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Deutsche Fußball-Meister : Gemischtes Double für die Bayern

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Ein bekanntes Bild – nur diesmal holen die Bayern-Frauen den Meistertitel Bild: dpa

Meister ohne Niederlage – das haben nicht einmal die Männer des FC Bayern geschafft. Die Frauen profitieren am letzten Spieltag vom Remis der Wolfsburgerinnen. Am Pfingstsonntag wird es nun voll auf dem Münchner Rathausbalkon.

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          Im Frauenfußball hierzulande hat man seit jeher die Angewohnheit, jedes gelungene Einzelereignis in einen größeren Zusammenhang zu stellen. „Von Werbung für den Frauenfußball“ ist dann gerne die Rede. So auch am Sonntag, als am letzten Spieltag drei Klubs um die Meisterschaft und die beiden der Bundesliga zustehenden Champions-League-Startplätze wetteiferten. „Der Frauenfußball wird dadurch interessanter und mehr wahrgenommen“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid.

          Mit dem Tabellenführer VfL Wolfsburg, dem FC Bayern München und dem FFC Frankfurt (jeweils einen Zähler voneinander getrennt) ging ein Trio auf die letzten Meter der Spielzeit, in denen jeder noch alles gewinnen und alles verlieren konnte. Im bisher spannendsten Titelkampf hatten nun die Bayern das beste Ende für sich.

          Die Münchnerinnen sprangen durch ihren souveränen 2:0-Heimsieg gegen die SGS Essen auf Rang eins, weil parallel der FFC Frankfurt im direkten Duell die Wolfsburgerinnen ausbremste. Die Mannschaft von Trainer Colin Bell verhinderte durch das 1:1 den Meister-Hattrick der Niedersächsinnen. Nach dem Triple 2013 und dem Double im Vorjahr (Champions League und Meisterschaft) muss sich das Team von Trainer Ralf Kellermann 2015 mit einem „Single“ (Pokalsieg) zufrieden geben.

          Die Bayern erledigten ihre Pflichtaufgabe souverän. Melanie Leupolz (5.) und Vivianne Miedema (30.) sorgten mit ihren Treffern früh für eindeutige Verhältnisse. Und als das Endergebnis vom Main gemeldet wurde, konnte die Party losgehen im Stadion an der Grünwalder Straße. Es tat den Feierlichkeiten um den ersten Ligatitel der Bayern seit 1976 keinen Abbruch, dass sie nur ein Duplikat der Meisterschale hochleben lassen durften.

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          Es war die vorläufige Krönung der anerkannt guten Arbeit von FCB-Trainer Thomas Wörle, der mit seinem jungen Team eine Saison ohne Niederlage hingelegt hatte. „Das haben die Damen ganz toll gemacht“, sagte Bayern-Chef Karlheinz Rummenigge. Es ist das erste Mal, dass ein Verein den deutschen Meister bei den Männern und Frauen stellt. Und die Aussicht, sich gemeinsam mit der Equipe von Pep Guardiola auf dem Marienplatz für die erfolgreiche Saisonarbeit feiern zu lassen, erscheint den FCB-Frauen nun sehr reizvoll.

          Im Vorjahr, als am letzten Spieltag ebenfalls die beiden Branchengrößen Wolfsburg und Frankfurt aufeinandertrafen, hatten die Wolfsburgerinnen das buchstäblich bessere Ende für sich. Nationalstürmerin Alexandra Popps Treffer in der 89. Minute machte den VfL zum Meister und trieb den Frankfurterinnen die Tränen in die Augen. In diesem Jahr war es ein Finale mit zwei Verlierern. Mit dem Schlusspfiff gingen die Köpfe der 22 Akteurinnen nach unten – vor Erschöpfung und Enttäuschung. Die Meisterschale wurde von fleißigen Händen flugs wieder in die Katakomben geräumt.

          Vor 5200 Zuschauern legte der FFC zu Beginn ein hohes Tempo vor. Die Spanierin Veronica Boquete profitierte von einem Ausrutscher der Wolfsburgerin Noelle Mauritz und sorgte für die frühe Führung (6.). In einem intensiven Duell zweier beherzt kämpfender Teams brauchte der VfL über eine halbe Stunde, um offensiv gefährlich in Erscheinung zu treten. Doch auch die Wolfsburgerinnen benötigten einen herben Abwehrfehler für einen Torerfolg. Den lieferte Nationalspielerin Katharina Hendrich – und die 35-jährige Martina Müller erzielte im letzten Spiel ihrer glänzenden Stürmerkarriere den Ausgleichstreffer (53.).

          Alexandra Popp hatte kurz darauf die Kopfballchance (58.) dazu, dass sich die Vorjahresgeschichte hätte wiederholen können – doch der Ball flog über das Tor. In der Nachspielzeit wäre dem Frankfurter Urgestein Kerstin Garefrekes beinahe noch eine späte Pointe gelungen. Doch es blieb dabei: Wolfsburg sicherte sich mit Platz zwei die Teilnahme am internationalen Geschäft, der FFC verharrte auf Rang drei – mit der Aussicht, noch ein lachender Dritter zu werden. Denn wenn die Frankfurterinnen am Donnerstag das Champions-League-Finale in Berlin gegen Paris St-Germain gewönne, wäre sie als Titelverteidiger ebenfalls international dabei.

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