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Kein Tor im Elfmeterschießen : Der FC Barcelona war genauso schlecht

Latte: Nicht mal Torwart Neuer trifft ins Tor Bild: AP

Vier Schüsse, kein Treffer - so ein Elfmeterschießen wie das der Bayern gibt es eigentlich nicht. Doch Fußball-Geschichte wiederholt sich - ausgerechnet der FC Barcelona erlebte einst einen ähnlich schwarzen Elfmeterabend.

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          Vier Schüsse, kein Tor, und überhaupt nur einmal überhaupt den Torwart zu einer Parade gezwungen - der FC Bayern hatte im Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund am Dienstagabend eine unglaublich schlechte Quote vom Elfmeterpunkt. Unvergleichliches Pech könnte man meinen, zumal die Bayern sonst äußerst treffsicher beim Strafstoßschießen sind. Noch beim 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen im Viertelfinale bei Bayer Leverkusen hatten alle fünf Münchner Schützen verwandelt. Oder lag ein Stollenproblem zugrunde, da Philipp Lahm und Xabi Alonso bei ihren Schussversuchen beinahe bewegungsgleich ausgerutscht waren - und ihre Versuche jeweils rechts oben am Tor vorbeiflogen?

          Ein ähnliches Pannenniveau auf größtmöglicher Bühne leistete sich bislang nur ein Verein - ausgerechnet der FC Barcelona, Gegner der Münchner im Halbfinale der Champions League, vor knapp 30 Jahren. Es war im Endspiel des Europapokals der Landesmeister in Sevilla. Die Katalanen hatten beinahe ein Heimspiel, und sie waren zudem haushoher Favorit gegen Steaua Bukarest. Doch auch nach 120 Minuten war noch kein Tor gefallen. Und dann verloren die stolzen Spanier an jenem 7. Mai 1986 völlig die Kontrolle über den Ball - und verloren mit dem bis dahin einzigartigen Resultat von 0:2 im Elfmeterschießen.

          Der Held von Sevilla sitzt in der Mitte: Helmut Ducadam hält alle vier Elfmeter und anschließend den Pokal
          Der Held von Sevilla sitzt in der Mitte: Helmut Ducadam hält alle vier Elfmeter und anschließend den Pokal : Bild: Picture-Alliance

          Held des damaligen Abends im Estadio Sanchez Pizjuan war Steauas Torhüter Helmuth Ducadam, der die Schüsse von Jose Alexanco, Angel Pedraza, Pichi Alonso und Marcos Alonso Pena meisterte. Die Gesamtbilanz aller Schützen in diesem Finale war übrigens noch schlechter als am Dienstag in München, denn auch Steaua vergab seine ersten beiden Elfmeter durch Mihail Majearu und Laszlo Bölöni, ehe Marius Lacatus und Gavril Balint die Rumänen doch noch zum ersten osteuropäischen Gewinner des Landesmeister-Cups machten.

          Gladbachs Kamps hielt vier Elfmeter im Halbfinale

          Auch in einem DFB-Pokal-Halbfinale musste schon einmal der Totalausfall einer Mannschaft im Elfmeterschießen vermeldet werden. Als sich Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen (2:2 nach Verlängerung) am 7. April 1992 duellierten, parierte Borussia-Keeper Uwe Kamps alle vier Versuche von Jorginho, Heiko Herrlich, Ioan Lupescu und Martin Kree und sicherte seiner Mannschaft mit 2:0 im Elfmeterschießen den Final-Einzug.

          Im Endspiel gegen den damaligen Zweitligaverein Hannover 96 endete freilich die Heldenzeit des Gladbachers. Nach 120 Minuten im Berliner Olympiastadions waren keine Tore gefallen, und wieder musste das Elfmeterschießen herhalten. Kamps hielt diesmal nur einen Elfer, Hannovers Jörg Sievers dagegen zwei. Sievers war der Pokal-Held für einen Sommer, denn schon im Halbfinale gegen Werder Bremen hatte er nicht nur den letzten Bremer Elfer von Marco Bode pariert, sondern höchstpersönlich den letzten für Hannover verwandelt. Eine ähnliche Rolle hätte man am Dienstag Manuel Neuer zutrauen können - doch der drosch den Ball an die Latte. Wenigstens war er nicht hingefallen.

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