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Fan-Gewalt : Nacktkontrollen sind auch keine Lösung

Konträre Positionen: Nicht nur Dortmunder und Schalker sind sich uneins Bild: dpa

Die Debatte um Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Fußball wird weiter heiß geführt. Im Kampf gegen Fan-Gewalt kritisiert nun die Gewerkschaft der Polizei das Vorgehen der Deutschen Fußball Liga und der Vereine.

          Die heiß geführte Debatte um Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Fußball geht weiter. Nun fordert auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine viel intensivere Einbeziehung der Fußballanhänger in die Diskussion um Gebote und Verbote.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir sehen weiterhin eine mangelnde Dialogbereitschaft in vielen Vereinen zwischen den Verantwortlichen und Fangruppen. Wir halten nichts von immer härteren Strafen oder immer komplizierteren Eingangskontrollen. Wir wünschten uns eher mehr Präventionsarbeit“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Es ist festzustellen, dass beim Zustandekommen des DFL-Sicherheitskonzeptes die Fans wohl leider nicht mitwirken konnten. Aus polizeilicher Sicht ist es eigentlich immer so, dass bei solch großen Veranstaltungslagen alle Beteiligten an den Tisch gehören“, sagte Radek.

          Dagegen begrüßte er, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) sich deutlich ausspricht gegen das Abbrennen von Bengalo-Fackeln in den Stadien und eine strikte Umsetzung eines Alkoholverbots bei Risikospielen anstrebt. An diesem Donnerstag wird es Gespräche zwischen der GdP-Spitze und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geben.

          In der Samstag-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte der ehemalige DFB-Sicherheitschef harsche Kritik am DFL-Papier geübt. „Die Situation wird aufgebauscht. Die Sinnhaftigkeit des Konzepts kann ich nicht erkennen. Vertrauen gehört dazu, man muss die Sprache der Leute sprechen. Drohungen sind das falsche Mittel. Mehr Repression ist nicht das, was der Fußball braucht. Das wird auch nicht zur Lösung führen“, sagte Helmut Spahn. Er leitet heute das „International Centre for Sport Security“ in Doha.

          Bezogen wird sich derzeit auf ein Sicherheitskonzept der Kommission „Stadionerlebnis“ bei der DFL. Das Papier war bei einigen Klubs in der ersten und zweiten Liga sowie bei Fanorganisationen auf Ablehnung gestoßen. Bemängelt werden die rigorosen Strafandrohungen (Nacktkörperkontrollen oder Verbot von Fanutensilien).

          „Es bringt nichts, zu früh in den Dialog zu treten“

          Der Vorsitzende der DFL-Kommission, Peter Peters, zugleich Vorstandsmitglied bei Schalke 04, wehrte sich gegen diese Kritik. „Uns stört der Vorwurf, dass wir schon bei der Erstellung des Konzepts den Dialog mit den Fans hätten führen müssen. Es bringt nichts, mit einem leeren Blatt Papier, ohne Bestandsaufnahme und Analyse, in einen Dialog zu treten“, sagte er. Peters sieht den Prozess in der Entwicklung.

          Das Bundesinnenministerium, beteiligt am runden Tisch gegen Fan-Gewalt im Fußball, wollte auf Anfrage keinen Kommentar zur derzeitigen Diskussion abgeben. Ein Sprecher wies darauf hin, dass sich die Innenministerkonferenz der Länder Anfang Dezember mit dem Sicherheitskonzept aus dem Fußball befassen wolle.

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