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FC Bayern im Supercup : Das riskante Spiel der Uefa im Risikogebiet

Joshua Kimmich und der FC Bayern spielen im Risikogebiet Budapest. Bild: Reuters

Beim Supercup gibt es einen unbedeutenden Pokal zu gewinnen, aber Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das Spiel des FC Bayern in Budapest bleibt ein Politikum. Der europäische Verband sieht darin ein „Pilotprojekt“.

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          Es haben schon viele deutsche Politiker erklärt, warum es im Moment keine gute Idee sei, im Covid-19-Risikogebiet Budapest ein Fußballspiel vor bis zu 20.000 Zuschauern zu veranstalten. Am Mittwoch hat das der Mann bestätigt, der es wissen sollte. Vor knapp einem Jahr ist Gergely Karácsony, 45 Jahre alt, zum Oberbürgermeister von Budapest gewählt worden.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          „Wenn ich die rechtlichen Möglichkeiten hätte, das zu entscheiden, würde ich das Spiel hinter verschlossenen Toren stattfinden lassen“, sagte Karácsony über den Uefa-Supercup, der an diesem Donnerstag in der Puskás Aréna ausgespielt wird. Doch diese Entscheidung steht ihm, dem grün-liberalen Politiker, nicht zu. „Die Verantwortung“, sagt Karácsony der oppositionellen Zeitung „Népszava“, „liegt bei denen, die die Entscheidungsgewalt haben.“ In Ungarn ist das vor allem ein Mann: Ministerpräsident Viktor Orbán.

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          Wenn an diesem Abend der FC Bayern München gegen den FC Sevilla spielt (21.00 Uhr bei DAZN und Sky), dürfte Orbán auf der Tribüne sitzen, er wird jedenfalls als Ehrengast erwartet. Viele andere werden aber fehlen. Am Mittwoch sagte Herbert Hainer, der Präsident der Bayern, die Reise ab. „Wir haben uns entschlossen, nur mit der absoluten Minimalbesetzung nach Budapest zu gehen“, sagte er bei der Veranstaltung „Bild100“ in Frankfurt. Und der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte: „Ich glaube, Bauchschmerzen hat jeder. Das Spiel findet in einer Stadt statt, die eine RKI-Inzidenzzahl von über 100 hat, das heißt: noch mal den doppelten Faktor Münchens. Das ist ernst zu nehmen.“

          In München wissen sie spätestens seit dem ersten Bundesligaspiel, als die Klubverantwortlichen in der Arena Schulter an Schulter und ohne Maske auf der Tribüne saßen und vom DFB-Kontrollausschuss dafür nun ermahnt wurden, dass ihr Umgang mit dem Virus sehr genau beobachtet wird. „Wir haben jegliches Interesse daran, dass dort wirklich kein Ischgl des Fußballs stattfindet“, sagte Rummenigge. Das war eindeutig eine Antwort auf Markus Söder, den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef, der mit Blick auf den Supercup vor einem „Fußball-Ischgl“ gewarnt hatte.

          Danach forderte er die Fans des FC Bayern auf, nicht zum Supercup zu reisen – und verlieh dieser Aufforderung Nachdruck, indem er mit seinem Kabinett die Corona-Verordnung anpasste: Wer in einem Risikogebiet – dazu zählt Budapest laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits seit der Vorwoche – war, muss für 14 Tage in Quarantäne, selbst wenn er sich dort weniger als 48 Stunden aufgehalten hat. Diese vorherige Ausnahme hat Söders Kabinett gestrichen. Befreien können sie sich davon, wenn sie nach der Rückkehr einen Corona-Test machen und ein negatives Ergebnis vorzeigen können.

          Der FC Bayern wird allen zurückkehrenden Fans einen kostenlosen Test im Stadion ermöglichen. Bayern Gesundheitsministerin Melanie Huml wies zuletzt auf die Empfehlung hin, einige Tage später einen weiteren Corona-Test durchführen zu lassen. Der Klub riet seinen Anhängern, sich genau mit den besonderen Corona-Anforderungen vertraut zu machen und wies sie auch darauf hin, dass das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger vor nicht notwendigen touristischen Reisen nach Budapest wegen hoher Infektionszahlen warne.

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