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Fußball in England : Liverpool besiegt Arsenal in völlig verrücktem Spiel

  • Aktualisiert am

Liverpool setzt sich im Ligapokal gegen Arsenal durch. Bild: Reuters

Der Ligapokal ist nicht der wichtigste Wettbewerb in England. Liverpool und Arsenal mit Mesut Özil liefern sich dennoch ein Spektakel mit zehn Toren. Im Elfmeterschießen versagen einem Spieler die Nerven.

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          Jürgen Klopp tanzt mit dem FC Liverpool weiter auf vier Hochzeiten, das Achtelfinale im Ligapokal kostete den Teammanager des Tabellenführers der englischen Premier League aber reichlich Nerven. Eine verrückte Partie gegen den FC Arsenal gewannen die Reds mit 5:4 im Elfmeterschießen, nachdem es nach der regulären Spielzeit 5:5 (2:3) gestanden hatte. Aufseiten der Londoner erhielt Mesut Özil erstmals seit fünf Wochen wieder eine Chance und war an drei Treffern beteiligt.

          Manchester United gewann das zweite Achtelfinal-Topspiel beim FC Chelsea 2:1 (1:0), Marcus Rashford avancierte mit einem Doppelpack (25./Foulelfmeter, 73.) zum Matchwinner für United. Für Chelsea traf der ehemalige Dortmunder Michy Batshuayi (61.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Liverpool und Arsenal gingen mit einer B-Elf ins Spiel. Der frühere Nationalspieler Özil leitete das 1:1 und das 3:1 für Arsenal mit geschickten Pässen ein, das 4:2 bereitete er per Hacke direkt vor.

          Weniger glücklich lief es für Arsenals früherem deutschen Nationalspieler Shkodran Mustafi, der das Scheibenschießen mit einem Eigentor (6.) eröffnete. Für Liverpool trafen zudem Kapitän James Milner (43./Foulelfmeter), Alex Oxlade-Chamberlain (58.) sowie Divock Origi, der die Reds per Doppelpack (62./90+4.) ins Elfmeterschießen rettete.

          Özil war da schon nicht mehr auf dem Platz, beim Stand von 4:4 wurde der zuletzt zum Ersatzspieler degradierte Weltmeister von 2014 ausgewechselt (65.). Aufseiten von Arsenal waren Lucas Torreira (19.), Sturm-Talent Gabriel Martinelli (26./36.), Ainsley Maitland-Niles (54.) und Joe Willock (70.) erfolgreich. Im Elfmeterschießen scheiterte Arsenals Daniel Ceballos an Reds-Keeper Caoimhin Kelleher, während alle fünf Klopp-Schützlinge souverän trafen.

          Nach dem Spiel drohte Klopp freilich mit einem Boykott der Partie der nächsten Runde gegen Aston Villa. Das Spiel ist für den 17. Dezember terminiert. Am Tag darauf muss Liverpool im Halbfinale der Klub-WM in Qatar antreten als Champions-League-Sieger. „Wenn es da keine vernünftige Lösung gibt, dann spielen wir nicht“, sagte Klopp laut „The Guardian“. Derzeit wird diskutiert, das Spiel in die zweite Januar-Woche zu verlegen.

          Cristiano Ronaldo schoss den italienischen Rekordmeister Juventus Turin derweil wieder an die Tabellenspitze der Serie A. Der Superstar entschied ein wildes Spiel gegen den CFC Genua – mit einem verwandelten Elfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte er für das 2:1 (1:1). Juve spielte fast die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl, insgesamt gab es drei Platzverweise. Damit verdrängte Juve wieder Inter Mailand von der Tabellenspitze, das am Dienstag ein 2:1 (1:0) bei Brescia Calcio vorgelegt hatte. Turin hat einen Zähler mehr als Inter auf dem Konto, Genua belegt Platz 17.

          Leonardo Bonucci (36.) brachte Turin am Mittwoch per Kopf in Führung, Cristian Kouame (41.) glich noch vor der Pause aus. Der Abschluss des Ivorers wurde abgefälscht, Juve-Keeper Gianluigi Buffon war ohne Abwehrchance. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Genuas Francesco Cassata (51.) spielte Turin fortan in Überzahl. Auch Federico Marchetti, Ersatzkeeper der Gäste, sah Rot (61.). Beim Titelverteidiger aus Turin musste Adrien Rabiot (87.) ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Dann bewies Ronaldo vom Elfmeterpunkt Nervenstärke.

          Der spanische Rekordmeister Real Madrid eroberte unterdessen mit seinem höchsten Saisonsieg in der Primera Division den zweiten Tabellenplatz. Am elften Spieltag besiegten die Königlichen den Madrider Vorortklub CD Leganes 5:0 (3:0) und schoben sich damit bis auf einen Punkt an Spitzenreiter FC Barcelona heran. Im Estadio Santiago Bernabeu trafen Rodrygo (7.), Toni Kroos (8.), Sergio Ramos (24., Foulelfmeter), Karin Benzema (69., Foulelfmeter) und der frühere Frankfurter Luka Jovic (90+1.) für die in dieser Saison bis dato selten überzeugend spielenden Madrilenen.

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