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FC Barcelona : Spott für Griezmann – Warten auf Neymar

  • -Aktualisiert am

Wohin führt sein Weg? Neymar könnte Paris schon bald verlassen. Bild: AFP

Messi? Nicht dabei. Suarez? Fällt länger aus. Griezmann? Spielt seltsam. In Barcelona schrillen schon nach dem ersten Spieltag die Alarmglocken. Nun hoffen alle auf Neymar. Doch der Brasilianer ist auch eine Bedrohung.

          Neymar ist eine Hoffnung und eine Bedrohung. Eine Hoffnung wegen seines großartigen Talents, eine Bedrohung wegen seines Lebensstils.“ So sinnierte dieser Tage Jorge Valdano, einst argentinischer Nationalspieler und ehemaliger Trainer und Sportmanager von Real Madrid, in seiner Kolumne für die spanische Tageszeitung „El País“ über den brasilianischen Superstar, der derzeit noch bei Paris Saint-Germain unter Vertrag ist, und den der FC Barcelona so gerne verpflichten würde.

          Auch bei Real Madrid war Neymar lange im Gespräch, aber nachdem die als überaltert geltende Mannschaft mit 3:1 gegen Celta Vigo so fulminant in die Liga gestartet ist, stellt sich die Frage, ob der Verein den Brasilianer unbedingt benötigt. 0:1 verlor hingegen der FC Barcelona gegen Athletic Bilbao, womit die Hoffnungen auf mehr offensive Gefahr durch Neymar größer geworden sein dürften als die Ängste vor seinen Exzessen. Noch bis zum 2. September sind in Spanien Transfers möglich.

          Schon nach dem ersten Spieltag schrillen in Barcelona die Alarmglocken. Ohne Messi läuft bei der Mannschaft nur wenig zusammen. Der Argentinier hatte sich vor zwei Wochen am Unterschenkel verletzt. Antoine Griezmann, für 120 Millionen Euro von Atlético Madrid gekommen, und Frenkie de Jong, für den Barça 75 Millionen an Ajax Amsterdam überwiesen hatte, hätten zeigen können, dass das Team mit ihnen ausgeglichener geworden ist. Doch gegen Bilbao ging ohne Messi allenfalls von Luis Suárez Gefahr aus, der seit fünf Jahren im Verein ist. Bei einem Pfostenschuss hatte er Pech, später verletzte er sich, in der 37. Minute kam für ihn Rafinha.

          Suárez hat schon in der vergangenen Saison viele Spiele angeschlagen bestritten, die Sommerpause nutzte er für eine Operation am Knie. Nun wird er mit einer Unterschenkelverletzung vier Wochen fehlen. Eigentlich hatte Barça gehofft, mit Griezmann einen würdigen Nachfolger für den inzwischen 32 Jahre alten Nationalstürmer aus Uruguay gefunden zu haben. Doch Griezmann fehlte jegliche Bindung zur Mannschaft, die spanischen Medien wunderten sich über ein geradezu scheues Auftreten des Medienstars. „Er versuchte, gefährlich zu wirken“, spottete die Zeitung „Sport“ über das Spiel des Franzosen, und „Mundo Deportivo“ fand, Griezmann habe sich mit keinem einzigen seiner Mitspieler wirklich verstanden und vermutete, der Star könne Angst haben, bald nur noch die zweite Geige im Angriff der Katalanen zu spielen – wenn Barça die Verpflichtung Neymars bekannt gibt.

          Dessen Rückkehr aus Paris, wohin der Brasilianer 2017 für 222 Millionen Euro gewechselt war, ist unterdessen noch ein bisschen wahrscheinlicher geworden. Barça wollte für ihn jedoch wenigstens einen Spieler von der Gehaltsliste bekommen. Dies hat der Klub mit der Ausleihe von Coutinho an den FC Bayern erreicht. Der spanischen Presse zufolge hat Coutinho bislang 12 Millionen Euro im Jahr verdient, soll aber in München zu Abstrichen beim Gehalt bereit sein.

          In der katalanischen Hafenstadt wäre Neymar auch willkommener als im Bernabéu-Stadion Madrids. Dort sprachen sich die Fans in Online-Befragungen mit großer Mehrheit gegen den Brasilianer als Lösung für die Offensivprobleme Reals aus – keine repräsentative Umfrage, aber doch ein Stimmungsbild. Zumal auch Vereinspräsident Florentino Pérez verstimmt auf die zeitgleichen Gespräche von PSG mit Real und Barça reagiert hatte. Paris Saint-Germain benutze Real Madrid, um die Ablösesumme im Vertragspoker mit dem FC Barcelona nach oben zu treiben, heißt es in Madrid. Auch Trainer Zinédine Zidane hält wenig von Neymar. Der Franzose bat um die Verpflichtung seines Landsmanns Paul Pogba, doch nachdem Manchester United 200 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler haben wollte, habe Vereinspräsident Pérez auch dort abgewunken.

          Zumal Zidane, der in Madrid nach einer schlechten Vorbereitung mit einer 3:7-Klatsche gegen Atlético Madrid im Juli schon vor dem ersten Spieltag als angezählt galt, die erfahrenen Spieler im Team längst nicht abgeschrieben hat. Gegen Vigo lief keine einzige Neuverpflichtung auf, auch Eden Hazard, im Sommer für 100 Millionen Euro von Chelsea gekommen, fehlte verletzt. So gelang das 3:1 gegen Celta Vigo demselben Kader, der in der vergangenen Saison als unmotivierte Altherrenmannschaft kritisiert wurde.

          Benzema machte das 1:0, ausgerechnet Gareth Bale gab die Vorlage. Der Waliser sollte in der Sommerpause den Verein verlassen, „besser heute als morgen“, hatte Zidane gefordert. Doch gegen Bilbao spielte er von Beginn an, und Zidane bestätigte nach dem Spiel, dass er mit Bale wieder rechnet. Das 2:0 besorgte Toni Kroos, der aus 20 Metern abzog. Und auch Lucas Vázquez ist auf der Rechtsaußenposition längst ein Routinier. Gegen Vigo verwandelte er sicher zum 3:0. Luka Jovic, für 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt gekommen, konnte sich unterdessen an die Rolle gewöhnen, die ihm Zidane wohl für die gesamte Saison zugedacht hat: Er durfte nur die letzten neun Minuten mitspielen – als Ersatz für Benzema.

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