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Premier League : Die Krise des FC Liverpool wird immer schlimmer

  • Aktualisiert am

Wieder steht der FC Liverpool mit leeren Händen da nach einem Spiel. Bild: Reuters

Vier Heimniederlagen in Serie kassierte der FC Liverpool zuletzt vor fast 100 Jahren. Nun gibt es ein 0:2 gegen Stadtrivalen FC Everton. Dabei zieht sich Jürgen Klopps Kapitän eine Verletzung zu.

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          Der Negativlauf von Jürgen Klopp und seinem FC Liverpool in der englischen Premier League nimmt historische Dimensionen an. Der Titelverteidiger verlor das Stadtderby gegen den FC Everton 0:2 (0:1) und kassierte die bereits vierte Niederlage in Serie. In der Ära Klopp gab es das noch nie – zum bis dato letzten Mal legten die Reds im Dezember 2002 einen solchen Negativlauf hin. Es war auch die vierte Heimniederlage der Reds – das gab es zuletzt vor fast 100 Jahren im Dezember 1923.

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          Die erfolgreiche Titelverteidigung hatte Teammanager Klopp bereits zuvor abgehakt, doch nun droht Liverpool auch den Anschluss an die Champions-League-Plätze zu verlieren. Als Sechster haben die Reds drei Zähler Rückstand auf Platz vier, der für die Königsklasse genügt. ZUr Niederlage kommen neue Verletzungssorgen für Klopp- Kapitän Jordan Henderson vergrößerte die Probleme in der Defensive, als er nach einer halben Stunde mit einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel ausgewechselt werden musste. Es droht auch ihm eine Pause.

          Trotz deutlich mehr Ballbesitz und zahlreichen Torchancen gelang dem Titelverteidiger kein Treffer – Everton dagegen schlug gleich zu Beginn durch Richarlison (3. Minute) zu und zog in der Tabelle nach Punkten mit dem Rivalen gleich. Everton, trainiert vom ehemaligen Bayern-Coach Carlo Ancelotti, konzentrierte sich fortan auf die Defensive und brachte den ersten Sieg an der Anfield Road seit September 1999 mit etwas Glück über die Zeit. Ein umstrittener Foulelfmeter, den Gylfi Sigurdsson (83.) verwandelte, sorgte für die Entscheidung. Dominic Calvert-Lewin war von Trent Alexander-Arnold gefoult worden. Die knappe Entscheidung zum Strafstoß wurde durch den Videoschiedsrichter bestätigt.

          Scharfe Kritik von Tuchel

          Teammanager Thomas Tuchel vom FC Chelsea kritisierte seinen Offensivspieler Callum Hudson-Odoi ungewöhnlich hart öffentlich. Tuchel hatte den englischen Nationalspieler beim 1:1 (0:1) beim FC Southampton nach der Pause gebracht und bereits in der 76. wieder ausgewechselt. „Wir verlangen 100 Prozent“, sagte Coach: „Ich war nicht zufrieden mit seiner Einstellung, Energie und Gegenpressing. Er ist nicht in der Form, uns zu helfen. Ich war mit seiner Körpersprache nicht zufrieden.“

          Allerdings, fügte Tuchel an, sei „morgen wieder alles vergessen“ – und Hudson-Odoi habe „weiterhin jede Chance“, sich für weitere Einsätze zu empfehlen. Zum Beispiel beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Atletico Madrid am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN).

          Die Siegesserie von Tuchel in der englischen Premier League riss in Southampton. Mit den deutschen Nationalspielern Timo Werner und Antonio Rüdiger in der Startelf kamen die Londoner nach zuletzt fünf Erfolgen nacheinander nur zu einem Remis beim von Ralph Hasenhüttl trainierten Gegner. Kai Havertz stand verletzungsbedingt nicht im Kader. Tuchel, seit Ende Januar bei den Blues, hatte aus seinen ersten sechs Pflichtspielen mit Chelsea fünf Siege und ein Unentschieden geholt.

          Die Serie endete, weil Chelsea gegen die sehr aufmerksame Defensive der Saints zunächst kaum Lücken fand. Dafür bewies Mason Mount (54.) vom Elfmeterpunkt Nervenstärke und sorgte für den Ausgleich. Zuvor hatte Southampton eiskalt durch den aus Liverpool geliehenen Takumi Minamino (33.) zugeschlagen. Jannik Vestergaard köpfte den Ball in der 74. Minute noch an den Querbalken. Für die Saints endete ein Negativlauf von zuletzt sechs Niederlagen in der Liga am Stück.

          Lazio Rom stimmte sich unterdessen mit einem Sieg in der italienischen Serie A auf das Champions-League-Duell mit dem FC Bayern ein. Der Hauptstadtklub setzte sich am Samstag mit 1:0 (1:0) gegen Sampdoria Genua durch und schob sich vorerst an Meister Juventus Turin vorbei auf Rang vier. Den entscheidenden Treffer zum siebten Heimerfolg in einem Pflichtspiel nacheinander erzielte der Spanier Luis Alberto in der 24. Minute mit einem Schuss aus rund 13 Metern.

          Lazio empfängt den Königsklassen-Titelverteidiger aus München am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) zum Achtelfinal-Hinspiel. Lazio hat seit Mitte Dezember alle Partien im heimischen Olympiastadion gewonnen. Das entscheidende Duell des Teams von Trainer Simone Inzaghi mit den Bayern steht dann am 17. März beim deutschen Rekordmeister an. In der Liga liegen die Römer derzeit punktgleich hinter Stadtrivale AS wieder auf einem Champions-League-Rang, haben aber bereits zwei Spiele mehr als Juve mit Superstar Cristiano Ronaldo absolviert.

          Auf dem Weg zum elften Meistertitel in Spanien patzte Tabellenführer Atletico Madrid zum zweiten Mal binnen vier Tagen gegen UD Levante. Nach dem 1:1 im Mittwoch in einem Nachholspiel unterlagen die Rojiblancos am Samstag mit 0:2 (0:1). Jose Morales (30.) und Jorge de Frutos (90.+5) trafen für den Underdog.

          Der Vorsprung des Tabellenführers schrumpfte am Abend auf drei Punkte zusammen, da Stadtrivale Real Madrid beim Vorletzten Real Valladolid mit 1:0 (0:0) gewann. Das Tor des Tages erzielte Casemiro, der in der 65. Minute nach einem Freistoß von Rio-Weltmeister Toni Kroos per Kopfball-Aufsetzer traf. Am Sonntag (14.00 Uhr bei DAZN) könnte der FC Barcelona mit einem Sieg über den FC Cadiz auf sechs Punkte an Atlético heranrücken, bei gleicher Anzahl von Spielen. Real hat eine Begegnung mehr ausgetragen als die beiden Rivalen.

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