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Europa-League-Qualifikation : Es gibt noch viel zu tun für die Eintracht

Es liegt noch allerhand an fußballerischer Grundlagenarbeit vor Trainer Adi Hütter und seiner Mannschaft, wie sich beim 2:1-Sieg im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation beim FC Flora Tallin erkennen ließ. Bild: Jan Huebner

Die Europareise der Eintracht beginnt mühevoll. Beim 2:1 in Tallinn werden die Frankfurter zwar ihrer Favoritenrolle gerecht, Glanz verbreiten sie aber nicht. Joveljic gelingt ein Einstand nach Maß.

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          Das Gefühl der Enttäuschung hat sich immer noch nicht vollends verflüchtigt. Sowohl der Finaleinzug in der Europa League als auch der erstmalige Zutritt zum elitären Kreis der Champions League waren im Frühling für die Eintracht verlockende Ziele, die mit etwas mehr Beständigkeit und weniger Verletzungspech erreichbar gewesen wären. Nun unternimmt der Klub einen weiteren Versuch, seine internationale Reputation zu verbessern. Begeisterungsschübe löste der Auftakt dabei nicht aus, aber die Pflichtaufgabe wurde erfüllt. Es liegt noch allerhand an fußballerischer Grundlagenarbeit vor Trainer Adi Hütter und seiner Mannschaft, wie sich beim 2:1-Sieg im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation beim FC Flora Tallin erkennen ließ. Die Entscheidung übers Weiterkommen fällt am nächsten Donnerstag beim Wiedersehen in Frankfurt.

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          Als Bundesligasiebter der vergangenen Runde müssen die Hessen den mühevollen Weg der Qualifikation beschreiten, um sich nachträglich die Teilnahmeberechtigung an der Gruppenphase der Europa League zu verdienen. In Teil eins der zweiten Runde wurde Hütters Team seiner Favoritenstellung gerecht, ohne zu glänzen. Gegen einen Gegner, der seine Kampfkraft in die Waagschale warf, um individuelle Qualitätsunterschiede auszugleichen, taten sich die Frankfurter ungeachtet eines schwungvollen Starts schwer: Aus ihrer optischen Überlegenheit schlugen sie (zu) selten Kapital. Hütter hatte wohlweislich, aufgrund der Eindrücke in den vergangenen drei Wochen, seit er sich mit dem Eintracht-Ensemble auf neue Herausforderungen einstimmt, vor dem Abflug ins Baltikum auf den Hinweis Wert gelegt, dass „nicht alles funktionieren wird“.

          Vor der Abwehrkette begann Dominik Kohr als defensiver Mittelfeld-Stratege, der rasch auch Impulse nach vorne setzte: Nach 75 Sekunden besaß der ehemalige Leverkusener die erste Möglichkeit, die er wie einen zweiten Versuch kurz darauf (3.) jedoch nicht verwertete. Auch Danny da Costa (9.), Lucas Torro und Filip Kostic (beide 14.) scheiterten an Torwart Matvei Igonen, der gedankenschnell zur Tat schritt. Nichts zu machen gab es für den auffälligsten Akteur auf dem Rasen, als Torro Mitte des ersten Abschnitts aus rund 25 Metern wuchtig abzog und so die Eintracht für ihr Bemühen belohnte und in Führung schoss (24.).

          Der Posten zwischen den Frankfurter Pfosten gehört aktuell zu den größten Baustellen in den Planungen rund um den Kader, der mit Sébastien Haller und Luka Jovic zwei der wichtigsten Protagonisten verlor. Ursprünglich war vorgesehen, in Tallinn noch einmal Frederik Rönnow eine Bewährungsprobe zu bieten. Der Däne verletzte sich aber an der Schulter. Ihn vertrat Felix Wiedwald, der im Winter als dritter Mann in der internen Keeper-Hierarchie für die Rückrunde zum Zweitligaabsteiger Duisburg ausgeliehen wurde. Er war beim Comeback chancenlos, als Mikhel Ainsalu in der 34. Minute unbedrängt vor ihm aufkreuzte und aus kurzer Distanz zum 1:1 traf; vorausgegangen war dem Ausgleich ein fahrlässiger Einsatz von Mijat Gacinovic, der Konstantin Vassiljev ohne Gegenwehr flanken ließ.

          Rönnows Perspektiven, zur Nummer eins aufzusteigen, sollte die Rückholaktion mit Kevin Trapp scheitern, verschlechterten sich durch seinen abermaligen Ausfall; was die Aussichten angeht, den deutschen Nationaltorhüter von Paris Saint-Germain abzuwerben, bat Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Anstoß in Tallinn einmal mehr um Geduld: „Wir sind dran. Es sind Verhandlungen und die dauern eben ihre Zeit.“ Dass die Profis der Eintracht Geduld bewiesen und ungeachtet der hartnäckigen Gegenwehr nicht in Hektik verfielen, half ihnen gegen Flora sportlich weiter. Hütter brachte in der Schlussphase Neuzugang Dejan Joveljic für Paciencia – und der Joker stach prompt: Keine fünf Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der 19-Jährige mit dem Kopf das 2:1 für die Frankfurter (71.) und verbesserte dadurch die Ausgangsposition erheblich, auch weil auf der anderen Seite Erik Sorga die Kugel lediglich gegen die Latte setzte (78.).

          An diesem Freitag wird die Europareise der Eintracht in Österreich fortgesetzt. Der Tross fliegt direkt nach Linz, von dort aus geht es nach Windischgarsten, wo das zweite Übungscamp ansteht. Dass sie anders als die meisten Gäste, die den Ferienort in diesen Sommerferien-Tagen besuchen, nicht die Füße hochlegen können, sondern ganz im Gegenteil einiges tun müssen, wissen sie seit dem Gastspiel in Tallin mehr denn je.

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