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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Auf Klopps Wutrede folgt die große Show

Trainer Jürgen Klopp (links) bedankt sich bei Vierfach-Torschütze Mohamed Salah. Bild: Reuters

Liverpool-Trainer redet sich in Rage. Barcelona siegt, Atlético patzt. Torfestival bei Real mit überragendem Ronaldo. Bayern- und Leipzig-Gegner verlieren. Spieler prügeln sich in Frankreich. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Bisweilen sind Pressekonferenzen zähe Angelegenheiten ohne großen Erkenntnisgewinn. Bei Jürgen Klopp ist das seit jeher anders. Das wissen auch alle Fans der englischen Premier League. Seit der deutsche Trainer 2015 zum FC Liverpool kam, gab es schon manch legendäre Runde, die beste Unterhaltung bot. Schon die Präsentation geriet zum großen Spaß, als er sich in Anlehnung an José „The Special One“ Mourinho als „The Normal One“ vorstellte. Das kam auf der Insel, auf der sie einen ganz eigenen Humor pflegen, nicht zuletzt im Fußball, gut an. Klopp kann aber auch nicht nur witzig.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Vor dem Spiel gegen den FC Watford war die Laune von Klopp im Keller. Erst bescherte das Los im Viertelfinale der Champions League den Kracher gegen Ligarivale Manchester City. Kurz darauf gab der englische Ligaverband bekannt, dass das Derby gegen den FC Everton zwischen den Spielen in der Königsklasse auf Samstag, 12.30 Uhr Ortszeit festgelegt wurde – 60 Stunden nach dem ersten Duell mit Pep Guardiola. Dessen Team muss erst um 17.30 Uhr spielen. „Ich bin wütend“, sagte Klopp. „Ich kenne Länder, die ihre Spiele verschieben, damit die Teams in richtiger Form antreten können.“ Das aber dürfte in England anhand der hoch dotierten TV-Verträge nur schwer möglich sein.

          Doch er ließ nicht locker: „Wer auch immer den Spielplan gemacht hat, hat nicht gedacht, dass wir weiterkommen. Und dann: Ups! Es ist ja nur Liverpool. Ich kann es nicht anders sehen“, sagte Klopp. Letztlich fragte ein Reporter, wann er lieber gespielt hätte. „Setzt es zu einer normalen Zeit an und nicht zum Frühstück.“ Immerhin wissen nun alle, wie spät der Trainer die erste Mahlzeit des Tages einzunehmen pflegt. Einen Tag später besiegte Liverpool Watford mit 5:0. Mohamed Salah erzielte vier Tore – und auch Klopps Laune war wieder deutlich besser nach der großen Show des Ägypters.

          In der englischen Liga gab es am Wochenende nur ein kleines Programm. Huddersfield Town, der Aufsteiger vom deutsch-amerikanischen Trainer David Wagner verlor das Kellerduell mit Crystal Palace. Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt nun nur noch drei Punkte.

          Die anderen Teams waren größtenteils im Viertelfinale des FA Cups aktiv. Tottenham Hotspur (3:0 bei Swansea City), FC Southampton (2:0 bei Wigan Athletic), FC Chelsea (2:1 nach Verlängerung bei Leicester City) und Manchester United (2:0 gegen Brighton & Hove Albion) stehen nun im Halbfinale.

          In der spanischen Primera División ist der FC Barcelona weiter auf dem Weg zum Meistertitel. Gegen Athletic Bilbao machten die Katalanen früh alles klar. Paco Alcacer traf schon nach acht Minuten, dann schlug Lionel Messi wieder zu – auf Vorarbeit des früheren Dortmunders Ousmane Dembélé.

          Die noch geringe Chance auf den Titel verspielte Atlético Madrid in einem hektischen Spiel beim FC Villarreal. Zwar gingen die Gäste durch Antoine Griezmann in Führung. Doch Joker Enes Ünal drehte die Partie in der Schlussphase. Zu allem Überfluss gab es noch die Rote Karte für Atléticos Vitolo.

          Pünktlich zu den heißen Wochen der Saison läuft auch Cristiano Ronaldo wieder zur Höchstform auf. Der Weltfußballer war der überragende Spieler beim Torfestival von Real Madrid. Gegen den starken Aufsteiger FC Girona steuerte er beim 6:3 gleich vier Tore bei.

          Mit dem Titelrennen hat der FC Sevilla nichts zu tun. In diesem Jahr ist er in der Champions League aber noch dabei und trifft im Viertelfinale auf den FC Bayern. Die 1:2-Niederlage des andalusischen Teams bei CD Leganes dürfte den Münchnern aber keine Sorgen vor dem Duell im April machen.

          Meister und Pokalsieger Juventus Turin wollte in der italienischen Serie A einen weiteren Schritt zum siebten Meistertitel in Serie machen. Doch beim kecken Aufsteiger SPAL Ferrara, der im vergangenen Sommer nach 49 Jahren wieder in die erste Liga aufstieg, reichte es nur zu einem torlosen Remis.

          Verfolger SSC Neapel nutzte die Chance, um wieder ein wenig Boden gutzumachen im Kampf um den Titel. Aus vier Punkten Rückstand wurden nur noch zwei. Beim 1:0-Heimsieg über den FC Genua musste Napoli aber lange warten, ehe Abwehrspieler Raul Albiol das einzige Tor der Partie erzielte.

          Inter Mailand kämpft um die Qualifikation zur Champions League. Mit AS Rom, Lazio Rom, Stadtrivale AC Milan und Inter streiten vier sehr prominente Namen um zwei Plätze. Die Blau-Schwarzen siegten dabei 5:0 bei Sampdoria Genua. Überragend war Mauro Icardi mit vier Toren in nur 21 Minuten.

          Auch ohne den verletzten Neymar ist Paris St. Germain in der französischen Ligue 1 klar auf Kurs Meisterschaft. Bei OGC Nizza vom früheren Bundesliga-Trainer Lucien Favre geriet PSG aber in Rückstand. Doch Angel di Maria und Dani Alves drehten mit ihren Toren die Partie noch.

          Meister AS Monaco festigte seinen zweiten Platz durch einen Sieg über OSC Lille. Dahinter entschied Olympique Lyon das Spitzenspiel gegen Olympique Marseille für sich. Der Gegner von RB Leipzig im Viertelfinale der Europa League unterlag in einem turbulenten Spiel mit 2:3 im eigenen Stadion.

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