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Bayern-Sieg im DFB-Pokal : Geballte Münchner Klasse

  • -Aktualisiert am

Den Pokal in die Höhe: Die Spieler des FC Bayern bejubeln in Berlin den Sieg im Endspiel gegen RB Leipzig. Bild: AFP

Nach dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sichert sich der FC Bayern nun das Double. Die Münchner setzen sich im Pokalfinale gegen RB Leipzig durch. Vorstandschef Rummenigge bestätigt anschließend: Trainer Kovac bleibt.

          Am Ende wurde aus einem lange hart umkämpften DFB-Pokalfinale ein einziges Schaulaufen des FC Bayern München. 3:0 besiegte der deutsche Meister und nun auch Double-Gewinner den Endspiel-Debütanten RB Leipzig durch zwei Treffer des überragenden Robert Lewandwoski (29./85. Minute) und ein Tor von Kingsley Coman (78.).

          DFB-Pokal
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          Es war der 19. Triumph der besten deutschen Fußballmannschaft in diesem Wettbewerb. Der Bundesliga-Dritte hielt über weite Strecken gut mit, war aber letztlich doch chancenlos gegen die geballte Klasse der Münchner. Deren Trainer Niko Kovac darf nach diesem Erfolg offenbar seinen Job behalten, um den es seit Wochen Diskussionen gegeben hatte. „Ja, aber das haben wir eigentlich nie infrage gestellt. Wir haben nie gesagt, wir stellen irgendwas infrage“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der ARD auf die Frage, ob Kovac auch in der kommenden Saison Trainer der Münchner sein werde.

          „Ich weiß, dass es nicht einfach ist in unserem Trainer-Job. Deswegen ist so ein Titel sehr schön, sehr wichtig“, hatte Kovac schon nach dem Schlusspfiff lächelnd gesagt, ehe er sich mit einem Megafon an seine Mannschaft und die mitgereisten Fans wandte: „Ich möchte mich bei euch allen bedanken für die wirklich tolle Unterstützung der Mannschaft in der ganzen Saison. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen. Herzlichen Dank, ich kann euch gar nicht sagen, wie stolz ich auf euch bin.“

          Neuer beweist seine Klasse im Duell der Gegensätze

          Es war ein Duell der Gegensätze: Auf der einen Seite der Rekordmeister (29  Titel) und Rekordpokalgewinner (18 Finalsiege in 23 Endspielen), auf der anderen Seite der Debütant, zehn Jahre nach der Gründung des vom Red-Bull-Konzern hochgepäppelten Vereins, erstmals in einem großen Finale. Es war aber auch die Begegnung zweier Mannschaften, die rein sportlich nah beieinander sind. Die Bayern, vor einer Woche wieder einmal mit der  Meisterschale beschert, wussten nur zu gut, wer auf sie zukommen würde: der Bundesliga-Dritte mit der besten Defensive und einem sehenswerten Umschaltspiel, der zum Abschluss seines bisher erfolgreichsten Fußballjahrs den großen Coup landen wollte.

          „Das ist der schwerste Gegner, den wir hätten kriegen können“, lautete das dicke Kompliment des Münchner Trainers Niko Kovac an die Adresse des von sich überzeugten Widersachers. Ob der vereinsintern trotz aller Qualitäten und Referenzen umstrittene Kovac, der im Vorjahrsendspiel mit Eintracht Frankfurt die Bayern beim 3:1-Triumph aus den Angeln gehoben hatte, oder sein Gegenüber Ralf Rangnick, einer der großen Reformer des deutschen Spitzenfußballs, diesmal das bessere Konzept parat haben würde, war am Samstagabend die Kernfrage.

          Als das Spiel begann wurden die Sachsen auf Anhieb ihrer Traumrolle als frecher Herausforderer gerecht. „Der Schlüssel wird sein, Bayern wenig Raum und Zeit zum Kombinieren zu geben“, hatte Rangnick vorher gesagt. Und an dieses Drehbuch hielten sich die Leipziger fast eine halbe Stunde lang. Mit fast so viel Ballbesitz wie die Münchner drängten sie den Favoriten immer wieder in die Defensive zurück und setzten mit ihrem schnellen Spiel in die Tiefe Nadelstiche, gegen die sich der Favorit manchmal mit letztem Einsatz zur Wehr setzte. So etwa als Kimmich dem durchgestarteten Poulsen (17.) und ein anderes Mal dem auf ihn zubrausenden Werner den Ball vom Fuß spitzelte (24.).

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