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FC-Bayern-Sportdirektor : Skurriler Ironie-Auftritt von Salihamidzic

Überraschte mit seinen Aussagen nach dem Bochum-Spiel: Hasan Salihamidzic Bild: dpa

In der Mixed-Zone kommt es nach dem Münchener Zittersieg im DFB-Pokal zu einer kuriosen Situation. Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic kommt „nur aus Freundlichkeit“ zu den wartenden Journalisten – und liefert eine bizarre Show.

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          Manchmal hilft nur noch Humor: Ob sich das Hasan Salihamidzic nach dem knappen 2:1-Zittersieg des FC Bayern München beim VfL Bochum in der zweiten Runde des DFB-Pokals auch gedacht hat? Zweifelsfrei feststellen lassen sich die Gründe für das Verhalten des 42-Jährigen am späten Dienstagabend wohl nicht. Die Reaktion des Münchener Sportdirektors auf das durchaus glückliche Weiterkommen beim Fußball-Zweitligaklub sorgte jedenfalls für großes Erstaunen bei den wartenden Journalisten.

          Jan Ehrhardt
          Sportredakteur.

          „Top-Abend, top. Bochum haben wir hergespielt. Gut, richtig gut“, eröffnete Salihamidzic seine Analyse und lächelte dabei selbstzufrieden. Anschließend fiel er zwar kurz in eine sachliche Beschreibung der Partie zurück, doch zum Abschluss übte er sich angesprochen auf die derzeit fehlende Spielfreude beim deutschen Rekord-Pokalsieger abermals in Ironie: „Wir freuen uns, jetzt wieder in den Bus zu steigen.“

          Nach der Partie im Ruhrstadion äußerten sich auch andere Bayern-Akteure kritisch. Torhüter Neuer sprach von einer „traurigen und enttäuschenden“ Vorstellung seines Teams, der gebürtige Bochumer Leon Goretzka meinte: „Wenn man so spielt wie heute, dann haben wir alle keinen Spaß.“ Trainer Niko Kovac reagierte derweil erleichtert auf das Weiterkommen. „Am Ende hatten wir das Quentchen Glück, den längeren Atem und hintenraus mehr Luft und Kraft.“ Vor allem sich selbst ersparte er damit wohl lästige Diskussionen, nachdem Serge Gnabry (83.) und Thomas Müller (89.) den Sieg herausgeschossen hatten. Ein Eigentor von Alphonso Davies (36.) hatte Bochum zuvor in Führung gebracht.

          Salihamidzic derweil ließ sich im Anschluss zu keinem ernst gemeinten Resümee bewegen. Nur „aus Freundlichkeit“ sei er aus der Kabine in die Mixed Zone gekommen, sagte er. „Ich bin einfach nur da, um da zu sein. Und jetzt könnt ihr mich auch wieder nach Hause gehen lassen.“ Ein durchaus unübliches Verhalten im Profifußball, zumal sich der in wenigen Tagen scheidende Vereinspräsident Uli Hoeneß einem Medienbericht zufolge für die Beförderung des früheren Profis zum Sportvorstand ausgesprochen haben soll.

          Hoeneß wird am 15. November auf der Mitgliederversammlung des deutschen Rekordmeisters nicht mehr als Präsident kandidieren. Designierter Nachfolger des 67-Jährigen ist der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer. Hoeneß will an den 65-Jährigen auch den Posten des Aufsichtsratschefs abgeben. Dem Kontrollgremium will er aber weiterhin angehören.

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