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Klopps Team siegt bei Arsenal : „Liverpool sieht wieder wie Liverpool aus“

  • Aktualisiert am

Neue Brille, alte Klasse: Jürgen Klopp freut sich über Liverpools Sieg bei Arsenal. Bild: Reuters

Thomas Tuchel ist nach der Blamage mit Chelsea fassungslos. Ganz anders sieht es bei Jürgen Klopp aus. Mit Liverpool gelingt ein deutlicher Sieg bei Arsenal. Und plötzlich ist die Hoffnung zurück.

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          Seine erste Niederlage mit dem FC Chelsea geriet für Thomas Tuchel zum Albtraum. Während der 2:5-Klatsche gegen West Bromwich Albion griff sich der Chelsea-Coach am Spielfeldrand mehrfach fassungslos an die Stirn. „Es ist wichtig, dass wir das verdauen“, sagte Tuchel am Samstag nach dem Abpfiff, „denn es ist eine Menge zu verdauen“.

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          Die Heimpleite war ein harter Rückschlag im Kampf um einen Champions-League-Platz. Plötzlich sitzt Tuchel sein deutscher Trainerkollege Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool wieder im Nacken. Beim 3:0-Auswärtssieg über den FC Arsenal präsentierte sich der Meister nach langer Zeit wieder in Bestverfassung.

          Der FC Chelsea war gegen West Brom eine knappe halbe Stunde lang das überlegene Team und ging durch den früheren Dortmunder Christian Pulisic (27. Minute) verdient in Führung. Doch als Thiago Silva zwei Minuten später Gelb-Rot sah, gerieten die Blues mit Nationalspieler Timo Werner in der Sturmspitze völlig aus dem Konzept. Seine Mannschaft sei „eingerostet“ und „schlampig“ aufgetreten, meckerte Tuchel. Alles, was schiefgehen konnte, sei schiefgegangen: „Das war heute eindeutig nicht unser Tag.“

          „Das habe ich nicht kommen sehen“

          „Wir haben vor der Halbzeit zwei sehr leichte Gegentore kassiert“, sagte Tuchel über die zwei Tore des früheren Nürnbergers Matheus Pereira (45.+2/45.+4). „Mit unserer Qualität ist es absolut unnötig, fünf Gegentore zu kassieren, auch wenn man einer weniger ist.“ Noch dazu gegen den Tabellenvorletzten. Callum Robinson (63./90.+1) und Mbaye Diagne (68.) machten die Chelsea-Blamage perfekt. Mehr als das Tor von Mason Mount (71.) gelang den Londoner nicht mehr.

          Zuvor war Chelsea in 14 Spielen unter Tuchel unbesiegt. „Wenn wir auf dieses Spiel in vier Wochen zurückblicken, können wir es hoffentlich einen Weckruf nennen“, sagte der 47-Jährige, der gerade zum „Trainer des Monats“ der Premier League gekürt wurde, „denn das würde bedeuten, dass wir wirklich aufgewacht sind und eine neue Serie gestartet haben.“ Zunächst geht es am Mittwoch im Viertelfinalhinspiel der Königsklasse gegen den FC Porto.

          „Das habe ich nicht kommen sehen. Jeder Schuss von denen war ein Tor“, haderte Tuchel, für den es die ersten Gegentore an der Stamford Bridge überhaupt waren. Der ganze Klub sei „sehr enttäuscht, weil wir es hassen zu verlieren. Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und das Vertrauen in diese Spieler verlieren“, sagte der 47-Jährige.

          Dabei dürfte er auch an Timo Werner gedacht haben. Eigentlich, so Tuchels Plan, sollte sich der Nationalspieler nach seinem tragischen Fehlschuss für das DFB-Team gegen Nordmazedonien (1:2) den Frust von der Seele schießen. Doch nach dem Hohn und Spott der vergangenen Tage setzte sich die Torflaute auch im Blues-Trikot fort, obwohl Tuchel seinen Angreifer zuletzt demonstrativ gestärkt hatte. Dabei hätte Werner durchaus frisches Selbstvertrauen tanken können.

          Vor dem Anschlusstreffer durch Mount zögerte der 25-Jährige allerdings mit dem Ball am Fuß, verpasste den richtigen Moment für den Abschluss und legte schließlich seinem Mitspieler das Tor auf. Für Werner bleibt es bei nur zwei Treffern für Chelsea in den vergangenen rund fünf Monaten. Die „Blues“ indes kassierten erstmals seit 2011 wieder fünf Gegentore im eigenen Stadion. Kai Havertz wurde eingewechselt, Antonio Rüdiger kam nicht zum Einsatz.

          Um einen Champions-League-Startplatz in der nächsten Saison müssen die Blues weiter zittern, denn die Reds rückten in der Tabelle bis auf zwei Punkte ran. „Das war ein wichtiges Statement von uns“, sagte der strahlende Liverpool-Trainer Jürgen Klopp – mit neuer John-Lennon-Brille – nach dem klaren 3:0-Erfolg in London. „Wir müssen zeigen, dass wir dafür kämpfen.“

          Beim schwachen FC Arsenal war der Meister klar überlegen, aber erst nach einer Stunde erlöste Diogo Jota die Klopp-Elf. Der Portugiese, der im Januar und Februar verletzungsbedingt gefehlt hatte, traf zwei Minuten nach seiner Einwechslung und legte später nach (64./82.). Mohamed Salah (68.), in dieser Spielzeit oft kritisiert, erzielte immerhin sein 18. Saisontor – in der Vorsaison waren es insgesamt 19.

          „Liverpool sieht wieder wie Liverpool aus“, lobte der „Telegraph“ drei Tage vor dem Champions-League-Match bei Real Madrid am Dienstag, das der deutsche Schiedsrichter Felix Brych leiten wird. Als Assistenten an der Seitenlinie sind für Brych, der seit 2008 in der Königsklasse zum Einsatz kommt und mit 62 Spielen Rekord-Schiedsrichter ist, Mark Borsch und Stefan Lupp dabei, Vierter Offizieller ist Tobias Stieler. Marco Fritz und Sascha Stegemann fungieren als Video-Assistenten. Die Königsklasse ist die letzte Chance auf einen Titel für die Reds, die in der Liga 25 Punkte Rückstand auf die Spitze haben.

          Hingegen hat Tabellenführer Manchester City noch die Gelegenheit, ein historisches Titel-Quadrupel zu holen. Borussia Dortmunds Königsklassen-Gegner am Dienstag ist in allen Wettbewerben noch dabei. Und nach dem 2:0 bei Leicester City fehlen Pep Guardiolas Starensemble nur noch maximal elf Punkte zur siebten englischen Meisterschaft – oder wie Guardiola es formulierte: „Wir brauchen noch vier Siege, um den Titel zu gewinnen.“

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