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Premier League : Liverpools sensationelle Serie reißt mit Blamage

  • Aktualisiert am

Virgil van Dijk (rechts) ist nicht einverstanden mit der Leistung der Kollegen. Bild: EPA

In 44 Spielen kassierte Liverpool in der englischen Liga keine Niederlage. Nun erwischt es die Elf von Jürgen Klopp mal wieder – und wie! Beim Vorletzten der Tabelle unterliegt Liverpool überraschend deutlich.

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          Trainer Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool die erste Premier-League-Niederlage der Saison kassiert – und was für eine. Der zuvor ungeschlagene, englische Tabellenführer blamierte sich am Samstag und verlor überraschend deutlich 0:3 (0:0) beim Abstiegskandidaten FC Watford, der bis dato den vorletzten Tabellenplatz belegt hatte. Liverpool verlor erstmals seit dem 3. Januar 2019 (1:2 bei Manchester City) wieder ein Spiel in der Premier League und kassierte 44 Mal in Serie keine Niederlage. Der erste Meistertitel seit 1990 ist für die Reds, die an der Tabellenspitze sagenhafte 22 Punkte Vorsprung auf Manchester City haben, dennoch ganz nah. Maximal vier Siege aus zehn Spielen fehlen noch.

          Ismaila Sarr (54./60. Minute) und Troy Deeney (72.) trafen an der Vicarage Road zum verdienten Sieg für den krassen Außenseiter Watford und sorgten so für die Sensation. Watford hätte sogar noch höher gewinnen können, vergab aber weitere gute Chancen. Liverpool war in 27 Spielen dieser Saison zuvor 26 Mal als Sieger vom Platz gegangen. Vor Watford holte nur Manchester United am 20. Oktober 2019 beim Remis im Old Trafford einen Punkt gegen die Klopp-Elf.

          Nach zuvor 18 Liga-Siegen in Serie, was in der Premier League außer Liverpool nur dem englischen Meister Manchester City in der Saison 2017/18 gelungen war, verpasste es Liverpool durch die Niederlage auch, mit 19 Siegen hintereinander alleiniger Rekordhalter für die längste Siegesserie der Premier League zu werden. Nur zwei Teams in Englands Topliga überstanden bisher eine ganze Saison ohne Niederlage – Preston North End in der Spielzeit 1888/89 und der FC Arsenal in der Saison 2003/04.

          Der französische Meister Paris Saint-Germain setzte unterdessen seine Siegesserie in der Ligue 1 mit einem 4:0 (1:0)-Erfolg über den FC Dijon fort. Die Treffer für das Team des deutschen Trainers Thomas Tuchel erzielten Pablo Sarabia (3.), Kylian Mbappé (74./90.+1) und Mauro Icardi (76.). Am 11. März soll PSG die Mannschaft von Borussia Dortmund zum Rückspiel im Achtelfinale der Champions League empfangen. Ob es dazu kommt, ist aber noch fraglich, nachdem der Verteidigungs- und Ministerrat am Samstag entschied, wegen der Infektionsgefahr durch das neuartige Coronavirus Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen in Frankreich zu untersagen.

          Erst 75 Minuten vor dem Anpfiff hatte Paris Saint-Germain mitgeteilt, dass die Partie gegen Dijon überhaupt stattfinden kann. Der für Sonntag geplante Halbmarathon in Paris wurde hingegen abgesagt. Die Pariser, bei denen der deutsche Rechtsverteidiger Thilo Kehrer in der Startformation stand und Julian Draxler nach 17 Minuten für den angeschlagenen Angel de Maria eingewechselt wurde, führen die Tabelle weiter mit 13 Punkten Vorsprung vor Olympique Marseille an, das bereits am Freitag in Nimes mit 3:2 gewonnen hatte.

          Die italienische Fußballliga verschob derweil fünf Partien der Serie A dieses Wochenendes auf den 13. Mai verschoben. Darunter ist die Spitzenbegegnung zwischen dem Tabellenführer und Meister Juventus Turin und dem aktuell Drittplazierten Inter Mailand, die ursprünglich am Sonntagabend stattfinden sollte. Das teilte die Liga am Samstag mit. Die weiteren betroffenen Spiele sind AC Mailand gegen CFC Genua 1893, Parma gegen Spal Ferrara, Sassuolo gegen Brescia und Udinese gegen AC Florenz. Die Spiele sollten wegen des Coronavirus-Ausbruchs zunächst ohne Zuschauer stattfinden.

          Neuer Spitzenreiter ist nun erst einmal Lazio Rom dank des 2:0 (2:0)-Erfolges am Samstag gegen den FC Bologna. Luis Alberto (18.) und Joaquín Correa (21.) sorgten per Doppelschlag dafür, dass Lazio dank eines mehr absolvierten Spiels nun zwei Punkte vor Juventus und vier vor Inter liegt. Betroffen von der Verschiebung ist auch das Finale im italienischen Pokal, das ursprünglich für den 13. Mai, einen Mittwoch, geplant war. Es soll nun eine Woche später am 20. Mai steigen, wie die Liga ankündigte.

          Italien verzeichnet mit rund 900 Infizierten bis Freitag den größten Ausbruch von Sars-CoV-2 in Europa. 21 Menschen sind an der Erkrankung Covid-19 in dem Land bereits gestorben – besonders viele im Norden. Bereits am vergangenen Wochenende hatte es in der Serie A Spielabsagen gegeben. Einige Partien finden aber trotzdem statt.

          Rio-Weltmeister Lukas Podolski wird für seinen neuen Arbeitgeber Antalyaspor immer wertvoller. Beim 2:2 (0:1) gegen Fenerbahce Istanbul mit dem früheren Bundesliga-Star Max Kruse bereitete der 34 Jahre alte Podolski beide Treffer der Gastgeber vor. In der Nachspielzeit kassierte das Podolski-Team allerdings noch den Treffer zum 2:2. In der 52. Minute war „Prinz Poldi“ Vorlagengeber für den Brasilianer Amilton, fünf Minuten später bediente der frühere Kölner und Münchner Hakan Özmert. In der 63. Minute wurde Podolski, der vor Wochenfrist das Siegtor für seinen neuen Arbeitgeber bei Yeni Malatyaspor erzielt hatte, verwarnt. Vedat Muriqi (35.) hatte das 1:0-Führungstor für Fenerbahce erzielt, in der siebten Minute der Nachspielzeit war Miha Zahic zum Ausgleich für Fener erfolgreich.

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