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Saison-Bilanz nach Pokalfinale : Hoeneß macht den Bayern eine klare Ansage

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„Einen 100-Millionen-Transfer werden wir dieses Jahr sicher nicht machen“: Uli Hoeneß. Bild: Picture-Alliance

Nach der völlig überraschenden Niederlage im DFB-Pokalfinale ziehen die Münchner Bilanz. Präsident Uli Hoeneß hat die Probleme erkannt. Und Trainer Jupp Heynckes erhält einen bewegenden Abschied.

          Präsident Uli Hoeneß hat große Transfer-Investitionen bei Bayern München als Reaktion auf das enttäuschende Saisonende mit dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (1:3) ausgeschlossen. „Einen 100-Millionen-Transfer werden wir dieses Jahr sicher nicht machen. Wir werden nix mehr investieren“, sagte Hoeneß am Rande der Meisterfeier am Sonntag in München.

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          Dennoch machte er eine klare Ansage. Statt teurer Transfers werde der deutsche Rekordmeister sein vorhandenes Personal „dazu bringen müssen, besser zu spielen“ als gegen die Eintracht, ergänzte Hoeneß im Gespräch mit mehreren Medien: „Wir brauchen den ein oder anderen Spieler, der in den wichtigen Spielen Höchstleistungen bringt – und nicht, wenn wir gegen die schwachen Gegner spielen, daran müssen wir arbeiten.“

          Beim Champions-League-Aus im Halbfinale gegen Real Madrid oder am Samstag gegen die Eintracht hätten allerdings „Nuancen“ entschieden. Die Saison mit nur einem Titel will sich der 66-Jährige nicht mies machen lassen. „Wenn man so klar deutscher Meister wird, wenn man um ein paar Zentimeter im Champions-League-Finale ist und im DFB-Pokalfinale ist, dann lasse ich mir aus dieser überragenden Saison nichts Schlechtes machen“, betonte er.  Allerdings hat auch der Präsident beobachtet, dass nach dem Duell mit Real „ein bisschen die Spannung raus“ war bei den Profis.

          Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich wesentlich zurückhaltender. Die Mannschaft des FC Bayern sei zwar „sehr sehr gut“ aufgestellt. Er könne aber nichts „seriös voraussagen, weil der Transfermarkt macht erst übernächste Woche auf“, sagte Rummenigge. Es gebe in Sachen mögliche weitere Transfers „noch keine finale Entscheidung.“

          Trainer Heynckes wurde derweil zum Abschluss seiner großen Karriere auch ohne den DFB-Pokalsieg noch einmal groß auf dem Münchner Marienplatz gefeiert. Rund 15.000 Menschen zollten nach Angaben der Stadt dem 73 Jahre alten Trainer des FC Bayern am Sonntag mit ganz viel Applaus Respekt. Ein großes rotes Banner mit der Aufschrift „Jupp, Jupp, Jupp“ hing am Rathausbalkon. Heynckes habe wieder „alte Werte“ wie „Menschlichkeit, Empathie“ in den Verein gebracht, lobte Vorstandschef Rummenigge. „Was für uns der kleine Wermutstropfen war, war dass wir gerne unserem Jupp, unserem Trainer, den nahezu perfekten Abgang geschenkt hätten, das ist nicht ganz gelungen“, sagte Rummenigge und rührte mit diesen Worten Heynckes sichtlich.

          In landestypischer Tracht und mit immer noch enttäuschten Gesichtern erschienen die Spieler des FC Bayern München auf dem Rathausbalkon vor ihren Fans. „Das fühlt sich schon extrem schlecht an, wie die Saison jetzt endet“, sagte Kapitän Thomas Müller und ärgerte sich noch mal über den beim 1:3 am Samstag gegen Eintracht Frankfurt von Schiedsrichter Felix Zwayer versagten Elfmeter in der Nachspielzeit. Die Mannschaft wolle jetzt aber versuchen, „tapfer zu sein.“

          Zuvor hatte in Abwesenheit von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der tags zuvor seinen 60. Geburtstag hatte, der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) die Mannschaft im Neuen Rathaus empfangen und ausdrücklich Bald-Rentner Heynckes gewürdigt. „Sie haben den FC Bayern München in wenigen Monaten wieder zu alter Stärke geführt. Sie haben noch einmal gezeigt, was für ein absoluter Weltklassetrainer Sie sind, und auch Ihre menschliche Art hat uns alle wieder sehr beeindruckt“, sagte Schmid.

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