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FAZ.NET-Spezial: 4. Spieltag : Mainz stürzt Leverkusen, Bremen schwächelt, Bayern siegt glanzlos

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Aufsteiger der Saison: Jürgen Klopp, Trainer der Mainzer Bild: AP

Aufsteiger Mainz gelang am vierten Spieltag ein 2:0 gegen Bayer. Bremen verlor in Gladbach, die Bayern quälten sich zu einem Sieg gegen Bielefeld. Am Sonntag verließ Kaiserslautern durch ein 3:2 in Rostock das Tabellenende.

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          Das Champions-League-Trio ist außer Tritt, der Tabellenführer VfB Stuttgart in der Kritik - nur Aufsteiger Mainz 05 wähnt sich nach dem vierten Bundesliga-Spieltag im Fußball-“Wunderland“ (Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

          Der Tabellenvierte aus Rheinhessen verdarb Bayer Leverkusen durch seinen 2:0-Sieg die Generalprobe für den Auftakt in der „Königsklasse“ am Mittwoch gegen Real Madrid. Auch Meister Werder Bremen (1:3 bei Borussia Mönchengladbach) schwächelte vor der internationalen Bewährungsprobe am Dienstag bei Inter Mailand. Einzig Bayern München rettete zumindest in punkto Ergebnis die Ehre der deutschen Champions-League-Vertreter. Allerdings blieb der Rekordmeister beim glanzlosen 1:0 gegen Arminia Bielefeld fast alles schuldig.

          Am Sonntag schaffte Kaiserslautern den ersten Saisonsieg und verließ damit Platz 18 in der Tabelle, den jetzt Bielefeld belegt. Die Lauterer siegten 3:2 in Rostock. Auch zwei Treffer des schwedischen Neuzugangs Allbäck halfen Hansa am Ende nicht. Im zweiten Spiel des Tages erkämpfte der SC Freiburg nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 bei Hannover 96.

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          Sammer wieder als „Motzki“

          Mit Problemen besonderer Art kann sich indes der neue Spitzenreiter aus Stuttgart nach dem 2:0 gegen den Hamburger SV beschäftigen. „Ich würde lieber die Zahl zwei vor unserem Vereinsnamen lesen, denn unsere Schwankungen sind noch zu groß“, sagte VfB-Trainer Matthias Sammer allen Ernstes und schlüpfte an neuer Wirkungsstätte in seine altbekannte „Motzki“-Rolle: „Wir müssen uns noch erheblich steigern, wenn wir Erfolg haben wollen.“

          Triftigere Gründe zur Schelte hat derzeit Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, nachdem der meisterliche Glanz bei Werder verblaßt ist. Der für fünf Millionen Euro verpflichtete Nationalspieler Miroslav Klose entpuppte sich mal wieder als Totalausfall. „Wenn wir so weiterspielen, werden wir nicht viele Spiele gewinnen. Es sollte nun jeder kapiert haben, daß wir mit Schönspielerei nicht weiterkommen“, mahnte Allofs nach der zweiten Saisonniederlage und dem mißglückten Auftakt zu den englischen Wochen mit sieben Partien in 22 Tagen.

          „Ohne Willen und Einsatz kann man eben nicht gewinnen“

          Ein ähnliches Mammutprogramm wartet auf die Leverkusener, die zwei Wochen nach dem „Zaubersieg“ über die Bayern (4:1) ausgerechnet vom Mainzer Neuling auf den Boden der Realität zurückgeholt wurden. „Ohne Willen und Einsatz kann man eben nicht gewinnen“, lästerte Bayer-Coach Klaus Augenthaler über die Einstellung seiner Profis. Die Konsequenz: Mindestens einen Bayer-Profi wird die Blamage wohl den Einsatz gegen Madrid kosten.

          In der Karnevalshochburg Mainz war die Begeisterung nach dem Traumstart mit sieben Punkten aus vier Partien kaum zu bremsen. „Die Jungs haben das beste Spiel ihres Lebens gemacht“, lobte ein aufgekratzter Coach Jürgen Klopp und stimmte in die Jubelgesänge der 19.500 Fans im ausverkauften Stadion am Bruchweg ein.

          Magath: „Sind auf einem guten Weg“

          Wesentlich nüchterner fiel das Fazit nach dem ersten Heimsieg bei den Bayern aus. „Wir müssen uns noch zusammenraufen, aber wir sind auf einem guten Weg“, befand Felix Magath vier Tage vor dem ersten Auftritt in der Champions League am Mittwoch bei Maccabi Tel Aviv. Allein ein Geistesblitz von Roy Makaay (26.) bewahrte die schwachen Münchner vor einem weiteren Rückschlag.

          Diesen mußte dagegen Schalke 04 mit 0:3 beim VfL Wolfsburg hinnehmen. Der Verein steht nach dem schlechtesten Saisonstart seit elf Jahren in der Abstiegszone. Manager Rudi Assauer stärkte angesichts der „Heyneckes raus!“-Rufe seinem Coach den Rücken: „An dieser Situation ist nicht allein der Trainer schuld.“ Die „Wölfe“ stürmten nach dem dritten Sieg und dem besten Saisonstart nach vier Spielen auf Platz zwei.

          Emotionales Duell in Bochum

          Den Sprung unter die ersten drei verpaßte der VfL Bochum durch ein 2:2 im Ruhrderby gegen Borussia Dortmund. Nach einem packenden Duell kochten die Emotionen auch in der „dritten Halbzeit“ hoch. Auslöser dafür war ein Foul des Dortmunders David Odonkor in der Schlußminute an Peter Madsen, der mit einem Bänderriß im rechten Sprunggelenk voraussichtlich sechs Wochen ausfällt, sowie die Privatfehde zwischen dem Neu-Dortmunder Sunday Oliseh und VfL-Coach Peter Neururer. „Die Hauptsache ist, wir sind noch immer die Nummer eins im Revier, das ist vor allem für unsere Fans wichtig“, so Bochums Torwart Rein van Duijnhoven.

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