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FC Chelsea : Ballack verliert seinen Trainer Scolari

  • Aktualisiert am

Bye-bye: Felipe Scolari muss gehen Bild: ddp

Michael Ballack muss sich an einen neuen Trainer gewöhnen: Felipe Scolari wurde in Abwesenheit des deutschen Nationalmannschaftskapitäns beim FC Chelsea entlassen. Interimstrainer ist der bisherige Assistent Ray Wilkins.

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          In Abwesenheit von Michael Ballack (siehe: Nationalmannschaft: Der schmale Grat am Fenster) wurde beim FC Chelsea kurzer Prozess gemacht: Nach nur sieben Monaten gab der Klub des Kapitäns der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Montagabend offiziell die Trennung von Teammanager Luiz Felipe Scolari bekannt. „Unglücklicherweise haben sich die Ergebnisse und Leistungen des Teams zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Saison verschlechtert“, hieß es unter anderem in einer Mitteilung auf der Internetseite des Klubs. Ballack befindet sich anlässlich des Länderspiels der deutschen Mannschaft gegen Norwegen am Mittwoch in Düsseldorf.

          Seit Wochen stand der 60 Jahre alte Brasilianer aufgrund der enttäuschenden sportlichen Ergebnisse in der Kritik, das 0:0 am vergangenen Samstag gegen Neuling Hull City brachte bei den Verantwortlichen mit dem steinreichen russischen Klubbesitzer Roman Abramowitsch an der Spitze offensichtlich das Fass zum überlaufen. Der Meister von 2005 und 2006 liegt als Vierter der Tabelle in der Premier League bereits sieben Zähler hinter Spitzenreiter und Meister Manchester United. (siehe auch: Felipe Scolari und der FC Chelsea: Wunschlos unglücklich)

          Ray Wilkins als Iterimslösung

          Wie SkySports berichtete, soll der Niederländer Guus Hiddink, zurzeit russischer Nationaltrainer, Wunschkandidat auf die Nachfolge sein. „Die Suche nach einen Nachfolger hat bereits begonnen und wir hoffen, dass wir so bald wie möglich einen neuen Trainer präsentieren können“, hieß es dazu in der Klub-Mitteilung. Bis zur Klärung dieser Frage wird Scolaris Assistent Ray Wilkins vorerst das Training der Blues leiten. Der ehemalige Chelsea-Profi wurde in den vergangenen Wochen von seinem Chef vermehrt vor die Medien geschickt, um Stellungnahmen in der Öffentlichkeit zu den Ergebnissen des Teams abzugegeben.

          Luiz Felipe Scolari hatte nach intensivem Werben von Abramowitsch im Sommer 2008 nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland bei der EM in Österreich und der Schweiz seine Tätigkeit als Nationaltrainer Portugals beendet und einen Dreijahresvertrag in Chelsea unterschrieben. Angeblich war das Engagement 7,5 Millionen Euro pro Jahr wert. „Felipe hat viele positive Dinge in diesen Klub reingebracht. Aus diesem Grund empfinden wir eine Traurigkeit, dass diese Zusammenarbeit schon so schnell endete“, hieß es weiter.

          John Terry und Frank Lampard sollen unzufrieden sein

          Nach einem guten Saisonstart mit sechs Siegen und nur zwei Unentschieden sowie der Tabellenführung bis Mitte November ging es in kleinen Schritten immer weiter bergab. Zunächst verlor man mit dem 0:1 gegen Rekordmeister FC Liverpool erstmals nach 86 Spielen wieder an der Stamford Bridge, dann gab es im neuen Jahr in den Spielen bei den direkten Konkurrenten Manchester (0:3) und „Pool“ (0:2) klare Niederlagen. Die Kritik an „Big Phil“ wurde immer lauter.

          Vor allem die Klub-Stars John Terry und Frank Lampard sollen unzufrieden der Arbeit des eigenwilligen Brasilianers, der die Selecao 2002 zum WM-Titel und Portugal bei der EM 2004 ins Finale führte, gewesen sein. Einer der Kritikpunkte war unter anderem das zu lasche Training. So sollen Terry und Lampard ihren Boss aufgefordert haben, die Trainingsintensität zu erhöhen. Nach dem Hull-Spiel hatten die Zuschauer seinen Rausschmiss gefordert und angesichts der Spieler-Auswechslungen ein Spruchband mit den Worten „Du weißt nicht, was Du tust“ ausgerollt.

          Seit dem letzten Meistertitel 2006 sprangen für Chelsea als Titel nur noch der FA- und Liga-Cup 2007 heraus. Im vergangenen Jahr verlor man das Champions-League-Finale in Moskau im Elfmeterschießen gegen Manchester, es war das letzte Spiel des damaligen Teammanagers Avram Grant. Der hatte die Nachfolge des portugiesischen Erfolgstrainers Jose Mourinho angetreten. Abgesehen von der Meisterschaft steht Chelsea vor wichtigen Aufgaben. In der europäischen Königsklasse ist im Achtelfinale der italienische Rekordmeister Juventus Turin der Gegner. „Um die Chance auf Trophäen zu erhalten, haben wir als einzige Option zu diesem Zeitpunkt einen Wechsel gesehen“, erklärte der Klub. Vor Scolari war am Montag bereits Tony Adams als Teammanager vom FC Portsmouth entlassen worden. Damit beläuft sich die Saisonbilanz in der Premier League auf sieben.

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