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Jérôme Valcke im Porträt : Abgang des Zeremonienmeisters

  • Aktualisiert am

Jerome Valcke und Fifa-Präsident Joseph Blatter (rechts) Bild: dpa

Schon seine Berufung zum Generalsekretär war eine Überraschung. Seitdem ist Jérôme Valcke ein enger Weggefährte von Fifa-Präsident Joseph Blatter. Nun erlebt Valcke einen unrühmlichen Abgang.

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          Er hat es kommen sehen: Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke sprach schon im Juli über das Ende seiner Karriere beim Fußball-Weltverband. Allerdings ging er da wohl noch von einem geordneten Rückzug nach der Rücktrittsankündigung seines Chefs, Fifa-Präsident Joseph Blatter, aus. „Wenn ich ein neuer Präsident wäre, würde ich einen neuen Generalsekretär ernennen“, hatte Valcke im Juli in St. Petersburg gesagt.

          Nun hat die Fifa offensichtlich die Notbremse gezogen und den 54-Jährigen bis auf weiteres von allen Aufgaben entbunden. Es gebe neue Vorwürfe gegen ihn, erklärte die Fifa am Donnerstag in einer dürren Presseerklärung, ohne Details zu nennen.

          Valcke war 2007 ins Amt gekommen. Der Franzose ist enger Weggefährte des scheidenden Blatter. Dieser hatte im Zuge der schwersten Korruptionsaffäre des Weltverbandes im Juli seinen Rücktritt angekündigt. Ein Nachfolger soll im Februar gewählt werden.

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          Eine Verantwortung für den Korruptionsskandal hat Valcke stets zurückgewiesen, ohne aber einen echten Befreiungsschlag zu landen. Zuletzt ging es um eine von der amerikanischen Justiz untersuchte Überweisung von zehn Millionen Dollar des WM-Gastgebers 2010, Südafrika, an den Nord- und Mittelamerikanischen Verband.

          Schon seine Berufung zum Generalsekretär war eine Überraschung gewesen, da er dem Weltverband kurz zuvor wegen unlauterer Verhandlungen eine Geldstrafe von fast 100 Millionen Dollar eingebrockt hatte. Valcke war Cheforganisator der Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien. Fußball-Fans ist Valcke vor allem als Zeremonienmeister bei Auslosungen großer Turniere bekannt.

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