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Fußball in der Türkei : Zuschauer tritt auf Tor-Schiedsrichter ein

  • Aktualisiert am

TV-Aufnahmen zeigen, wie ein Zuschauer auf den Tor-Schiedsrichter eintritt. Bild: Screenshot Twitter

Beim Spiel zwischen Fenerbahce Istanbul und Trabzonspor in der türkischen Liga haben Fans kurz vor Spielende das Spielfeld gestürmt und für einen Abbruch gesorgt. Ein Zuschauer hatte es direkt auf den Tor-Schiedsrichter abgesehen.

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          Beim Fußballspiel in der türkischen Süper Lig zwischen Trabzonspor und Fenerbahce Istanbul ist es am Sonntag kurz vor Spielende zu einem Eklat gekommen: In den Schlussminuten der Partie begannen Trabzonspor-Anhänger beim Stand von 4:0 für die Gäste aus Istanbul zu randalieren. Hinter dem Tor von Fenerbahce-Schlussmann Volkan Demirel durchbrachen Zuschauer zunächst eine Absperrung.

          Danach flogen abgerissene Stadionsitze und Böller auf den Platz, woraufhin Schiedsrichter Bülent Yildirim die Partie kurzzeitig unterbrach und sich Polizeikräfte zwischen dem Block und dem Rasen aufbauten. Als das Spiel weiterlief, rannte ein Zuschauer auf den Platz. Der Mann schlug und trat auf den Tor-Schiedsrichter Volkan Bayarslan ein. Dann konnte der Randalierer erst von Ordnern überwältigt werden. Danach verließen die Spieler und die Schiedsrichter den Platz.

          Die Partie wurde nicht wieder angepfiffen. Etwa eine halbe Stunde nach der Unterbrechung hieß es beim übertragenden Sender „Lig TV“, das Spiel sei offiziell abgebrochen worden. Der angegriffene Schiedsrichter sei behandelt worden und ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es.

          Der Fußball in der Türkei wurde zuletzt immer häufiger von Skandalen heimgesucht – und daran sind Spieler, Funktionäre und Zuschauer gleichermaßen beteiligt: Im März sahen im Europa-League-Spiel gegen Braga gleich drei Fenerbahce-Spieler in der Nachspielzeit die Rote Karte, weil sie ihre Nerven nicht im Griff hatten. Dann randalierten Anfang April hunderte Fans bei der Einweihung des neuen Stadions von Besiktas Istanbul und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Und zuletzt machten dann auch noch Meldungen die Runde, dass der Manipulationsskandal bei Fenerbahce womöglich nur inszeniert wurde, um dem Klubpräsidenten zu schaden.

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