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Giovanni Trapattoni wird 80 : „Was erlaube Struuuuuuuuunz?“

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„Wer Mozart hört, kann auch besser Fußball spielen“: Giovanni Trapattoni in einem Interview mit der F.A.Z. Bild: dpa

Giovanni Trapattoni ist einer der erfolgreichsten Fußballtrainer. Berühmt wurde er aber vor allem mit seiner Wutrede als damaliger Bayern-Trainer. Nun feiert „Trap“ seinen 80. Geburtstag – und hat noch lange nicht „fertig“.

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          Einige brauchen Jahre, die meisten schaffen es nie – Giovanni Trapattoni genügten rund dreieinhalb Minuten, um sich in der Bundesligahistorie unvergessen zu machen. Das verdankte er nicht seinen zahlreichen Titeln: Mit seinem legendären Wutausbruch auf der wohl denkwürdigsten Pressekonferenz im deutschen Fußball erlangte „Trap“ 1998 Kultstatus. An diesem Sonntag feiert der Italiener seinen 80. Geburtstag – und „fertig“ hat er noch lange nicht.

          „Ich mache jetzt nicht extra ein Brimborium, sondern feiere ganz schlicht, so wie ich es gewohnt bin“, sagte Trapattoni im Interview mit dem „kicker“. Ohne Brimborium ging es in seiner Trainerkarriere allerdings selten zu. In Erinnerung bleibt da vor allem das Sprüchefeuerwerk, das er als Bayern-Coach zündete. Erzürnt über die damalige Situation seiner Mannschaft, beschimpfte Trapattoni Spieler als „schwach wie eine Flasche leer“, rief „Was erlaube Struuuuuuuuunz?“ und beendete seinen Ausbruch mit den Worten: „Ich habe fertig“.

          Cholerische Ausbrüche gehörten zu Trapattonis Karriere wie die Trophäen. Der Italiener zählt mit insgesamt 23 Titeln zu den erfolgreichsten Trainern der Fußball-Geschichte. Er gewann insgesamt zehn nationale Meistertitel mit den Bayern, Inter Mailand, Juventus Turin, Benfica Lissabon und Red Bull Salzburg, dazu sieben internationale Titel. Mit Juve triumphierte er als erster Trainer in allen drei europäischen Vereinswettbewerben, mit der Berufung zum Cheftrainer der „Squadra Azzurra“ erfüllte sich 2000 für ihn ein großer Wunsch. Einen besonderen Platz hat für Trapattoni aber die Meisterschaft mit den Bayern 1997, sein „erster Erfolg im Ausland gegen alle linguistischen Barrieren, die für mich Höllenqualen bedeuteten“.

          Die Sprachschwierigkeiten hinderten den hitzigen Südländer weder am Erfolg, noch am Wohlbefinden im fremden Deutschland. „Das Land nahm mich mit unglaublich viel Wärme und Herzlichkeit auf als meine eigene Heimat mir die kalte Schulter zeigte und mich bereits aufs Abstellgleis geschoben hatte“, sagte Trap, der mit den Bayern in seiner zweiten Amtszeit zwischen 1996 bis 1998 (erstmals von 1994 bis 1995) die Meisterschaft und den Pokalsieg feierte. 2005 kehrte er als Trainer des VfB Stuttgart noch einmal in die Bundesliga zurück.

          Mittlerweile lebt Trapattoni mit seiner Frau Paola in Cusano Milanino, nahe Mailand. Hier wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf, biss sich beim AC Mailand bis zum Profi durch und startete mit 34 Jahren bei den Rossoneri seine Trainerkarriere. Nun kommt er in der kleinen Stadt zur Ruhe, hat mehr Zeit für seine zweite Leidenschaft: die klassische Musik, deren großen Komponisten er sich seit Beginn seiner Karriere verbunden fühlt.

          Auf dem Rasen war er der Dirigent, dort vereinte der „Maestro“ die Musik mit seinem geliebten Calcio. Der Fußball sei ein Spiel „mit tausend Nuancen und unzähligen Variablen. Vergleichbar mit der Musik müsse „der Calcio als eine komplexe Symphonie interpretiert werden“. Schon in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Jahr 2008 war er der Meinung: „Wer Mozart hört, kann auch besser Fußball spielen.“

          Lange habe es gedauert, fünf Jahre „voll von Drohungen meiner Frau“, um sich aus der Fußballwelt zurückzuziehen, schreibt Trapattoni auf seiner Webseite. Doch auch im Ruhestand verfolgt er das Geschehen. Der Fußball assimiliere immer intensiver zum reinen Business, dadurch habe sich auch „die grundlegende Ethik verändert“, sagte Trapattoni. Er bleibt am Puls der Zeit. Seit Oktober teilt der Italiener seine Lebens- und Fußball-Weisheiten per Facebook, Instagram und Twitter. Fast hätte sich „Il Trap“ an sein neues, ruhiges Leben gewöhnt, so sagt er, doch jetzt will er sich als „Influencer“ versuchen. Auch mit 80 Jahren hat Giovanni Trapattoni eben noch lange nicht fertig.

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