https://www.faz.net/-gtl-8di8i

Ex-Fifa-Generalsekretär : Lange Sperre für Valcke

Jérôme Valcke ist für 12 Jahre gesperrt. Bild: Reuters

Der ehemals enge Vertraute des gesperrten Fifa-Chefs Blatter hat sich mehrerer ethischer Vergehen schuldig gemacht. Nun sperrt ihn der Weltverband. Aber nicht nur das: gegen den Franzosen ist auch Strafanzeige gestellt worden.

          Krumme Geschäfte mit Fernsehrechten, Schiebereien bei WM-Tickets, Familienurlaub auf Fifa-Kosten: Der im Januar fristlos entlassene Generalsekretär des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Jérôme Valcke, ist am Freitag von der rechtsprechenden Kammer der Fifa-Ethikkommission für zwölf Jahre gesperrt worden.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Und nicht nur das: Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat der Weltverband offenbar wegen mehrerer strafrechtlich relevanter Vergehen eine Anzeige in der Schweiz gegen den Franzosen gestellt.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Mögliche Tatbestände sind Untreue, Bereicherung, Komplizenschaft. Valcke wird zudem vorgeworfen, Beweismaterial vernichtet zu haben. Als Strafe aus dem Ethikverfahren fordert die Fifa schon mal 100000 Franken vom geschassten Generalsekretär.

          Im vergangenen Herbst hatte eine vom Compliance-Chef der Fifa, Domenico Scala, in Auftrag gegebene Untersuchung zu Valcke durch die Unternehmensberatung KPMG den Fall ins Rollen gebracht.  Der frühere enge Mitstreiter des ebenfalls gesperrten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter soll illegale Ticketgeschäfte für die WM 2014 in Brasilien geduldet und befördert haben.

          Mitverwickelt ist hier offensichtlich die Schweizer Agentur JB Sports Marketing. Zudem soll der 55 Jahre alte Fußballmanager „rein aus touristischen Gründen“, so die Ethikkommission, Reisen der Fifa in Rechnung gestellt oder Privatflieger genutzt haben – für sich selbst und seine Angehörigen. Laut Ethikkommission habe Valcke zudem versucht, Fernsehrechte für die WM 2018 und die WM 2022 in der Karibik weit unter Wert zu verkaufen.

          Dies möglicherweise, um bei Kick-back-Geschäften mitzuverdienen. Hier kommt auch Blatter wieder ins Spiel. Es gibt ähnliche Vorwürfe gegen ihn. Zumindest hatte die Audit- und Compliance-Kommission der Fifa dem gesperrten Fifa-Chef schon Bonuszahlungen seiner Vergütung gestrichen, weil er wichtigen Kontrollaufgaben gegenüber Valcke nicht nachgekommen war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Niederländer Ben van Beurden, Jahrgang 1958, ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Shell.

          Konzernchef im Gespräch : „Shell muss sich ändern“

          Ben van Beurden, der Chef von Europas größtem Ölkonzern, spricht im Interview über den Umstieg auf erneuerbare Energien, Heuchelei an der Börse und den brennenden Regenwald.
          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.