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2:1 gegen Lazio Rom : Randale überschattet perfekte Eintracht-Vorrunde

  • -Aktualisiert am

Fortsetzung im Stadion: Aus dem Eintracht--Fanblock gibt es Störfeuer. Bild: Reuters

Die Eintracht holt im sechsten Spiel in der Europa League ihren sechsten Sieg. Die Partie bei Lazio Rom wird jedoch durch Krawalle, Festnahmen und Pyrotechnik überschattet.

          3 Min.

          Die Eintracht hat Wort gehalten und auch in dem sportlich bedeutungslosen letzten Gruppenspiel der Europa-League-Vorrunde große Mentalität gezeigt. Die Frankfurter Fußballprofis drehten einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Auswärtssieg und beendeten die Gruppenphase als erste deutsche Mannschaft mit der maximalen Ausbeute von 18 Punkten. Gacinovic und Haller erzielten die Tore in einer Auseinandersetzung, die wieder einmal im Schatten einiger Randalierer und Chaoten in der organisierten Frankfurter Fanszene stand. Aus der Kurve wurden Böller gezündet, Pyrotechnik abgefeuert und zweimal mit Leuchtraketen gezielt auf Sicherheitskräfte und römische Fans geschossen.

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          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Eintracht-Vorstand Axel Hellmann verurteilte die Fan-Auseinandersetzungen. „Es gibt eine kleine Gruppe, die dieses Spiel missbraucht hat, um eine private Auseinandersetzung mit Lazio zu führen. Das hat mich betrübt“, sagte Hellmann nach dem 2:1. „Wir haben immer gesagt, dass alle unsere Energie dem Kampf gegen Dinge, die die Hand verlassen, gilt. Und das war heute ein Rückschlag.“ Positiv bewertete er die Reaktion des Großteils der fast 10000 Frankfurter Fans. „Sie haben: ,Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein‘, gerufen. Das war eine klare Aussage, aber es ändert nichts daran, dass wir kein gutes Bild abgegeben haben.“

          Es war eine Mischung aus Heim- und Geisterspiel, das die Frankfurter Eintracht in Rom bestritt. Zehntausend mitgereiste Fans füllten sieben Blocks im riesigen Olympiastadion. Und wenn man den Blick auf diesen Bereich fixierte, mutete die Kulisse wie die eines Europa-League-Spiels an. Doch im Rest des weiten Runds verloren sich nur noch etwa 2000 Römer, was der Atmosphäre etwas Gespenstisches gab. Zum Anpfiff waren es noch weniger Lazio-Anhänger, viele erreichten die Arena mit Verspätung, da ein Verkehrschaos auf den römischen Straßen herrschte. Ausgelöst durch eine Sicherheitsmaßnahme der Polizei, die auf vereinzelte Vergehen Frankfurter Fans weiträumige Sperrungen auf den Zufahrtswegen veranlasste.

          Verhaftungen schon vor dem Spiel: Römische Polizei mit Frankfurter Randalierern. Bilderstrecke

          Den Anhängern wurde vorgeworfen, für Krawalle in der Nähe des Stadio Olympico verantwortlich zu sein. Sie sollen unter anderem Knallkörper auf Lazio-Fans geworfen haben. Dabei habe es auch Verletzte gegeben. Insgesamt fünf Frankfurter seien vorläufig festgenommen worden, hieß es in einer ersten Bilanz. Die römische Polizei hatte mit einem riesigen Aufgebot auf die riskante Sicherheitslage reagiert. Vor dem Stadion herrschten teilweise chaotische Zustände, da zahlreiche Eintracht-Anhänger ohne Tickets die Eingänge belagerten. Zudem sorgten die personalisierten Eintrittskarten für lange Abfertigungszeiten. Die Sicherheitskontrollen zeigten keine große Wirkung. Zum Anpfiff begrüßte die Frankfurter Fankurve ihre Spieler mit einer intensiven Pyroshow und zwei Donnerschlägen.

          Die Frankfurter Profis hinterließen da einen besseren Eindruck. Obwohl Trainer Hütter Torwart Trapp, Rebic, Jovic und Ndicka eine Pause gönnte und zudem auf Kostic, de Guzman und Salcedo verzichten musste, übernahm die Eintracht zunächst die Kontrolle auf dem Spielfeld. Begünstigt durch den halbherzigen Einsatz der Römer. Trainer Inzaghi hatte die Begegnung öffentlich als unwichtig eingestuft und vier seiner prominentesten Spieler nicht einmal ins Aufgebot berufen, darunter Torjäger Immobile und Spielmacher Milinkovic-Savic. Aber Durchschlagskraft entwickelte die Eintracht nicht mit Haller als vorderster Spitze und Gacinovic und Müller knapp dahinter auf den Halbpositionen. Müller hatte zwei Torgelegenheiten minderer Güte, das war es schon, was die Eintracht an Gefahr entwickelte. Nach einer halben Stunde erfuhr die Partie ihren ersten Knick. Der bis dahin überragende Hasebe musste wegen einer Oberschenkelverletzung den Platz verlassen. Mit dem Japaner verabschiedete sich ein Großteil der Ballsicherheit und Übersicht. Das Führungstor für Lazio in der 56. Minute durch Correa fiel nicht überraschend. In den Minuten zuvor hatte freilich der Frankfurter Anhang wieder stärker die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Böllerschüsse, Pyrofeuer und Hassgesänge gegen Lazio-Fans – die Frankfurter Kurve zeigte ihre hässliche Fratze und in zwei Augenblicken ihre kriminelle Energie. Da wurden Leuchtraketen auf Sicherheitsbeamte und Zuschauer gezielt abgefeuert.

          Der Rückstand kitzelte noch einmal den Widerstandswillen der Eintracht. Es war Gacinovic, der die Initiative an sich riss. In der 64. Minute gelang ihm ein Traumtor. Erst stoppte er einen Konter, danach dribbelte er zwei Verteidiger aus und schoss den Ball aus 18 Metern fulminant in den Torwinkel. Wenige Minuten später legte der Serbe Haller den Ball so auf, dass der Franzose ihn nur noch ins Tor schieben musste. Das 2:1 hatte Bestand bis zum Ende, und damit schloss die Eintracht als erste deutsche Mannschaft eine Europapokal-Gruppenphase mit dem Maximum von 18 Punkten ab.

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