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Drama beim FC Arsenal : „Ich fühle mich sehr, sehr schlecht“

Pierre-Emerick Aubameyang vergab in letzter Sekunde die riesige Chance. Bild: EPA

Pierre-Emerick Aubameyang erzielt ein spektakuläres Tor. Dennoch fliegt der FC Arsenal aus der Europa League – weil dem früheren Dortmunder in letzter Sekunde ein unglaubliches Missgeschick unterläuft.

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          Seit seinem Debüt im Februar 2018 hat Pierre-Emerick Aubameyang für den FC Arsenal 61 Tore erzielt. Nur ein Spieler, der bei einem englischen Verein unter Vertrag steht, traf im gleichen Zeitraum öfter: Mohamed Salah vom Champions-League-Sieger FC Liverpool erzielte gar 64 Treffer. Doch von Erfolgen wie der Ägypter aus dem Sturm von Jürgen Klopp ist Aubameyang weit entfernt. Während Liverpool so gut wie sicher in diesem Jahr Meister in der Premier League wird, dümpelt Arsenal im Mittelfeld auf Platz neun herum.

          Europa League
          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Und während Klopp, Salah und Co. in der Königsklasse spielen, sind die „Gunners“ mit ihrem Torjäger, der einst von Borussia Dortmund nach London kam, nun in der zweitklassigen Europa League schon in der ersten K.o.-Runde gescheitert – auf dramatische Weise. Und daran hatte Aubameyang einen großen Anteil. Nach dem 1:2 nach Verlängerung im eigenen Stadion gegen Olympiakos Piräus, das nach dem 1:0-Sieg von Arsenal in Griechenland ob der weniger erzielten Auswärtstore das Aus bedeutete, sagte der Stürmer: „Ich fühle mich sehr, sehr schlecht.“

          Was war passiert? Die Ausgangslage für Arsenal war nicht schlecht. Ein Sieg im Hinspiel auswärts, das ist doch eine Basis, auf der sich gut aufbauen lässt, zumal Piräus nicht zu absoluten Spitzenklasse des europäischen Fußballs zählt. Aber die Griechen nutzen die Schwäche Arsenals aus, die eine unterdurchschnittliche Leistung zeigten. Pape Abou Cisse traf per Kopf nach einer Ecke in der 53. Minute. Chancen hatten beide Teams danach zu weiteren Toren, da in der regulären Spielzeit aber keines mehr fiel, ging es in die Verlängerung.

          Dort traf Piräus zunächst die Latte, auf der anderen Seite war Aubameyang zur Stelle und glich aus (113.) mit einem spektakulären Seitfallzieher ins Tor. Die Freude bei Arsenal kannte keine Grenzen: Was für ein Tor! In der Addition beider Spiele stand es nun 2:1 für die Engländer, sieben Minuten vor Ende der zusätzlichen Spielzeit im Stadion in Nordlondon. Das sollte doch wohl reichen. Oder nicht? Nein! Youssef El-Arabi spekulierte richtig und drückte, technisch sehenswert, eine Flanke für Piräus vorbei am deutschen Torwart Bernd Leno über die Linie (119.).

          Jetzt waren die Griechen wieder weiter. Aber das Spiel hatte noch eine unglaubliche Schlusspointe parat. Die Nachspielzeit von zwei Minuten in der Verlängerung war schon abgelaufen, da segelte noch ein Ball in den Strafraum von Olympiakos. Ein Verteidiger wollte ihn wegköpfen, traf aber nur seinen Mitspieler. Von dem prallte das Spielgerät wieder direkt vor das eigene Tor. Dort stand Aubameyang, wo ein Stürmer stehen muss. Aber er tat nicht, was ein Stürmer seiner Klasse normalerweise tut. Stattdessen drosch er die Kugel völlig freistehend aus sechs Metern Entfernung am Tor vorbei. Ein 2:2 hätte Arsenal im Wettbewerb gehalten.

          Aubameyang sank auf die Knie und vergrub sein Gesicht in den Handschuhen, dann pfiff der Schiedsrichter ab. Nur knapp zehn Minuten zuvor war er noch in Ekstase nach einem besonderen Treffer, nun konnte er seinen Fehlschuss nicht fassen. Wie das passieren konnte? „Ich weiß es nicht“, sagte ein zerknirschter Gabuner. „Sowas kann passieren, aber ich kann es mir nicht erklären. Ich war müde und hatte Krämpfe, aber das ist auch keine Entschuldigung.“ Auch Trainer Mikel Arteta war am Boden zerstört: „Es ist grausam, es ist eine enorme Enttäuschung.“

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