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3:0 gegen Schalke : FC Bayern beendet HSV-Modus vorzeitig

  • -Aktualisiert am

Wenn die Bayern feiern: Robben, Lewandowski und Vidal (von links) haben Spaß. Bild: EPA

Die Münchner legen los wie bei der 8:0-Gala gegen Hamburg. Es bleibt im DFB-Pokalduell mit Schalke aber beim 3:0. Einen bitteren Abend verlebt Bayern-Leihgabe Badstuber im königsblauen Trikot.

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          Knappe Pokal-Duelle zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 hatten Tradition – aber seit Mittwoch ist die Serie der hart umkämpften Spiele gerissen. Der deutsche Rekordmeister zog mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen die „Königsblauen“ zum achten Mal nacheinander ins Halbfinale. Dort geht es gegen den Sieger des Nachholspiels Lotte gegen Dortmund. In der Partie gegen Schalke, die im Gegensatz zu den zehn vorangegangenen Begegnungen im DFB-Pokal deutlich ausfiel und bereits nach einer halben Stunde dank der Tore von Robert Lewandowski (3./29. Minute) und Thiago (16.) entschieden war, agierten die Münchner vor eigenem Publikum ähnlich überlegen wie am Samstag beim 8:0 gegen den Hamburger SV.

          „Wir haben den Start ziemlich verpasst. Wenn die Bayern ins Rollen kommen, wird es schwer“, sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes in der ARD. „Wir haben uns das komplett anders vorgestellt“, sagte Trainer Markus Weinzierl und nannte den frühen 0:3-Rückstand einen „Nackenschlag“. „Da haben wir einen richtigen Schlag ins Gesicht bekommen“, sagte Torwart Ralf Fährmann bei Sky. Die Münchner indes waren zufrieden. „Wir zeigen in der letzten Zeit, dass wir richtig gut Fußball spielen und Tore schießen. Die ersten Minuten waren wir offensiv sehr gut, Schalke konnte nichts machen“, sagte Lewandowski.

          Während bei Schalke 04 doch der angeschlagene Sead Kolasinac auflaufen konnte, veränderte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti seine Mannschaft gegenüber dem HSV-Spiel auf drei Positionen. Rafinha, Xabi Alonso und der nach knapp fünfwöchiger Verletzungspause genesene Franck Ribéry rückten für Philipp Lahm, Thomas Müller und Douglas Costa in die Startelf.  Auf dem Papier traten die Münchner eine Spur defensiver auf als am Samstag, aber tatsächlich gab es nur von der ersten Minute nur eine Richtung – nach vorne. Schalke hatte sich noch nicht einmal aus der eigenen Hälfte befreien können, da lag der Ball schon das erste Mal im Tor von Ralf Fährmann. Der sehr agile Ribéry hatte den Ball in den Lauf von Lewandowski gespielte, und der Pole bezwang Schalkes Torhüter in der dritten Minute mit einem Heber.

          Die Schalker verließen München mit leeren Händen. Bilderstrecke

          Dabei war die Mannschaft von Trainer Weinzierl selbstbewusst angereist – und mit ein paar guten Erinnerungen. Zum einen die an das letzte Pokalduell mit dem FC Bayern vor fast genau sechs Jahren. Das hatten die Schalker für sich entschieden, durch ein Tor von Raul waren sie ins Finale eingezogen und hatten den Pott anschließend auch gewonnen. Und zum anderen war das Bundesligaspiel vor knapp drei Wochen in der Münchner Arena, als Schalke dem Rekordmeister ein verdientes 1:1 abgetrotzt hatte. „Angst brauchen wir da nicht zu haben“, ließ Stürmer Guido Burgstaller deshalb wissen. „Wir haben sieben Spiele in Folge nicht verloren. Da wird das schon wieder klappen.“ Aber spätestens nach einer halben Stunde war spürbar, dass die Gelsenkirchener Erfolgsserie am Mittwoch enden könnte.

          Es dauerte zehn Minuten, ehe Schalke überhaupt die erste Offensivaktion gelang, aber die wurde ebenso wenig präzise zu Ende gespielt wie die gelegentlichen folgenden Vorstöße. Dafür machten die Münchner dort weiter, wo sie am Samstag aufgehört hatten. In der 16. Minute wiederholte Ribéry sein Zuspiel an Lewandowski, doch dieses Mal war der Winkel zu spitz, der Stürmer drehte deshalb ab und flankte den Ball in die Mitte zum frei stehenden Thiago, der per Kopf auf 2:0 erhöhte. Und in der 29. Minute wurde Ribéry ausnahmsweise mal von Lewandowski geschickte, aber der Franzose spielte mit Überblick wieder zurück zum besser postierten Kollegen, und Lewandowski vollendete zum 3:0.

          Anders als der HSV vier Tage zuvor wirkten die Schalker zwar nicht wie ein überforderter Hühnerhaufen, aber ein Konzept hatten sie eben auch nicht gegen die spielfreudigen Bayern. Die einzige Schrecksekunde für die Münchner in der ersten Hälfte war nicht etwa eine gute Torchance für die Schalker, sondern dass Alonso nach einem Zweikampf liegen blieb. Er konnte nach einer kurzen Behandlung aber weiterspielen. Nach der Pause durfte Mats Hummels in der Kabine bleiben, für ihn kam Geburtstagskind Juan Bernat, der Spanier wurde am Mittwoch 24 Jahre. Und Ancelottis Kollege Weinzierl brachte Daniel Caligiuri für den schwachen Max Meyer. Am Spiel änderten die Wechsel nicht viel.

          Die Bayern hatten trotz des klaren Vorsprungs noch gelegentlich Muse, den Gegner am eigenen Strafraum zu stören. Allerdings ließen sie es über weite Strecken etwas gemütlicher angehen, waren noch mehr mit aller Macht bemüht, eine zweite Halbzeit wie die am Samstag mit fünf Toren folgen zu lassen. Schalke durfte jetzt sogar gelegentlich unbedrängt in die Münchner Hälfte vorstoßen, aber es gelang der Mannschaft auch dann nicht, für Gefahr zu sorgen. Am Ende sah die Münchner Schalke-Leihgabe Holger Badstuber noch Gelb-Rot, nach wiederholtem Foulspiel an Robben (77.). Aber der FC Bayern wollte dieses Überzahlspiel nicht mehr nutzen, sie hatten nach elf Treffern innerhalb von vier Tagen dann doch endlich genug.

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