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DFB-Pokal-Achtelfinale : Rostock will mal den Ligastress ganz vergessen

  • -Aktualisiert am

Torjäger bei Hansa Rostock in Aktion: John Verhoek Bild: dpa

Gegen Bundesligaklub RB Leipzig ist Hansa nur krasser Außenseiter. Doch der DFB-Pokal könnte Mut machen für die wichtigeren Aufgaben in der zweiten Bundesliga, in der es zuletzt nicht so gut lief.

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          Robert Marien ist ein netter Mann. Sagt er selbst. Deshalb geht er auch ans Telefon, wenn er eigentlich keine Zeit hätte. Als Präsident von Hansa Rostock ist Marien viel beschäftigt. Konferenzen, Mitarbeitergespräche, Transferperiode, und dann steht am Mittwoch noch das DFB-Pokal-Spiel bei RB Leipzig an (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky). Nicht dass dieses Achtelfinale ungelegen käme, es ist nur so, dass die Prioritäten in Rostock derzeit andere sind. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Liga“, sagt Marien, der dadurch das Pokalspiel aber nicht schmälern möchte.

          DFB-Pokal

          „Trotzdem freuen wir uns sehr auf das Duell mit RB. Das ist ein echtes Highlight, das sich die Spieler verdient haben. Und gegen einen Einzug ins Viertelfinale hätte ich auch nichts einzuwenden“, sagt Marien. Nicht zuletzt weil dieser dem finanziell wenig gesegneten Klub recht hübsche, im Budget nicht vorhergesehene Einnahmen sichern würde. Mehr als Geld braucht Hansa aber Punkte. Das sieht auch der finanzbewusste Marien so. „Die Liga dient unserem täglichen Broterwerb, das ist bei uns nicht anders als beim FC Bayern“, sagt er.

          Dort läuft es nach etwas mehr als einem halben Jahr wie erwartet. Hansa hat als Aufsteiger mal gute und mal weniger gute Tage, die weniger guten überwogen zuletzt, seit sechs Spielen wartet Hansa in der Liga auf einen Sieg. Platz 15 ist die Konsequenz. Der würde am Ende gerade noch genügen, um die Klasse zu halten. „Solange drei Mannschaften hinter uns liegen, befinden wir uns im Soll“, sagt Marien, der sich bereits nach dem Aufstieg keinen großen Illusionen hingeben wollte. Abstiegskampf, das war von Anbeginn die Realität, der sich die Rostocker stellen wollten und nun auch müssen.

          „Das ist schon was Besonderes“

          Besser läuft es im Pokal. In der Runde zuvor siegte Hansa überraschend beim Ligarivalen Jahn Regensburg, zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenzweiter der zweiten Liga. Unter den letzten sechzehn stand Hansa seit dreizehn Jahren nicht mehr. Auch für Trainer Jens Härtel und die meisten Spieler ist diese Runde ungewohntes Terrain. „Ich bin seit über 15 Jahren Trainer und stehe zum ersten Mal im Achtelfinale des DFB-Pokals. Das ist schon was Besonderes, und so wollen wir es auch angehen. Ein Achtelfinale hat man nicht jedes Jahr. Darauf sollten wir uns freuen und versuchen, uns gegen so eine Mannschaft wie RB zu beweisen, und uns nicht verstecken“, sagt Härtel.

          Was auf seine Spieler in Leipzig zukommt, weiß er nur zu gut. Vor neun Jahren wechselte Härtel zu RB ins Nachwuchsleistungszentrum. Sein Auftrag: Die A-Jugend von der Regionalliga in die Bundesliga führen. Das schaffte er problemlos, die Zusammenarbeit endete trotzdem nach zwölf Monaten. Von Unstimmigkeiten mit dem damaligen Leipziger Sportdirektor Ralf Rangnick ist die Rede.

          In Rostock trainiert Härtel nun schon seit drei Jahren, auch das ist Teil von Hansas Erfolgsgeschichte der jüngeren Vergangenheit. Kontinuität fehlte dem Klub nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2005 lange auf den entscheidenden Positionen. Inzwischen ist das anders. Das Spiel in Leipzig möchte Härtel nutzen, um nach den schwierigen vergangenen Wochen mit seinen Spielern aus dem Alltag auszubrechen. Der Druck ist, anders als in der Liga, gering. „Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei Leipzig. Wir fahren da als Außenseiter hin, aber in dieser Rolle fühlen wir uns ganz wohl“, sagt Härtel. So wohl, dass sich niemand beim FC Hansa gegen eine weitere Runde im Pokal sträuben würde.

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