auch in diesem Fall so sein“, sagte Löw Vertreter Marcus Sorg am Montag im Trainingslager der DFB-Auswahl im niederländischen Venlo. Löw fehlt bei den Spielen am Samstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur EM-Qualifikation und bei RTL) in Borissow gegen Weißrussland und drei Tage später in Mainz gegen Estland (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur EM-Qualifikation und bei RTL) wegen einer Durchblutungsstörung, die einen Klinikaufenthalt zur Folge haben. Das Trainerteam tausche aber Meinungen mit Löw telefonisch aus, sagte Sorg.

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          Schon klar ist, dass Kapitän Manuel Neuer in Weißrussland im Tor stehen wird. Das bestätigte Torwarttrainer Andreas Köpke. „Ich bin froh, dass er nach seiner Verletzung so stark zurückgekommen ist. Das ist nicht so selbstverständlich“, sagte Köpke. Bayern-Torwart Neuer hatte in der Saisonendphase wegen eines Muskelfaserrisses länger pausiert und war erst zum Pokalfinale in die Münchner Startelf zurückgekehrt.

          Oliver Bierhoff sieht Löw derweil auf gutem Wege, die gesundheitlichen Probleme zu überwinden. „Es geht ihm sehr gut“, berichtete der DFB-Direktor in Venlo. „Man hat von Anfang an gemerkt, wenn man mit ihm spricht, er hatte eine ganz entspannte Stimme“, berichtete Bierhoff. Löw stehe im ständigen Kontakt mit Sorg, der für die beiden Spiele zum Saisonabschluss die Cheftrainer-Rolle ausfüllen muss. „Wir wissen alle, das Wichtigste ist die Gesundheit, das Leben. Man muss einfach den Ärzten vertrauen, wenn sie sagen, es ist besser, nicht in Drucksituationen zu kommen“, erläuterte Bierhoff. Löw wäre sicherlich gerne in Venlo dabei. „Er könnte auch hier sein“, sagte Bierhoff: „Aber es ist absolut richtig, das Ganze ruhiger anzugehen.“

          Sorg sieht sich bestens vorbereitet für seine Aufgabe als Ersatz-Bundestrainer bei den kommenden beiden EM-Qualifikationsspielen. „Ich kenne jeden Ablauf, jede Person, fühle mich sehr sicher und wohl“, sagte der 53-Jährige. „Natürlich ist das speziell und ungewohnt, wenn der Cheftrainer nicht dabei ist“, sagte Sorg. Die Trainingseinheiten habe man aber schon vorher gemeinsam intensiv vorbereitet. Zudem habe ihm Löw als Kotrainer „schon immer vertraut und schon immer viel Verantwortung übertragen“, sagte Sorg. Ziel seien zwei Siege vor der Sommerpause. „Wir wollen mit aller Macht eine optimale und souveräne Qualifikation, daran hat sich nichts geändert“, sagte Sorg.

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft begann die Vorbereitung für die EM-Qualifikationsspiele ohne Matthias Ginter. Der Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach fehlte am Montagvormittag beim ersten Training in Venlo als einziger Akteur aus dem 22 Spieler umfassenden DFB-Kader. Der 25-jährige Ginter werde nach seiner Hochzeit verspätet zum Nationalteam stoßen, berichtete der Deutsche Fußball-Bund.

          Löws Assistent Sorg packte beim Auftakt wie gewohnt auf dem Trainingsplatz mit an. Er schleppte mit weiteren Betreuern unter anderem ein Tor aufs Spielfeld.  An diesem Mittwoch wird der von Kapitän Neuer angeführte Kader in Aachen vor 30 000 Fans ein Trainingsspiel absolvieren. Am Freitag fliegt der DFB-Tross von Düsseldorf nach Minsk. Im Stadion in Borissow findet am Samstagabend das Spiel gegen die Weißrussen statt. Das deutsche Team war mit einem 3:2-Erfolg gegen die Niederlande in die Ausscheidung für die EM 2020 gestartet.

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