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FAZ.NET-Spezial: 14. Spieltag : Ein Abend ohne Sieger

  • Aktualisiert am

Drin ist er: Amanatidis trifft zum 1:0 für Frankfurt Bild: dpa/dpaweb

Der FC Bayern ist der Gewinner des 14. Spieltags in der Fußball-Bundesliga. Den Münchnern ist die „Herbstmeisterschaft“ kaum noch zu nehmen. Frankfurt trennte sich am Sonntag von Stuttgart 1:1, Gladbach kam zu einem 2:2 in Berlin.

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          Knappe Siege, souveräne Tabellenführung: Mit maximalem Ertrag bei minimalem Aufwand steuert der FC Bayern scheinbar unbeirrt seiner 20. deutschen Fußball-Meisterschaft entgegen.

          Während sich die Münchner bei ihren allwöchentlichen Erfolgen wie beim jüngsten 2:1 gegen Mainz 05 nicht mit Ruhm bekleckern, nehmen sich ihre Verfolger die Punkte gegenseitig ab. Der Hamburger SV, Werder Bremen und Schalke 04 könnten sich in den kommenden Wochen einen spannenden Kampf liefern - um Platz zwei.

          Der 14. Spieltag wurde am Sonntag abend mit den Begegnungen Hertha BSC gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) und Eintracht Frankfurt gegen VfB Stuttgart (1:1) abgeschlossen.

          Gladbacher Torschützen unter sich: Kahe (l.) und El Fakiri

          Kein ernsthafter Bayern-Jäger

          Keiner zweifelt mehr daran, daß die Bayern - wahrscheinlich vorzeitig - „Herbstmeister“ werden (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle). Und auch im Kampf um den Titel sieht sich derzeit keiner als echter Bayern-Jäger. „Die Bayern spielen in einer anderen Liga“, sagt HSV-Trainer Thomas Doll, dessen Team dem Rekordmeister immerhin die bislang einzige Saisonniederlage beibringen konnte. Dennoch beträgt der Rückstand der zweitplazierten Hamburger auf den Tabellenführer schon sechs Punkte: „Wir kämpfen um einen Platz im internationalen Wettbewerb“, meinte Doll nach dem 1:0-Sieg bei Bayer Leverkusen (Siehe auch: Stimmen zum 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga).

          Was soll da erst Werder sagen. Nicht nur, daß der Meister des vergangenen Jahres nach der 1:2-Pleite bei Schalke 04 schon acht Zähler hinter den Bayern zurückliegt. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall seines Sturmduos Miroslav Klose und Ivan Klasnic haben die Bremer derzeit genug damit zu tun, sich ihrer Haut im Kampf um einen Champions-League-Platz zu erwehren. „Was die Bayern machen, ist mir egal“, sagt Trainer Thomas Schaaf trotzig. Und auch Sportdirektor Klaus Allofs schaut eher auf die unmittelbaren Tabellennachbarn: „Unser Ziel bleibt die Champions-League-Qualifikation.“

          Schalke hat aufgegeben

          Schalke, das schon zwölf Punkte hinter dem Liga-Primus liegt, hat das Titelrennen eh schon aufgegeben. „Unser Ziel ist nicht, deutscher Meister zu werden, sondern in die Champions League zu kommen. Was die Bayern vorne machen, ist egal, solange wir unser Ziel erreichen“, stellt Manager Rudi Assauer klar. Ein gefundenes Fressen für den Kollegen Uli Hoeneß, der der Konkurrenz Woche für Woche Selbstbewußtsein vorlebt: „Es liegt immer nur an uns selbst. Unsere Mannschaft orientiert sich nur nach oben, nicht nach hinten.“ Die Rolle des vermeintlich schärfsten Verfolgers erscheint austauschbar. Da sind sich selbst Hoeneß und Bayern-Coach Felix Magath nicht einig. Während Hoeneß weiter in Werder den größten Widersacher sieht, ist aus Sicht von Magath „der HSV unser Konkurrent. Gefährlich ist, daß alle Welt erzählt, der HSV bricht sowieso ein“. Da paßt es doch glänzend, daß die beiden Nord-Rivalen am 17. Spieltag im Weserstadion aufeinandertreffen und sich kurz vor der Winterpause noch gegenseitig die Punkte wegnehmen können.

          Lautern desolat

          Am Tabellenende erscheinen die Verhältnisse derzeit ähnlich klar - zumindest wenn es um das Schlußlicht geht. Die Talfahrt des 1. FC Kaiserslautern geht auch nach dem Trainerwechsel von Michael Henke zu Wolfgang Wolf weiter. Sie hat beim 1:5 der Pfälzer bei Hannover 96 sogar noch an Geschwindigkeit zugelegt. Geschlagen geben kann sich der neue Coach nach dem ersten Spiel selbstverständlich nicht. „Wir werden nicht die weiße Fahne hissen und müssen weiter an uns glauben“, beschwor Wolf sein Team nach dem sportlichen Offenbarungseid in Hannover. Der Trainer sieht nur eine Chance auf den Klassenverbleib: „Wir müssen in der Winterpause aber personell nachlegen. Sonst wird es nicht reichen.“

          Wolfs früherer Klub zeigt dagegen zumindest Gegenwehr. Der 1. FC Nürnberg, der vor zwei Wochen Hans Meyer für Wolf holte, mußte beim 1:2 gegen Borussia Dortmund, bei der Nuri Sahin (17) als jüngster Bundesliga-Torschütze aller Zeiten Geschichte schrieb, aber auch erkennen, daß der Weg zum Klassenerhalt noch lang ist. „Ich habe auch nicht erwartet, daß wir bis Weihnachten schon mehrere Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben“, sagte Meyer, der bei seinem Einstand vor einer Woche noch einen 3:1-Sieg in Kaiserslautern feiern durfte.

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