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Premier League : Liverpool im Glück – Schlimmer Fehler von Leno

  • Aktualisiert am

Sadio Mané erzielte das goldene Tor für den FC Liverpool. Bild: EPA

Die Mannschaft von Jürgen Klopp bleibt im 50. Premier-League-Heimspiel in Serie ungeschlagen und kommt dem Titel immer näher. Beim 1:0-Sieg hat Liverpool aber auch Glück. Nicht so gut läuft es für Arsenal im Derby.

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          Jürgen Klopp und der FC Liverpool haben den nächsten Schritt zum Gewinn der englischen Meisterschaft gemacht. Zum Abschluss des Fußball-Jahres 2019 gewann der Champions-League-Sieger am Sonntag gegen die Wolverhampton Wanderers mit 1:0 (1:0). Sadio Mané erzielte in der 42. Minute den einzigen Treffer für das Team des deutschen Trainers. In der Premier League führen die Reds nach dem zehnten Liga-Sieg in Serie die Tabelle weiterhin bei einem noch auszutragenden Nachholspiel mit 13 Punkten vor Leicester City an.

          Die Klopp-Elf dominierte die erste Hälfte, doch Stürmerstar Mohamed Salah und Co. trafen das Tor nicht. Kurz vor der Pause schoss Mané nach Vorarbeit von Adam Lallana zum 1:0 ein. Nach Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter wegen eines vermeintlichen Handspiels gab der Referee das Tor. Mit dem ersten Torschuss sorgte Pedro Neto auf der Gegenseite noch in der ersten Hälfte für den überraschenden Ausgleich. Doch in der Entstehung stand João Moutinho mit bloßem Auge nicht zu sehen im Abseits. „Meine Gedanken sind in diesen schweren Zeiten beim Fußball“, witzelte der frühere Weltklasse-Stürmer und VAR-Gegner Gary Lineker.

          Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste stärker. Nach einem Fehler von Abwehrchef Virgil van Dijk parierte Keeper Alisson einen Schuss von Diogo Jota. Die Gastgeber kamen dagegen kaum zu Abschlüssen und spielten ihre Gelegenheiten zu umständlich aus. In der Schlussphase drückten die Wolves, Liverpool zitterte. Doch Klopps Schützlinge retteten den Vorsprung über die Zeit und blieben auch im 50. Premier-League-Heimspiel in Serie ungeschlagen.

          Der FC Arsenal verlor derweil das London-Derby gegen den FC Chelsea durch späte Treffer noch mit 1:2 (1:0). Beim Heimdebüt von Trainer Mikel Arteta gingen die Gastgeber am Sonntag durch den früheren Dortmunder Fußball-Profi Pierre-Emerick Aubameyang nach einer Ecke von Mesut Özil in Führung (13. Minute). Jorginho (83.) nach einem Patzer von Torhüter Bernd Leno und Tammy Abraham (87.) drehten die Partie aber noch. Chelsea bleibt Tabellen-Vierter. „Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir die Tore kassiert haben“, sagte Arteta, der mit seiner Mannschaft auf Rang zwölf abrutschte.

          Beim zweiten Auftritt unter Coach Arteta wurde die Handschrift des Spaniers lange Zeit sichtbar: Arsenal agierte deutlich aggressiver und hatte mit Özil einen klugen Spielgestalter. Der zuletzt häufig kritisierte frühere Nationalspieler leitete zudem die Führung ein. Seine Ecke köpfte nach Verlängerung von Calum Chambers Torjäger Aubameyang zum 1:0 ins Netz. Chelsea kam im zweiten Abschnitt deutlich besser ins Spiel, dominierte teilweise das Match und wurde belohnt. Ein schlimmer Fehler von Leno, der an einer Freistoß-Flanke vorbei sprang, drückte Jorginho über die Linie. „Es ist unsere Aufgabe, ihn wieder aufzubauen“, sagte Arteta über den Deutschen. Abraham sorgte nur drei Minuten später für die Entscheidung.

          Özil erhielt bei seiner Auswechslung in der 76. Minute viel Beifall. Die beiden deutschen Abwehrspieler Antonio Rüdiger und Arsenals Shkodran Mustafi prallten nach einer Ecke mit den Köpfen zusammen und mussten lange behandelt werden. Rüdiger spielte mit einem Kopfverband weiter, auch der eingewechselte Mustafi blieb auf dem Rasen.

          Manchester City festigte den dritten Tabellenplatz. Durch das knappe 2:0 (0:0) am Sonntag gegen Sheffield United beenden die Citizens das Fußball-Jahr 2019 mit 41 Zählern hinter dem Spitzenduo Liverpool (55 Punkte) und Leicester (42) sowie vor dem FC Chelsea (35). Der Argentinier Sergio Agüero (52. Minute) und der frühere Bundesliga-Profi Kevin De Bruyne (82.) trafen für die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola, der seinen 100. Sieg im 134. Premier-League-Match feiern durfte.

          Die Elf des früheren Bayern-Trainers hatte mit dem Überraschungs-Aufsteiger lange Zeit große Probleme. Sheffield hatte De Bruyne meist gut unter Kontrolle und konterte zudem immer wieder gefährlich. City hatte sogar Glück: Das vermeintliche 0:1 durch Lys Mousset annullierte der Video-Assistent (29.) wegen einer Abseitsstellung. Kurz vor der Pause vergab Mousset erneut frei vor Ersatzkeeper Claudio Bravo (40.). In der zweiten Halbzeit kam Man City mit mehr Druck aus der Kabine. Einen klugen Pass von De Bruyne verwandelte Torjäger Agüero mit seinem zehnten Saisontreffer zur etwas glücklichen Führung. Acht Minuten vor dem Ende schloss der frühere Wolfsburger De Bruyne eine schöne Einzelleistung zum 2:0-Endstand ab.

          Die Glasgow Rangers stoppten unterdessen die fast drei Monate anhaltende Siegesserie von Celtic Glasgow und rückten in der schottischen Premiership bis auf zwei Punkte an den Erzrivalen heran. Die Mannschaft von Trainer Steven Gerrard gewann das brisante Fußball-Duell am Sonntag mit 2:1 (1:1) und hat in der laufenden Saison sogar noch ein Spiel weniger ausgetragen. Die bis dato letzte Niederlage hatte Tabellenführer Celtic am 6. Oktober mit 0:2 beim FC Livingston kassiert.

          Ryan Kent brachte die Rangers vor 58.902 Zuschauern in der 36. Minute in Führung, doch schon sechs Minuten später erzielte Odsonne Edouard den Ausgleich. Der Kroate Nikola Katic sorgte nach der Pause für einen der eher seltenen Siege der Rangers gegen Celtic (56.). Dass Alfredo Morelos vom Siegerteam in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot sah, hatte keine Auswirkung mehr auf das Prestigeduell. Celtic bleibt nach 20 Spielen mit 52 Punkten vorn, die Rangers haben in bisher 19 Partien 50 Zähler geholt.

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