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Bayern München : Nicht nur Müller fortan ohne Wohlfahrt

  • Aktualisiert am

Müller-Wohlfahrt (r.) und Franck Ribéry Bild: dpa

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat mit sofortiger Wirkung sein Amt als Mannschaftsarzt des FC Bayern niedergelegt. Er und sein Stab sollen für die Niederlage der Münchner beim FC Porto verantwortlich gemacht worden sein.

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          Der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern München, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, und sein Stab legen ihre Tätigkeit für den deutschen Fußball-Rekordmeister nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung nieder. Dies teilte Müller-Wohlfahrt in einer Erklärung am Donnerstag mit. „Nach dem Champions League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht“, heißt es darin.

          Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Der 72 Jahre alte Müller-Wohlfahrt war seit fast 40 Jahren mit einer kurzen Unterbrechung Mannschaftsarzt der Münchner. Mit ihm treten sein Sohn Kilian Müller-Wohlfahrt, Peter Ueblacker und Lutz Hänsel zurück.

          Zahlreiche Ausfälle

          Der FC Bayern hatte das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwochabend in Porto 1:3 verloren. Der Rekordmeister wird derzeit von einer Verletzungsmisere heimgesucht und musste auch in Porto ohne mehrere Stammspieler antreten. So fehlten neben Weltmeister Bastian Schweinsteiger (erkrankt) auch Arjen Robben (Bauchmuskelriss), Franck Ribéry (Knöchelprobleme), David Alaba (Innenbandriss) und Javier Martínez (Kreuzbandriss).

          Zwischen Bayern-Trainer Pep Guardiola und dem auch als Nationalmannschaftsarzt tätigen Müller-Wohlfahrt war es in der Vergangenheit bereits zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. Damals wurde über die Behandlung von Mittelfeldspieler Thiago Alcantara gestritten. Müller-Wohlfahrt war bei den Bayern im Jahr 2008 nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Trainer Jürgen Klinsmann schon einmal zurückgetreten. Er kehrte aber unmittelbar in sein Amt zurück- auch weil die Spieler ihn weiterhin als Vertrauensarzt aufsuchten. Das besondere Verhältnis zu den Bayern-Stars illustrierte vor wenigen Tagen auch eine witzige Bemerkung von Stürmer Thomas Müller, als er auf die Einsatzfähigkeit der Verletzten Schweinsteiger und Ribéry angesprochen wurde. „Weiß ich nicht. Ich bin der Müller ohne Wohlfahrt, ich kenne mich da nicht aus“, antwortete der Nationalspieler gewohnt schlagfertig.

          Bayern München wusste angeblich von nichts

          Der FC Bayern ließ über seinen Pressesprecher Markus Hörwick am Donnerstagabend lediglich verlauten, dass der Verein über eine derartige Mitteilung keine Kenntnis habe und sie daher auch nicht kommentieren könne. An diesem Freitag wird Trainer Guardiola zur Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET).

          Müller-Wohlfahrt war auch außerhalb des FC Bayern und der Nationalmannschaft bei Fußballspielern und anderen Sportstars hoch geschätzt. So bedankte sich 100-Meter-Sprinter Usain Bolt nach seinem Olympiasieg in London 2012 ausdrücklich bei seinem „Doc“. Und auch Tennisspielerin Andrea Petkovic, frühere Sportstars wie Boris Becker und Lothar Matthäus sowie selbst Rockstar Bruce Springsteen schwören auf die Behandlungskünste des Arztes aus München.

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