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FC Barcelona : Phänomenale Verlierer

  • -Aktualisiert am

Gesenktes Haupt: Barca-Coach Guardiola braucht sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zu verstecken Bild: dapd

Wachablösung? Niedergang? Auch nach Barcelonas Ausscheiden aus der Champions League sind diese Begriffe völlig fehl am Platz. Der Auftritt gegen Chelsea ist jede Menge Applaus wert.

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          Das Publikum im Stadion Camp Nou ist seiner Mannschaft würdig. Als Torres mit dem 2:2 für Chelsea in der Nachspielzeit das Scheitern des FC Barcelona besiegelt hatte, erhoben sich zigtausende Katalanen von ihren Sitzen und applaudierten. Der Beifall war nicht sarkastisch, nicht zynisch und nicht hämisch gemeint, sondern reiner Ausdruck des Respekts vor der Leistung der Mannschaft.

          Messi trifft dreimal Pfosten und Latte

          Der Titelverteidiger ist im Halbfinale der Champions League gescheitert, aber das bedeutet nicht, dass der FC Barcelona nicht länger das spielstärkste Team Europas, vielleicht auch das beste wäre. Begriffe wie Wachablösung oder gar Niedergang sind im Zusammenhang mit dem Leistungsvermögen dieser Mannschaft völlig fehl am Platz. Aus dem Ausscheiden aus der Königsklasse und sogar aus den sieben Punkten Rückstand auf Real Madrid in der spanischen Meisterschaft sollte man kein Grundsatzurteil gegen Barcelona fällen.

          Es musste schon sehr viel zusammenkommen, dass sich Chelsea in den beiden Spielen durchsetzen konnte. In 180 Minuten erspielten sich die Engländer vier Torchancen, davon verwerteten sie drei. Barcelona hatte 15 gute Gelegenheiten, traf dabei alleine dreimal Pfosten und Latte durch Messi.

          Ein paar Zentimeter fehlten auch nur, dann hätte das Tor von Sanchez zum 3:1 gegolten, doch Flankengeber Alves war knapp ins Abseits gerannt. Die Katalanen spielten gegen Chelsea genau so wie in der Champions-League-Kampagne der Saison 2010/11, nur nutzten sie ihre Möglichkeiten nicht so gut aus. Das passiert eben mal. Und auch Messi ist nicht in der Krise, 63 Saisontore sind eine Rekordquote.

          Immer noch phänomenal

          Seit Trainer Pep Guardiola den FC Barcelona 2008 übernommen hat, verzaubert die Mannschaft die Fußballwelt und gewann Titel auf Titel, weil die Quote von Torchance und Treffer in einem normalen Rahmen lag. Aber so etwas wie Chelsea hätte auch schon damals passieren können und passierte auch, als das Team im April 2010 im Halbfinale an Inter Mailand scheiterte.

          Auch dass der nationale Titel höchstwahrscheinlich nicht verteidigt werden kann, liegt eher an der neu erwachten Stärke von Real Madrid unter Trainer Mourinho als an einem Zerfall der Spielkunst Barcelonas. Allenfalls kann man Trainer Guardiola vorwerfen, dass er im vierten Jahr die Konzentration seiner Spielgemeinschaft nicht mehr in jedem Meisterschaftsspiel mobilisieren konnte. Aber das ist nur menschlich.

          Verglichen mit allen anderen europäischen Spitzenteams spielt Barcelona immer noch phänomenal. Und wenn solche Leistungen wie gegen Chelsea in Niederlagen münden, dann sind auch sie sehenswert und jede Menge Applaus wert.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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