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FAZ.NET-Regelecke : Erwischt Deutschland wieder Glückslose?

Die FAZ.NET-Regelecke Bild: Natascha Vlahovic

An diesem Sonntag (12.00 Uhr) werden die Qualifikationsgruppen für die Fußball-EM ausgelost. Hat Deutschland wieder Glück? Oder warten auf dem Weg nach Polen und in die Ukraine dicke Brocken? Die FAZ.NET-Regelecke erklärt das Prozedere.

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          Während Fußball-Deutschland noch über die gescheiterte Verlängerung der Verträge der Nationalmannschaftsführung debattiert, sind Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff an diesem Sonntag schon wieder auf Dienstreise - mit dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, und Generalsekretär Wolfgang Niersbach. In Warschau werden von 12.00 Uhr (Live in der ARD und bei Eurosport) an die Gruppen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 ausgelost. Im Warschauer Palast der Kultur und Wissenschaft wird sich zeigen, welchen Hürden die deutsche Auswahl auf dem Weg zum Turnier in Polen und in der Ukraine zu überspringen hat. Ob Löw dann allerdings noch verantwortlich ist, scheint nach den Ereignissen und Ergebnissen des Donnerstags fraglicher denn je.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Eines ist vor der Zeremonie in der polnischen Hauptstadt aber sicher: Deutschland muss nicht gegen die Schwergewichte des Fußballs antreten. Als Gruppenkopf geht die DFB-Auswahl den anderen gesetzten Mannschaften - Titelverteidiger Spanien, Niederlande, Italien, England, Kroatien, Portugal, Frankreich und Russland - aus dem Weg. Diese neun Länder bilden die Spitze der neun Gruppen, auf die sich die insgesamt 51 Nationalmannschaften verteilen; erstmals ist Montenegro dabei. So ergeben sich sechs Gruppen mit sechs Teams und drei weitere mit nur fünf Teilnehmern. Löw wünscht sich eine Zulosung in eine dieser Staffeln; dann würden zwei Partien weniger gegen einen „Fußballzwerg“ anstehen. Und es bliebe Raum für finanziell lukrative Testspiele.

          Definitiv wird die deutsche Mannschaft je einen Gegner aus den Töpfen zwei bis fünf erhalten. Die Kugeln mit den potentiell gefährlichsten Kontrahenten warten naturgemäß im zweiten Behälter. Demnach könnte es ein Wiedersehen mit der Schweiz und Trainer Ottmar Hitzfeld oder Griechenland mit Otto Rehhagel geben. Auch die Serben, schon bei der WM-Endrunde Vorrundengegner, könnten wieder auf den EM-Zweiten von 2008 warten, ebenso die WM-Teilnehmer Dänemark und Slowakei sowie Slowenien, das in Topf vier eingestuft wurde. Die Setzliste ergibt sich aus der Rangliste der Europäischen Fußball-Union Uefa auf Grundlage der Ergebnisse der WM 2006, der EM 2008 und der WM-Qualifikation 2010. Um die Spannung zu erhöhen, werden die Lose aus Topf eins, mit Deutschland, erst ganz am Schluss gezogen.

          Hat die Nationalelf wieder das schon traditionelle Losglück?

          Vierzehn Plätze sind für die Endrunde 2012, die vom 9. Juni (Eröffnungsspiel in Warschau) bis zum 1. Juli (Endspiel in Kiew) ausgetragen wird, zu vergeben. Die Gastgeber Polen und Ukraine sind automatisch qualifiziert. Die Gruppensieger und der beste Gruppenzweite lösen ein Direktticket. Die restlichen Gruppenzweiten spielen in vier Play-off-Hin- und Rückspielen die weiteren vier Plätze aus. Als Grundlage für die Bewertung des besten Zweiten werden die Spiele gegen den Tabellenletzten nicht eingerechnet, um bei unterschiedlicher Gruppenstärke eine Bewertung auf gleicher Grundlage zu ermöglichen. Die Qualifikation beginnt am 3. September 2010, die Play-offs werden im November 2011 gespielt.

          Je zwei fußballerische Größen der Gastgeberländer werden die Auslosung am Sonntag in Warschau vornehmen. Für Polen treten Zbigniew Boniek und Andrzej Szarmach, für die Ukraine Oleg Blochin und Andrej Schewtschenko an die Lostöpfe. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino leitet die Zeremonie. Wie so oft wird die Auslosung, passend zum Ort der Veranstaltung, von kulturellem Programm begleitet. So soll in der einstündigen Show bildlich an die erste EM-Endrunde vor fünfzig Jahren erinnert werden. In Frankreich holte sich die Sowjetunion den Titel durch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Jugoslawien.

          Nun stellt sich in Warschau aber vor allem eine Frage: Hat die deutsche Nationalelf wieder das fast schon traditionelle Losglück? Nach der schlechten Europameisterschaft 2004 mit dem Vorrunden-Aus lag Deutschland bei der Auslosung zur vergangenen EM-Qualifikation nur im zweiten Topf. In der Gruppe mit der Tschechischen Republik, der Slowakei, Irland, Wales, Zypern und San Marino setzte man sich aber souverän durch. Bei der Ausscheidung vor der Endrunde 2016, für die sich bisher Frankreich, Italien und die Türkei als Ausrichter beworben haben, ist das Risiko des vorzeitigen Scheiterns übrigens noch geringer - dann wird das Teilnehmerfeld auf vierundzwanzig Mannschaften aufgebläht.

          Die Töpfe bei der EM-Qualifikationsauslosung:

          Topf 1: Spanien (Titelverteidiger), Deutschland, Niederlande, Italien, England, Kroatien, Portugal, Frankreich, Russland

          Topf 2: Griechenland, Tschechische Republik, Schweiz, Schweden, Serbien, Türkei, Dänemark, Slowakei, Rumänien

          Topf 3: Israel, Bulgarien, Finnland, Norwegen, Irland, Schottland, Nordirland, Österreich, Bosnien-Hercegovina

          Topf 4: Slowenien, Lettland, Ungarn, Litauen, Weißrussland, Belgien, Wales, Mazedonien, Zypern

          Topf 5: Montenegro, Albanien, Estland, Georgien, Moldawien, Island, Armenien, Kasachstan, Liechtenstein

          Topf 6: Aserbaidschan, Luxemburg, Malta, Färöer, Andorra, San Marino

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