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FC Bayern im Supercup : Das riskante Spiel der Uefa im Risikogebiet

Die hohen Infektionszahlen in Ungarn und die neuen Maßnahmen der bayerischen Politik machten sich schnell bemerkbar: Ursprünglich hatten sich etwa 2100 Bayern-Fans ein Ticket für das Spiel gekauft. Jetzt erwartet Rummenigge „unter 1000“ Anhänger seines Vereins im Stadion. „Wir haben“, sagt Rummenigge, „großes Interesse daran, dass sie gesund zurückkommen und sich keiner in Budapest infiziert.“

In Budapest gibt es einen eher unbedeutenden Pokal gewinnen, dafür aber ein bedeutendes Gut zu verlieren: Glaubwürdigkeit. Obwohl sich neben vielen anderen nun auch der Bürgermeister aus Budapest für ein Spiel ohne Stadionpublikum ausgesprochen hat, hält die Uefa an ihrem Plan fest: Sie will bis zu 20.000 Zuschauer in die Arena lassen. Ihr Präsident Aleksander Ceferin hat sich mehrmals darauf berufen, dass der Supercup für seinen Verband ein „Pilotprojekt“ sei für die Rückkehr der Zuschauer.

Solche Erkenntnisse sind auch wichtig, als Ort für das Pilotprojekt ist das Risikogebiet Budapest aber nicht mehr geeignet. In den vergangenen Tagen hatte es noch einmal Gespräche zwischen allen Beteiligten gegeben. Es ist nicht überliefert, welche Position der FC Bayern vertreten hat. Nun sagte Hainer, dass die Uefa „wieder ein Stück Normalität in den Fußball bringen“ wolle. Eine Absage oder Spielverlegung, wie sie dem Vernehmen nach diskutiert worden ist, wäre „nicht einfach“ gewesen.

Der Supercup bleibt ein Politikum. Was aber bringt er aus sportlicher Sicht? Das Duell mit Sevilla, dem Sieger der Europa League, dürfte Bayern-Trainer Hansi Flick mehr über das aktuelle Leistungsvermögen seiner Mannschaft verraten als das 8:0 gegen Schalke. Er müsste seine Startelf nicht verändern, weil Robert Lewandowski, der gegen Schalke eine Blessur am Sprunggelenk erlitten hatte, im Kader steht.

Apropos Lewandowski: Der Stürmer ist zusammen mit Torhüter Manuel Neuer und Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne (Manchester City) für die Auszeichnung als Europas Fußballer des Jahres nominiert worden. Ein Thema, das Sky und Dazn, die den Supercup übertragen, in ihren Sendungen sicher besprechen werden. Sie werden das aber nicht in Budapest tun, sondern in ihren Zentralen in München. Es war ihnen zu riskant, ihre Moderatoren und Reporter ins Risikogebiet Budapest zu schicken.

Die kleine Münchner Delegation trainierte am Mittwochabend im Stadion. Trainer Flick und Torwart und Kapitän Manuel Neuer kamen vorher zur offiziellen Uefa-Pressekonferenz. Sie vermieden direkte Kritik. „Wir wissen nicht, was uns erwartet“, sagte Neuer. „Unser Augenmerk liegt auf dem Spiel. Wie es im Stadion sein wird, werden wir sehen. Wir nehmen es an, wie es kommt.“ Auch Flick ging nicht weiter auf die Diskussion über die Umstände ein. „Wir sind hierhergekommen, um Fußball zu spielen, Entscheidungen werden woanders gefällt. Wir haben ein Ziel: den Uefa Super Cup zu holen“, sagte er.

Deutscher Supercup in München ohne Zuschauer

Das Spiel um den deutschen Supercup zwischen Triple-Gewinner FC Bayern und Borussia Dortmund am 30. September in München findet ohne Zuschauer statt. Ein entsprechender Bericht der „Bild“-Zeitung trifft nach dpa-Informationen zu. In der bayerischen Landeshauptstadt waren zuletzt wieder steigende Corona-Fallzahlen verzeichnet worden. Schon das Bundesliga-Auftaktspiel der Bayern am vergangenen Freitag gegen den FC Schalke 04 (8:0) war kurzfristig doch ohne Fans auf den Rängen der Allianz Arena ausgerichtet worden. München hatte am Mittwoch (Stand: 8.00 Uhr) zum wiederholten Male die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Im Konzept der Deutschen Fußball Liga gilt das Pandemie-Level ab 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner als „hoch“. (dpa)

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