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DFB-Pokalspiel gegen Dortmund : Der FC St. Pauli und eine traumhafte Saison

  • -Aktualisiert am

DFB Pokal 2005/2006: St. Pauli bekommt Zuschauerunterstützung, um über sich hinauszuwachsen. Bild: imago/Ulmer

Vor dem Pokal-Duell mit Dortmund werden Erinnerungen wach. Burghausen, Bochum, Berlin, Bremen – das waren die vier „B“ in St. Paulis magischer Saison 2005, die erst im Halbfinale gegen Bayern endete.

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          Es gäbe so viel zu erzählen. Die Verlängerung gegen Hertha BSC, das „Skandalspiel“ auf Eis und Schnee gegen Werder Bremen, Oliver Kahns grimmiges Gesicht im Halbfinale – der NDR hat nicht umsonst einen 45-Minüter über die traumhafte Pokalsaison des FC St. Pauli gedreht. Timo Schultz war 2005/2006 in allen fünf Spielen dabei. Aber er sagt: „Ich werde die Jungs nicht damit nerven, wie es früher war.“

          DFB-Pokal

          Vor 15 Jahren und sechs Monaten kam Schultz als Spieler von Holstein Kiels zweiter Mannschaft ans Millerntor – St. Pauli dümpelte in der Regionalliga und stand vor der Insolvenz. „Dass die Lage nicht so gut ist, habe ich an meinem Vertrag gemerkt“, sagt Schultz schmunzelnd, inzwischen 44 Jahre alt und St. Paulis Cheftrainer. Sechs Spiele, fünf Siege später war der FC dank der Pokaleinnahmen in Höhe von 2,7 Millionen Euro gesundet. Und hatte Vereinsgeschichte geschrieben.

          „Wir waren krasser Underdog“

          Parallelen zur Gegenwart und somit zum Achtelfinale des DFB-Pokals an diesem Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky) gegen Borussia Dortmund kann Schultz nicht erkennen: „Wenn ich den Platz jetzt sehe und mich an die Spiele gegen Hertha und Werder erinnere, dann hatte das damals nichts mit einem Fußballplatz zu tun. Wir waren als Drittligist krasser Underdog und hatten eine Mannschaft, die nicht wirklich talentiert war, aber einen enormen Willen hatte.“

          Während jener Pauli-Jahrgang Platzverhältnisse, Zuschauerunterstützung und Außenseiterrolle nutzte, um über sich hinauszuwachsen, gilt Schultz’ aktuelle Mannschaft sogar als spielstärkste der zweiten Liga und geht selbstbewusst ins Duell mit dem Zweiten der Bundesliga – auch wenn das 2:2 am Wochenende gegen Aue ernüchternd war. Einen Hinweis erlaubt Schultz sich im Rückblick auf 2005/06: „Es ist gut zu wissen, dass man selbst Gegner schlagen kann, die in einer brutalen Favoritenrolle sind.“

          Damals begann alles mit einem 3:2 nach 0:2 gegen Burghausen. Es folgten ein 4:0 gegen Bochum und das 3:2 nach Verlängerung gegen Berlin, ehe das Nordduell mit Bremen anstand. Schultz erinnert sich an den 15. Januar 2006: „Das war reines Eis mit ein bisschen Schnee drauf. Als Schiedsrichter Dr. Brych zur Platzbegehung kam, haben wir versucht, den Platz zu präparieren. Kaum war er von der Anlage, haben wir die Schneeschieber beiseitegeworfen.“

          Werder schlitterte beim 1:3 aus dem Wettbewerb, St. Pauli lieferte sich später einen harten Kampf mit den Bayern, schied aber im Halbfinale aus (0:3). Im NDR sagt Schultz: „Von dieser Pokalserie werde ich noch meinen Enkelkindern erzählen.“

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