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Supercup-Sieg über Dortmund : Der erste Titel geht nach München

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Es müllert wieder – anders als bei der EM: Thomas Müller trifft im Supercup in Dortmund. Bild: dpa

Guardiola verlor alle drei Supercups, Nachfolger Ancelotti siegt gegen Dortmund gleich im ersten Anlauf. Aufregung gibt es aber um Ribéry.

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          Mario Götzes Rückkehr auf den Rasen des Dortmunder Stadions war mit großer Spannung erwartet worden. Drei Jahre nach seinem Wechsel vom BVB zum FC Bayern trägt der Mittelfeldspieler wieder Schwarz-Gelb. Was wäre das für eine Dramaturgie gewesen, wenn er sein Comeback an alter Wirkungsstätte schon im Supercup gegen die Münchner gegeben hätte?

          Doch da spielte Thomas Tuchel nicht mit. Der Dortmunder Trainer ließ Götze zwar warmlaufen, setzte ihn aber letztlich nicht ein – im Gegensatz zu André Schürrle, der gut zwanzig Minuten mitspielen durfte, dabei jedoch unauffällig blieb. Wenig spektakulär war auch die Vorstellung der Bayern. Aber dank der Treffer von Arturo Vidal (58. Minute) und Thomas Müller (79.) reichte es für den deutschen Rekordmeister beim 2:0 gegen die eine Stunde lang überlegenen Borussen zum ersten, wenn auch nicht sonderlich bedeutsamen Titel der Saison.

          So wird auch Mats Hummels sein erstes Pflichtspiel in Diensten des FC Bayern in guter Erinnerung behalten. Der vormalige Kapitän des BVB hatte sich nicht getäuscht. „Es wird sicher einige Leute geben, die mich nicht so gut empfangen werden“, hatte der Innenverteidiger vor dem Anpfiff gesagt. Die Fans von Borussia Dortmund haben es ihm noch nicht verziehen, dass er den BVB in diesem Sommer nach achteinhalb Jahren verlassen hat, um in München, der Stadt seiner Jugend, nach noch Höherem zu streben, als es ihm in seinem alten Fußballrevier möglich erschien.

          Hummels wurde bei jedem Ballkontakt lautstark ausgepfiffen. Und Hummels hatte nicht wenige Ballkontakte; er versteht sich, wie einst im schwarz-gelben Trikot, auch beim FC Bayern nicht nur als Abwehrmann, sondern auch als Aufbauspieler. Allerdings führte er sich mit einigen Fehlpässen ein, die von den Dortmunder Fans bejubelt wurden.

          Es gibt Dortmund-Fans, die freuen sich über die Rückkehr von Götze. Bilderstrecke

          Den Bayern fiel es schwer, sich in der gegnerischen Hälfte durchzusetzen. Nichts zu sehen von der Dominanz, die den Rekordmeister auch bei Auswärtsspielen gegen Dortmund in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hatte. Es dauerte fast vierzig Minuten, bis sich den Münchenern eine erste gute Chance bot. Arturo Vidal scheiterte zunächst an Torhüter Roman Bürki und schoss im zweiten Versuch über das Ziel hinaus.

          Dortmund wirkte wacher, munterer, aggressiver als in den jüngsten Vorbereitungsspielen. Der Heimelf boten sich früh die ersten Möglichkeiten. Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang fehlte es im Abschluss aber an Präzision. Später verpassten auch Ousmane Dembélé, einer von drei neuen Spielern in der Dortmunder Startelf, und Adrian Ramos den Führungstreffer.

          Ribéry verliert wieder die Beherrschung

          Die mangelnde Zielsicherheit war allerdings nicht der Grund dafür, dass manche BVB-Fans aus dem Pfeifen kaum noch herauskamen. Auch Franck Ribéry wurde, wieder einmal, zur Hassfigur für einen Teil des schwarz-gelben Anhangs, Von der 29. Minute an wurde auch jede Ballaktion des Franzosen von wütenden Pfiffen begleitet. Ribéry hatte im Zweikampf mit Felix Passlack die Beherrschung verloren und den Dortmunder Rechtsverteidiger mit den Armen fuchtelnd im Gesicht getroffen.

          Schiedsrichter Tobias Welz zeigte beiden Spielern die Gelbe Karte und rief damit ein gewisses Befremden hervor. Es war nicht die einzige Situation, in der Welz nach dem Grundsatz „Im Zweifel für die Bayern“ entschieden hatte. Nach einer Viertelstunde verweigerte er den Westfalen einen durchaus möglichen Elfmeter, nachdem Xabi Alonso der Ball erst an den Oberschenkel und vorn dort an die Hand geprallt war.

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          Auch nach dem Seitenwechsel spielten die Dortmunder anfangs so forsch, als ginge es ihnen darum, den Bayern früh zu zeigen, dass mit ihren als Widersacher wieder zu rechnen ist. Doch Passlack und abermals Dembélé waren im Abschluss nicht konsequent genug. Auf der anderen Seite wirkte Nationaltorhüter Manuel Neuer gewohnt zuverlässig. Ohne seine Paraden hätte der FC Bayern nach knapp einer Stunde schon klar zurückliegen können.

          Doch es kam anders. Vidal nutzte einen der seltenen gelungenen Gegenstöße der Bayern zum überraschenden Führungstreffer. Zunächst scheiterte der Chilene an Bürki. Der BVB-Torhüter bekam den hart getretenen Ball jedoch nicht zu fassen; der Nachschuss war denn unhaltbar. Die Münchner blieben spielerisch zwar unter ihrem Niveau, hatten aber das, was den Borussen am meisten fehlte: Sie wussten ihre Chancen kaltschnäuzig zu nutzen.

          „Die Mannschaft ist schon sehr, sehr stark“

          So durfte auch Müller, dem bei der Europameisterschaft ein Tor versagt blieb, nach langer Zeit wieder einen selbsterzielten Treffer bejubeln; die Freude, die Erleichterung darüber war ihm auf dem Rasen deutlich anzusehen. Als Müller kurz vor Schluss ausgewechselt wurde, verabschiedeten die Bayern-Fans ihn mit Sprechchören in den Feierabend. Den Dortmundern dagegen, die so viel in dieses Spiel investiert hatten, blieb schon zwei Wochen vor dem Bundesligastart nur die nicht neue Erkenntnis, dass der FC Bayern nicht seinen besten Fußball zu spielen braucht, um erfolgreich zu sein.

          „Es war schwer. In der ersten Halbzeit hat Dortmund gut gespielt, im zweiten Durchgang ist es besser für uns gelaufen“, sagte Ancelotti. „Die Mannschaft ist schon sehr, sehr stark“, sagte der Italiener im ZDF zufrieden. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel hatte trotz der Niederlage viele gute Ansätze bei seinem Team gesehen. „Ich bin sehr zufrieden über das, was die Mannschaft gezeigt hat“, sagte der BVB-Coach.

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